Schäden und Maßnahmen im Inneren

Auch im Innenbereich sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich, die die Behebung statischer Defizite (Risssanierung), die Renovierung sämtlicher Oberflächen sowie restauratorische Maßnahmen an den Malereien und der sakralen Ausstattung umfassen.

 

 

Vorbereitende Maßnahmen und Schließung des Bonner Münsters

Die Orgel muss für die Arbeiten in Teilen demontiert und fachgerecht eingehaust werden. Feste Ausstattung wie Altäre werden ebenfalls mit einer Schutzkonstruktion versehen, lose Ausstattung wie Bilder, Figuren und Bänke werden von Fachfirmen eingelagert.

 

Das gesamte Bonner Münster wird über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren geschlossen, bis die Arbeiten beendet sind (Siehe Schließung)

 

Restauratorische Arbeiten

Die Wandmalereien in den Querschiffen und im Hochchor sowie das Deckengemälde in der Apsis sind im Wesentlichen in gutem Zustand. Die Malereien werden gereinigt und Fehlstellen ausgebessert. Im Bereich von Rissen werden die Maßnahmen je im Einzelfall festgelegt.

 

Der Zustand des Apsismosaiks kann erst nach Einrüstung festgestellt werden. Augenscheinlich sind keine größeren Schäden oder Risse sichtbar. Das Mosaik wird gereinigt und, falls erforderlich, ausgebessert. Im Zuge der weiteren Abstimmungen ist festzulegen, ob eine Gesamtbestandsaufnahme des Mosaiks erfolgen soll. Die Bodenmosaike im Hochchor weisen hingegen Fehlstellen und Rissschäden auf, die ausgebessert werden müssen.

 

Altäre und Sakramentshaus werden fachgerecht gereinigt. Eine Restaurierung der Ölgemälde ist nicht vorgesehen. Deren Zustand sollte im weiteren Planungsprozess begutachtet werden.

 

Maßnahmen Ostkrypta

Die Ostkrypta wurde bereits 2006 teils saniert. Teile der Wandflächen wurden zur Behebung von Feuchteschäden mit einem Sanierputz versehen, die Säulenbasen wurden entsalzt. Die zum damaligen Zeitpunkt durchgeführten Maßnahmen waren wirksam, es sind zumindest in diesen Bereichen keine neuen Schäden aufgetreten.

 

Trotzdem wurden teils Ausblühungen im Boden entdeckt, an den seitlichen Natursteinbänken und an den Säulenbasen gibt es sichtbare aufsteigende Feuchtigkeit. Sie sind mit vertretbarem Aufwand nicht zu beheben. Absandende Stellen werden daher abgebürstet. In Einzelfällen können auch Entsalzungsmaßnahmen erforderlich sein.

 

Die Oberflächenschicht des Bodenbelags muss abgenommen und beschädigte Platten ausgetauscht werden. Putz- und Anstrichschäden aus alten Feuchteeinträgen werden ausgebessert und ein neuer Anstrich aufgebracht.

 

Maßnahmen Treppenerschließungen

Osttürme und Vierungsturm sind zurzeit unzulänglich erschlossen. Einzelne Ebenen sind nur über lange Leitern erreichbar. Schäden wurden kartiert, ein Vorschlag für Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet, die im Zuge der Sanierung umgesetzt werden sollen. Wo möglich werden die vorhandenen Treppen erhalten und ggf. repariert.

 

Im Vierungsturm wird die Leitererschließung in den Glockenstuhl (unterste Ebene) durch eine Treppe ersetzt. Bei den regelmäßig erforderlichen Wartungsarbeiten an den Glocken ist die Verbesserung der Zugangssituation in diesem Fall sinnvoll und notwendig.

Eine Treppenerschließung in den Osttürmen auf allen Ebenen wäre nur mit sehr aufwändigen Eingriffe möglich und nicht vertretbar.

 

Haustechnische Installationen

Ein „Bild des Schreckens“ gibt es bei den haustechnischen Installationen, insbesondere der Elektrik. Das Fazit dort: Veraltet, falsch verlegt und vor allem längst nicht mehr sicher. So gibt es teils Stromkabel ohne Isolierung. Schaltanlagen entsprechen teils keiner Vorschrift, Leitungen liegen offen.

 

Weil mit Nachbesserungen oder Austausch einzelner Gerätschaften bzw. Leitungen der Gesamtzustand der Technik nicht fachgerecht hergestellt werden kann, muss die gesamte Elektrotechnik erneuert und neu aufgebaut werden.

Heizung
Die Kirchenheizung muss saniert werden. Im Detail bedeutet dies eine Erneuerung des Heizgeräts, eine Sanierung der Betonluftkanäle, eine neue Isolierung der Anlagenteile sowie eine Automatisierung der Anlage.

Eingriffe in Boden und Wände

Für die gesamten Arbeiten und die Trassenführung der haustechnischen Installationen sind bauliche Eingriffe in

Boden und Wänden erforderlich.

 

Die im Kirchenraum bestehenden Installationsgräben werden auch für die künftige Trassenführung genutzt, müssen aber in Anschlussbereichen ergänzt werden. Die dafür erforderlichen Bodenöffnungen und Herstellung der Gräben müssen archäologisch begleitet werden. Im Bereich des südlichen Westturms wird ein Steigeschacht für die Trassenführung Elektro bis ins Dach geführt.

 

Die Trassenführung zwischen neuem Elektro-Hausanschlussraum und den vorhandenen Schächten in der Kirche erfolgt im Außenbereich durch den Kreuzganghof. Auch hier ist mit archäologischen Funden zu rechnen und eine entsprechende Genehmigung und fachliche Begleitung erforderlich. Der Denkmalschutz ist in alle Bereiche eingebunden.

Beleuchtung

Wie zu Beginn beschrieben, ist die Lichtsituation in der Kirche nicht mehr zeitgemäß. Nur maximal 30 Lux erreichen die Besucher an den Kirchenbänken. Gerade für viele Menschen mit schlechteren Sehfähigkeiten ist es daher kaum mehr möglich, das Gotteslob zu entziffern.

Zudem gibt es Schwierigkeiten, geeignete Leuchtmittel zu finden.

 

Raumakustik

Ebenso gibt es bei der Raumakustik Verbesserungsbedarf. Die Anlagen entsprechen nicht mehr den Standards, sind zudem nicht ausreichend im Sinne der Barrierefreiheit.

Auch fehlen Induktionsschleifen im Bonner Münster vollständig.