Bonner Münster öffnet Anfang November 2021

Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken stellt Änderungen im Bauablauf vor
11. September 2020; Ayla Jacob (ayla.jacob@katholisch-bonn.de)

Die Arbeiten am Bonner Münster sind in vollem Gange

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Der Innenraum des Bonner Münsters Stadtdechant Dr. Picken im Gespräch zur Generalsanierung Die Sanierung des Bonner Münsters geht weiter Ein Gerüst verhüllt derzeit das Bonner Münster Der Blick vom Gerüst des Bonner Münsters

In den nächsten Tagen wird das Bonner Münster komplett eingerüstet werden. Grund dafür sind Änderungen im Bauablauf. Ziel ist es nun, innen und außen gleichzeitig zu arbeiten. Denn nur so kann gewährleistet werden, dass die Basilika schneller wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann – voraussichtlich im November 2021. „Würden wir an dem Plan festhalten, das Innere des Münsters erst dann auf den neuesten Stand zu bringen, wenn die Außenarbeiten erledigt sind, müssten wir noch sehr lange auf Gottesdienste, Taufen oder auch Kommunionfeiern in der Basilika verzichten“, stellt Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken fest. 

 

In der Folge wird die Sanierung voraussichtlich rund 800 000 Euro teurer werden, als bisher geplant. Das liegt zum einen an der Sanierung der Fassade, die sich schwieriger und umfangreicher gestaltet als zunächst angenommen. „Durch eine vorher gegangene Sanierung der Fugen mit einem ungeeigneten Mörtel (Zement), sind sowohl die Fugen als auch die Fassadensteine deutlich stärker geschädigt, als zunächst erkennbar war“, erklärt Monika Skudelny vom Projektsteuerungsbüro Dr. Ägidius Strack. Auf Grund dessen muss eine größere Anzahl der Fassadensteine – vor allem aus dem ursprünglich verbauten, eher grobporigen Römertuff – ausgetauscht oder ergänzt werden. Die Verfugung der Fassaden wird nahezu komplett erneuert.

 

Ein weiterer Grund für die steigenden Kosten sind die Konservierung und die Restaurierung der Ausstattung des Münsters, darunter Kunstwerke und Altäre, die umfangreicher werden als gedacht. Darüber hinaus, so erklärt Picken, ist es unerlässlich, den Stadtpatronealtar zu versetzen. „Eine Alternative zu dieser Maßnahme gibt es nicht“, sagt der Stadtdechant. Direkt gegenüber dem Eingang soll er seinen neuen Platz finden. Da er aber zwischen acht und zehn Tonnen wiegt, ist es zwingend erforderlich, eine Stahlmatte in der Basilika-Wand zu verankern, an der sein Gewicht befestigt wird. Um die Mehrkosten aufzubringen, erhält die Gemeinde Unterstützung vom Münster-Bauverein.

 

Im ersten Schritt soll das Bonner Münster Anfang November 2021 wieder geöffnet werden. Die Orgel wird sich dann zwar in der Basilika befinden, aber noch nicht intoniert sein, sagt Picken. Damit rechnet der Stadtdechant im April oder Mai 2022. Ende 2022 dann werden voraussichtlich auch die Arbeiten an der Außenfassade beendet sein. 

 

Die Basilika, ein Wahrzeichen der Stadt, ist seit drei Jahren geschlossen. Derzeit läuft der Austausch der Steine, auch die statische Sicherung des Münsters steht auf dem Programm. Diese ist notwendig, da die Gewichtslast auf das Gewölbe größer ist als dessen Tragfähigkeit. „Die Mauern werden quasi auseinandergedrängt“, erklärt Picken. Infolgedessen erhöht sich der Druck auf das Gewölbe erneut. Um diesen Prozess zu durchbrechen, werden Stahlanker durch das Gewölbe getrieben und verplombt. Durch die Sicherungsmaßnahmen kann der Status Quo erhalten werden. 

 

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