Zustand ist besorgniserregend

Bonner Münster bedarf einer grundlegenden Sanierung
18. September 2014; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

BONN. Das Bonner Münster bedarf einer grundlegenden Sanierung. Dies ist ein Ergebnis der derzeit laufenden Bauanalyse, die zahlreiche Schäden am Mauerwerk und marode Technik festgestellt hat.

 

„Was wir mit bloßem Auge bisher gesehen haben, ist doch schlimmer als wir es ahnten“, kommentierte Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher den Bericht von Dr. Ägidius Strack. Der Experte für Bauwerkssanierung erstellt derzeit im Auftrag des Kirchenvorstands eine umfassende Analyse und Bestandsaufnahme. Strack zeigte sich überrascht über die Anzahl der Risse. Für eine Sanierung müsse man aber Herkunft und Qualität der Schäden ermitteln, was aufgrund fehlender Baudokumentationen sehr schwierig ist. „In diesem Zusammenhang ist es zum Beispiel auch ein Rätsel, warum nachträglich eingebaute Stahlbeton-Ringanker nicht fertig gestellt wurden“, so Strack.

 

Auch die Fassade habe vor allem im oberen Bereich stärker ausgeprägte Schadensbereiche, erläuterte Strack. Noch nicht abschließend begründete Feuchteschäden im Innenbereich seien derzeit zwar eine geringe Gefahr für die Bausubstanz, müssten aber dennoch behoben werden.

 

Der Stadtdechant zeigte sich erschrocken über die stetig steigende Zahl an Schäden. Der Zustand sei zwar noch nicht dramatisch, aber besorgniserregend. „Wöchentlich erreichen uns neue Hiobsbotschaften, die zeigen, dass es gut war, mit dieser grundlegenden Analyse zu beginnen.“

 

Weitere große Probleme gibt es bei der Haustechnik der Basilika. „Die elektrotechnischen Anlagen im Kirchengebäude genügen durchweg nicht den nutzungs- und sicherheitstechnischen Anforderungen“, erläutert der Experte. Hier sei auch aus energetischen Gründen eine Sanierung ebenso notwendig wie bei der veralteten Heizungsanlage. Insgesamt ist für Ägidius Strack „eine alsbaldige Sanierung unumgänglich.“

 

„Welchen Umfang die Sanierung derzeit haben wird, können wir noch nicht abschätzen“, so Martin Helmer, zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Hierzu müsse man die Analyse abwarten, bevor eine Planung erstellen und dann mit der Sanierung beginnen könne. Derweil wolle sich der Kirchenvorstand aber intensiv mit den Herausforderungen auseinandersetzen und sich sachkundig machen. So werde beispielsweise man in Hildesheim Erfahrungen einholen, wo zuletzt der dortige Dom bei einer grundlegenden Sanierung sogar vier Jahre geschlossen war. „Ob eine Schließung des Münsters notwendig ist, können wir jetzt noch nicht sagen, wollen sie aber auch nicht ausschließen, wenn die Fachleute dies für notwendig erachten“, erläuterte Helmer. „Auch zu den Kosten könnenwir derzeit noch nichts sagen, wobei wir mit einer mindestens siebenstelligen Summe rechnen.“

 

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