Rund 4500 Kinder und Erwachsene waren Licht wie Sankt Martin

Großer Bonner Martinszug zog durch die Bonner Innenstadt – Breite Unterstützung im Vorfeld
13. November 2018; Sebastian Eckert (sebastian.eckert@katholisch-bonn.de)

BONN. Mit bunten Laternen und Martinsliedern: Etwa 1500 Kinder in zwölf Fuß- und sechs Musikgruppen zogen beim großen Bonner Martinszug durch die Innenstadt. Geschätzt 3000 Zuschauer standen am Wegesrand des Zugs, der zu den größten des Rheinlands gehört.

 

Der große Bonner Martinszug startete um 17.15 Uhr am Münsterplatz und zog durch die Innenstadt (Münsterplatz, Remigiusstraße, Remigiusplatz, Acherstraße, Dreieck, Münsterplatz, Windeckstraße, Bottlerplatz, Vivatsgasse, Sternstraße, Markt). Mit dabei der Heilige Martin, dargestellt von Martin Heide auf dem Pferd, und Klaus Lang als Bettler.

 

Erstmals zeigte der große Bonner Martinszug auch den Lebensweg des Heiligen Martins: Ritt er am Anfang noch als römischer Soldat vorneweg, war er am Feuer als Bischof zu sehen.

 

Auch das Bonner Münster war in Miniaturform im Zug vertreten und wurden von den Münster-Ministranten getragen. Überraschenderweise fehlte der Gänsewagen, der traditionell von Schülerinnen und Schülern der Gymnasien in der City gezogen wird: Er hatte einen Schaden. Die Gänse erinnern daran, dass Martin, als er zum Bischof gewählt wurde, damit nicht einverstanden war und sich in einem Gänsestall versteckt hatte. Keine gute Idee, denn das Federvieh verriet das Versteck und kurze Zeit später war Martin Bischof von Tours

 

Mantelteilung am Sterntor
Am illuminierten Sterntor stieg der Soldat Martin von seinem Pferd, um die Mantelteilung vorzunehmen, während die Kinder daran vorbeizogen. Es war einer der Höhepunkte für viele Kinder „Da sind Martin und der Bettler!“ riefen sie, oder begrüßten die beiden, die am mittelalterlichen Stadtor die Mantelteilung zeigten, mit einem „Hallo Martin.

Licht sein wie Sankt Martin


In diesem Jahr standen die Martinsaktion und der große Bonner Martinszug unter dem Motto „ Licht sein wie Sankt Martin.“ „Dabei ist viel mehr gemeint, als nur mit bunten Laternen durch die Straßen zu ziehen und den Rest des Jahres den Heiligen Martin einen guten Menschen sein zu lassen. Vielmehr soll er uns allen ein Vorbild sein in seiner tätigen Nächstenliebe und uns darauf aufmerksam machen, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen und unkompliziert zu helfen, wo es nötig ist“, bemerkt Sebastian Stiewe, Projektleiter des Martinszuges.

 

Dankeschön an Helfer und Organisatoren
Der Zug und die vielen Veranstaltungen der Martins-Aktion wären nicht möglich gewesen ohne die unzähligen engagierten Menschen, bei den sich der stellvertretende Stadtdechant Bernd Kemmerling herzlichst bedankt. 65 ehren- und hauptamtliche Helfer kümmerten sich um Organisation und Durchführung des großen Bonner Martinszugs. Hinzu kamen Feuerwehr, Malteser und Polizei. Als kleines Dankeschön gab es für alle Helfer nach dem Zug ein kleines Fest im Münster-Carré, gemeinsam mit Bürgermeister Limbach, dem stellvertretenden Stadtdechanten Bernd Kemmerling und Pfarrer Alfons Adelkamp vom Bonner Münster.

