Dr. Wolfgang Picken

Stadtdechant und Bonner Münster-Pfarrer

Biografische Eckdaten, wichtige Stationen

  • 1967 geboren, Studium in Bonn, Rom und Köln Katholische Theologie, Philosophie sowie Politik- und Sozialwissenschaften. Weitere Studien als Seminarist im römischen "Collegium Germanicum et Hungaricum". Begleitend erste journalistische Tätigkeiten, unter anderem bei Radio Vatikan.
  • Diakonat im Siegburg, St. Servatius, bis 1993.
  • 1993 Priesterweihe durch Erzbischof Kardinal Meisner es folgen Stellen als Kaplan in den Pfarreien St. Nikolaus, Bensberg und St. Joseph, Moitzfeld in Bergisch Gladbach.
  • 2004 Promotion in Politikwissenschaften.
  • Seit November 2004 Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Andreas und Evergislus in Bonn-Bad Godesberg, auch Rheinviertel genannt.
  • 2005 Gründung der „Bürgerstiftung Rheinviertel“.
  • 2008 Ernennung zum Dechanten des Dekanats Bad Godesberg durch Kardinal Meisner. Das Amt endet 2016 mit der Abschaffung der Dekanate im Erzbistum Köln.
  • 2012 zusätzliche Ernennung zum Pfarrer von St. Marien und St. Servatius, genannt Burgviertel, 2013 zum Pfarrer von St. Martin und Severin, genannt Südviertel.
  • Nach Zusammenlegung von Rheinviertel, Burgviertel und Südviertel in einen Seelsorgebereich seit 2013 Pfarrer von Bad Godesberg.
  • 2015 Gründungsimpuls „Runder Tisch Flüchtlingshilfe Bad Godesberg“.
  • 2016 Initiierung/Mitgliedschaft „Runder Tisch Gewaltprävention“ der Stadt Bonn.
  • 2017 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Otto-Benecke-Stiftung.
  • 2018 Ideengeber für bundesweites Flüchtlingshilfe-Pilotprojekt „Partizipation und Demokratisierung“.
  • 2019 Einführung in das Amt des Stadtdechanten von Bonn und des Pfarrers der Münsterbasilika St. Martin zu Bonn
  • 2019 Vorsitzender des Caritasrates Bonn
  • 2019 Vorstandsmitglied der „Münsterstiftung Bonn“
  • 2019 Ehrenvorsitzendes auf Lebenszeit des Kuratoriums der „Bürgerstiftung Rheinviertel“
  • 2019 Pfarrverweser der Kirchengemeinde St. Petrus, Bonn
  • 2019 Empfang des Bundesverdienstkreuzes
  • 2019 Delegierter des Priesterrates im Erzbistum Köln für den synodalen Weg der Katholischen Kirche in Deutschland
  • 2020 Pfarrer der Kirchengemeinde St. Petrus, Bonn

 

In den Medien präsent:

Einführung - Interview GA

WDR Unterwegs mit Dr. Wolfgang Picken

Stadtdechant in BamS zu der Frage: „Braucht es eine neue Botschaft!“

Stadtdechant erhält Bundesverdienstkreuz 

Stadtdechant zu Gast in der WDR Lokalzeit Bonn

2020-01-09 Stadtdechant beim DOMRADIO im Interview

 

Themenschwerpunkte, inhaltliche Orientierung

Zu den Schwerpunkten und Projekten von Dr. Wolfgang Picken gehören:

 

Die Kinder- und Jugend-Pastoral, die Messdienerarbeit und die Einzelbegleitung sowie die Sterbe- und Trauerseelsorge stehen im Mittelpunkt seines seelsorglichen Wirkens. Mit der Ernennung zum Pfarrer der Basilika St. Martin hat Dr. Picken in der Münstergemeinde die Erstkommunionvorbereitung wieder aufgenommen und sich dem Aufbau der Familienpastoral und der Messdienerschaft gewidmet. Als Pfarrer von Bad Godesberg gründete er 2009 die „Walter-Möhren-Kindertagesstätte von St. Georg“ und den ersten Inklusionskindergarten der Region. Es folgte die Gründung des „Kindergartennetzwerkes Bad Godesberg“, des „Heilpädagogischen Beratungs- und Förderdienstes“ und der „Akademie Bad Godesberg“. 

