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Ehrenamt im Porträt :Gästeführer Stephan Masseling: „Man lernt immer etwas dazu.“

Seit 2023 führt er Besucherinnen und Besucher durch Basilika und Kreuzgang
Datum:
27. Juli 2026
Von:
Redaktion

Seit 2023 führt Stephan Masseling (43) Besucherinnen und Besucher durch das Bonner Münster. Was ihn an diesem Ehrenamt reizt, erzählt er in unserem Interview.

Was bist du von Beruf?

Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin Verwaltungsleiter der nordrhein-westfälischen Akademie für Internationale Politik, die den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu Trends der internationalen Politik fördert.

Wie kommt man mit einem solchen Hintergrund auf die Idee, ehrenamtlicher Gästeführer zu werden?

Während meines Studiums habe ich am Mittagsgebet im Bonner Münster mitgewirkt. Als nach der Renovierung der Basilika ehrenamtliche Gästeführer gesucht wurden, war das für mich eine tolle Möglichkeit, mein kirchliches Engagement wieder aufzunehmen und es mit meinem Interesse an Geschichte und Kunstgeschichte zu verbinden. 

Wie hast du dich auf deine Führungen vorbereitet?

Zuerst habe ich an einer Einführung teilgenommen. Dann habe ich mich eingelesen und Schritt für Schritt eine eigene Führung entwickelt.

Hälst du immer dieselbe Führung?

Nein, das geht auch gar nicht. Ich versuche immer auf die Besucher einzugehen und aus ihren Fragen ihr Interesse herauszulesen. Auch die Herkunft bietet unter Umständen Anknüpfungspunkte, um auf einen Aspekt oder eine Geschichte des Münsters näher einzugehen. Dafür bleiben andere Dinge dann aufgrund der Zeit außen vor.

Was sollte man für dieses Ehrenamt mitbringen?

Interesse an Architektur, Geschichte und Kunst – aber auch eine Verbindung zu Kirche und Glauben. Denn das Bonner Münster ist ja nicht nur ein kunsthistorisch wertvolles Bauwerk. Es ist auch ein lebendiges Gotteshaus.

Was rätst du jemandem, der jetzt Lust bekommen hat, sich als Gästeführerin oder Gästeführer zu engagieren?

Ich rate, es auf jeden Fall auszuprobieren. Man bekommt viel Unterstützung vom Hauptamt und braucht keine Scheu davor zu haben, nicht gleich alles zu wissen. Man wächst da rein. Auch ich habe nicht auf jede Frage eine Antwort. Ich sage dann: „Das ist ein interessanter Aspekt, vielen Dank“ und mache mich im Anschluss schlau. Das ist ja das Tolle: Man lernt immer etwas dazu.