 

Martin besucht Schulen, KiTas, Altenheime und Kliniken

In den Tagen vor dem Martinszug besuchte Sankt Martin traditionell Kitas, Schulen, Kinder- und Altenheime sowie Krankenhäuser. Viele der Kinder hatten sich im Unterricht auf den Besuch vorbereitet und konnten Fragen beantworten, andere hatten gar ein Theaterstück eingeübt. Sehr bewegend war der Besuch der Kinderklinik Bonn. Die „grünen Damen“, ehrenamtlich Tätige des Krankenhauses, hatten ihn eingeladen. Im Vorfeld hatten sie bereits unzählige Laternen gebastelt und alle Stationen damit geschmückt. Herzlich empfingen sie die beiden und sangen Martinslieder.

 

Viele der kleinen Patienten, Eltern und Mitarbeiter erwarteten ihn mit Laternen in der Eingangshalle. Für die teils schwerkranken Kinder war es die einzige Möglichkeit, in diesem Jahr an einem Martinszug teilzunehmen, und entsprechend freuten sie sich über den Besuch. Begleitet von einem Gitarrenspieler und Martinsliedern zog der kleine Martinszug über das Klinikgelände und die Stationen. Der Martin überreichte immer wieder den kleinen begeisterten Patienten, Eltern und Mitarbeitern ein kleines Heft über Sankt Martin oder Martinswecken in der Martinstüte des Bonner Münsters und zauberte ihnen damit ein Lächeln ins Gesicht.

 

Martinszug ist Brauchtum auch in Bonn – personelle und finanzielle Unterstützung durch alle Gesellschaftsschichten


Die Martinsaktion und der große Bonner Martinszug konnten in diesem Jahr auf eine breite Untersetzung aus der Bonner Bevölkerung setzen. So unterstützten viele Helfer den Martinszug und die Martinsaktion. Auch finanziell gab es eine gute Beteiligung: Rund 35 private Spender unterstützen die Finanzierung, die in diesem Jahr erstmals auch auf Crowdfunding setzte.

 

Dazu kamen vier Großspenden und ein Sponsoring: Die Sparkasse KölnBonn finanziert mit über 2000,00 Euro den fehlenden Betrag bei den Musikkapellen sowie drei Martinspatenschaften. Der Süßwarenhersteller Haribo mit Bonner Wurzeln spendet 5000,00 Euro für den Martinszug und die Martinsaktion. Im Vorfeld waren bereits Spenden und Sponsorings eingegangen, unter anderem von der Bezirksvertretung Bonn, dem Gemeindeverband Bonn, dem Unternehmen Knauber, der Fassbender – Stiftung Alfter und der Firma Udelhofen Immobilien.

  

Spendengelder, die übrig bleiben, fließen zweckgebunden auf ein Martinskonto und kommen vollständig der Martinsaktion des nächsten Jahres zugute.


Projektleiter Sebastian Stiewe von der Katholischen Citypastoral am Bonner Münster freut sich über das Engagement der zahlreichen Helfer und die vielfältige Spendenbereitschaft. „Der große Bonner Martinszug ist ein stadtgesellschaftliches Ereignis, das von einer kleinen Kirchengemeinde und der Citypastoral am Bonner Münster organisiert wird. Er ist kein Selbstzweck. Das was wir und die unzähligen Ehrenamtlichen auf die Beine stellen ist alles für die Kinder. Rund 1500 Kinder und doppelt so viele Erwachsene freuen sich jedes Jahr darauf. Mit dem Martinszug erinnern sie an das Wirken des Heiligen Martins, an das Gute im Menschen, und dass Teilen verbindet. Ganz nach dem Motto: ‚Geteilte Freude ist doppelte Freude‘.“

 

„Wir danken Haribo, der Sparkasse KölnBonn, der Bezirksvertretung Bonn, dem Katholischen Gemeindeverband, Knauber und allen anderen Spendern, die mit ihrem Beitrag den diesjährigen großen Bonner Martinszug und die Martinsaktion ermöglicht haben. Dies zeigt, wie fest verankert der Martinszug in der Bonner Bevölkerung, bei Bonner Unternehmen und Akteuren ist und wie sehr er von allen wertgeschätzt wurde. Wir sind froh, dass mit den jetzigen und noch kommenden Spenden bereits ein Grundstein für die kommende Martinsaktion gelegt wurde.“

   

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