 

Darüber hinaus setzt Dr. Picken im Bonner Münster geistliche Akzente, zum Beispiel mit Predigten in der Fasten- und Adventszeit als Teil von Predigtreihen. Die Tradition solcher Predigtreihen pflegte er bereits als Pfarrer von Bad Godesberg. Ein herausragendes geistliches Ereignis für Bad Godesberg waren die von ihm begründete „Bad Godesberger Wallfahrt“, an der jedes Jahr bis zu 1500 Gläubige teilnahmen. Darüber hinaus bietet Picken bis heute als Pilgerleiter und geistlicher Begleiter Pilgerreisen und Wallfahrten ins Ausland an.

 

Wichtig ist Dr. Picken das Engagement als Sterbe- und Trauerbegleiter in der Hospizbewegung. Er ist Verfasser des 2000 erschienen Buches „Abschied nehmen vom Leben“. Dr. Picken absolvierte eine Fortbildung zum Trauer-, Verlust- und Hinterbliebenenbegleiter. 2001 gründete Picken in Bergisch Gladbach Refrath das erste „Integrierte Hospiz“ in der Altenpflege, zwei weitere folgten in Bad Godesberg. Die „Integrierten Hospize“ wurden mit dem „Altenheim Zukunftspreis 2009“ ausgezeichnet. Er ermöglichte einen „ambulanten Palliativdienst“ für Bad Godesberg. 2019 gab er den Gründungsimpuls für eine „Ambulanten Demenzhilfe“. 2005 stiftete Dr. Picken die „Bürgerstiftung Rheinviertel“, die bis heute Hospiz- und Sterbebegleitung ermöglicht, Kindertagesstätten unterhält, Jugendarbeit ermöglicht und weitere soziale Projekte unterstützt. Auch widmet sie sich intensiv dem Thema der „Inklusion“. Die Stiftung konnte zu einem von Bürgern getragenen Sozialunternehmen herangewachsen. Mit dem Dienstantritt als Stadtdechant von Bonn ist er aus dem Vorstand ausgeschieden und wurde zum Ehrenvorsitzender des Kuratoriums auf Lebenszeit ernannt. Seit dem Amtsantritt als Münsterpfarrer ist er Vorstandsmitglied der „Münster-Stiftung“. Die ursprünglich für bauliche Erfordernisse der Münsterkirche gegründete Stiftung soll auf seine Initiative hin ihre Zwecke um soziale und pastorale Aufgaben in Münstergemeinde und Stadtpastoral erweitern.

 

Seine Aufmerksamkeit findet auch die Sorge um Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund. Dr. Picken ist Beiratsmitglied der Otto-Benecke-Stiftung. 2018 fungierte er als Ideengeber für das in der Flüchtlingshilfe bundesweite Pilotprojekt „Partizipation und Demokratisierung“, an dem Bundes- und Landesministerien, die Stadt Bonn und die Otto-Benecke-Stiftung beteiligt sind. 2019 ernannte er eine Integrationsbeauftrage für das Stadtdekanat Bonn. Zeitgleich nahm er Planungen für ein Ausbildungsprogramm in Entwicklungsländern auf, das nach Deutschen und Europäischen Standards und in deutscher Sprache erfolgen soll. Bereits im Herbst 2015 gab Picken als Pfarrer von Bad Godesberg den Impuls zur Gründung des „Runden Tischs Flüchtlingshilfe Bad Godesberg“ und moderierte bis zu seinem Amtswechsel das zugehörige Netzwerk.

