Im Hochchor wird fleißig geputzt und erneuert

Fresken und Mosaike werden restauriert
27. März 2020; Sebastian Eckert

Steht man aktuell vor dem Apsismosaik des Hochchors, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Prächtig strahlen und glitzern die vielen Mosaiksteine im Licht der Bauleuchten. Doch fertig sind die Restauratoren am Bonner Münster noch lange nicht: Sie müssen nicht nur die Fresken und Bilder im Chor-, sondern im gesamten Innenraum des Bonner Münsters wieder in Schuss bringen. 


Wie aufwendig dies ist, kann man anhand der Apsismosaiken bereits erkennen. Dort wurden Fehlstellen und die teils hastig durchgeführten Arbeiten vergangener Jahrzehnte fachmännisch ausgebessert und Risse verpresst. Anschließend wurden, Stein für Stein, die Löcher wieder gefüllt. Die Ersatzsteine stammen aus einer Manufaktur aus Berlin. 


Auch die bekannten Fresken im Hochchor werden vorsichtig gesäubert - mit Radierern und Spezialflüssigkeiten. Vorallem Kerzenruß hat sie matt und unansehnlich werden lassen. Dass sie später dennoch nicht so glänzen werden wie die Apsis, hat historische Gründe: Vor einigen Jahrzehnten wurden die Flächen sandgestrahlt, damit sie „mittelalterlicher“ wirken. 


Statische Sicherungen
Die Arbeiten im Innenraum finden  dabei parallel zu den statischen Sicherungsmaßnahmen im Außenbereich statt. Dies ist einer der wichtigsten Punkte für die Sanierung zum Erhalt der Kirche.   


Vorsichtig setzen die Fachleute erschütterungsfrei Kernbohrungen durch das Mauerwerk, um Langhaus- und Ostchorwände neu zu verankern. Im Hochchor und der Apsis hatten sich zahlreiche Risse in den Gewölben sowie ein markanter Riss in der Außenwand der Apsis gezeigt. Deshalb wurden und werden Verankerungen in die Gurtbögen des Hochchores eingebaut. 


Doch von außen werden nicht nur statische Maßnahmen vorgenommen. Auch die Arbeiten rund um die Natursteinsanierung des Mauerwerks an der Ostfassade und den Flankentürmen gehen weiter. Dort wird nahezu jeder Stein einzelnd geprüft, aufgearbeitet oder bei Bedarf ausgetauscht. Die Gerüste werden uns noch bis zum Ende der Generalsanierung erhalten bleiben: Sie „wandern“ um das Bonner Münster herum. Zuletzt wird die Westfassade der Basilika saniert. 

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