Stadtpatronefst, Goldene Münster-Nadel, Ansprache

Ansprache des Bonner Stadtdechanten und Münster-Pfarrers, Msgr. Wilfried Schumacher, zur Verleihung der Goldenen Münster-Nadel an den scheidenden Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch während des Empfangs anlässlich der Festdekade zu Ehren der Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius am Sonntag, 11. Oktober 2015, im Münster-Carré, Bonn
11. Oktober 2015; Wilfried Schumacher

Münster-Pfarrer Msgr. Wilfried Schumacher (r) verleicht dem scheidenden Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch die Goldene Münster-Nadel

Ansprache des Bonner Stadtdechanten und Münster-Pfarrers, Msgr. Wilfried Schumacher, zur Verleihung der Goldenen Münster-Nadel an den scheidenden Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch während des Empfangs anlässlich der Festdekade zu Ehren der Bonner Stadtpatrone Cassius und Florentius am Sonntag, 11. Oktober 2015, im Münster-Carré, Bonn

  

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Sie haben heute zum letzten Mal das Kerzenopfer von Rat und Verwaltung entsprechend einer schon aus dem Mittelalter überlieferten Tradition dargebracht. In 10 Tagen geht Ihre Amtszeit zu Ende.

 

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Ihnen persönlich aber auch im Namen der katholischen Kirche in dieser Stadt sehr herzlich zu danken für ihren Dienst, den Sie als Oberbürgermeister dieser Stadt getan haben.

 

Als Sie ihr Amt antraten, hatten wir vereinbart, dass wir immer den direkten Kontakt suchen werden, wenn es darum geht bilateral Fragen zu klären und Probleme zu lösen. Dies haben wir mehr als einmal erfolgreich getan. Ich erinnere nur an unser Zusammenspiel als es darum ging, eine Demonstration der Rechten in unserer Stadt am 1. Mai erfolgreich zu verhindern.

 

Ich danke Ihnen, dass Sie die Kirchen immer mit einbezogen haben, wenn es darum ging, gemeinsam über die zukünftige Gestalt unserer Stadt nachzudenken. Gerne denke ich an die Runde im Kanzlerbungalow zurück, bei der sofort im Vorfeld Konspiratives vermutet wurde. Es war eines der besten und konstruktiven Gespräche, die ich je in dieser Stadt geführt habe.

 

Sie hatten es nicht leicht: Sie hatten die Ratsmehrheit gegen sich. Die Medien haben es ihnen nicht einfach gemacht. Und die Erkrankung ihrer Frau hat sie auch verständlicherweise sehr belastet. Ich habe immer bewundert, mit welcher äußeren Gelassenheit Sie ihr Amt ausgeübt haben. Wie es in Ihnen drinnen aussah, dafür haben sich nur wenige ehrlich interessiert.
Daran fehlt es in unserer politischen und gesellschaftlichen Kultur. Politiker sind kein Freiwild. Sie sind nicht Siegfried, der als unverwundbar galt! Sie haben ein Herz und eine Seele – auch wenn sie der politische Gegner sind.

 

Für das Bonner Münster haben Sie sich immer interessiert und engagiert. Selbstverständlich waren Sie bereit, im Projektbeirat zur Generalsanierung mitzuarbeiten.

 

Ich möchte Ihnen für alles sehr herzlich danken. Ein kleines Zeichen des Dankes möchte ich Ihnen überreichen, das bisher nur zwölf Menschen erhalten haben. Gemessen an der Zahl ist es wertvoller als das Bundesverdienstkreuz ohne oder mit Band. Es ist die Goldene Münsternadel!

 

Tragen Sie sie mit Ehre. Wenn Sie von der Sonnenseite der Stadt auf die Skyline von Bonn schauen, dann sehen Sie den Turm des Münsters. Bleiben Sie uns verbunden!

 

Datei-Anhänge:

Zurück