 

Wichtig für Dr. Picken ist die direkte Hilfe für Bedürftige und Ratsuchende. Seit seiner Ernennung zum Stadtdechanten von Bonn ist er Vorsitzender der Caritasrates der Stadt Bonn. In dieser Funktion verantwortet er das Wirken und die Weiterentwicklung der verbandlichen Caritasarbeit in der Stadt. Auf seine Initiative geht die Planung für ein Caritasportal zurück, das zukünftig als niederschwellige Erstanlaufstelle für Hilfe- und Ratsuchende auf dem Gelände des Bonner Münsters seine Arbeit aufnehmen wird. Ähnliche Akzente setzte er bereits als Pfarrer von Bad Godesberg. Zum Dreikönigsfest 2016 eröffnete Dr. Picken den „Suppenhimmel“ in der Godesberger Innenstadt, einen kostenfreien Mittagstisch an jedem Werktag. Auch die Gründung des „Soziallotsenpunkts“ im Zentrum des Bad Godesberger Stadtbezirks ging auf seine Initiative zurück.  Dr. Picken ist auch Mitglied des „Runden Tisches zur Gewaltprävention“ in Bonn. Er wurde auf seine Initiative hin vom Bonner Oberbürgermeister ins Leben gerufen und entwickelt ein stadtweites Präventionskonzeptes gegen Gewalt. Pickens Initiative war Konsequenz aus dem gewaltsamen Tod von Niklas P. in Bad Breisig (2016), dessen Familie er als Seelsorger begleitet.

 

Auch die Förderung des Ordenslebens liegt Dr. Picken am Herzen. 2022 wird sich eine Franziskanerkommunität zusammen mit der Missionszentrale des Ordens am Bonner Münster niederlassen. Als Stadtdechant besuchte er in den ersten Amtswochen alle Ordensgemeinschaften in Bonn und begründete einen Ordensrat für die Stadt Bonn. Als Pfarrer von Bad Godesberg initiierte er zuvor neun Klosterniederlassungen im Seelsorgebereich.

 

Als Pfarrer des Bonner Münsters verantwortet er die Generalsanierung des Bonner Münsters. Im Oktober 2021 kam es zur Wiedereröffnung der Basilika, nachdem sie vier Jahre geschlossen bleiben musste. Kurz vorher wurden Krypta und Kreuzgang der romanischen Stiftsanlage fertiggestellt. Die Steinsanierung der Basilika wird voraussichtlich bis 2023 fortgesetzt. Auch als Pfarrer von Bad Godesberg betreute Dr. Picken zahlreiche Um- und Neubauten. Mehrere Pfarrheime, Kindergärten und Gemeindeimmobilien wurden saniert und erweitert, um sie modernen Standards anzupassen. An der Godesberger Marienkirche entstand das Pastoralzentrum Bad Godesberg. Die Kirchen St. Hildegard und St. Evergislus wurden renoviert. Das Mausoleum von Carstanjen wurde vollständig restauriert und in eine Urnengrabstätte umgewandelt.

 

Kennzeichnend für Dr. Picken ist die Entwicklung neuer pastoraler Konzepte und Ideen, mit denen die Kirche angemessen auf Veränderungen reagieren kann. Als Stadtdechant moderiert er seit 2019 den „Pastoralen Zukunftsweg“ im Stadtdekanat Bonn. Die Bonner Gemeinden bildeten in Zuge dessen fünf Sendungsräume und haben einen Prozess der geistlichen und pastoralen Erneuerung begonnen. Das Bonner Projekt ist Pilotprojekt im Erzbistum. Für die Stadtpastoral in Bonn und die Münstergemeinde entwickelte Dr. Picken die Idee einer Kirche, die sich als Dialog- und Begegnungsraum in der Stadt versteht. Zum Programm gehören eine Vielzahl an geistlichen und liturgischen Formaten, sowie Kooperationen mit Institutionen aus dem Bereich Kunst, Kultur und Wissenschaft. Mit der Eröffnung des Münsters wurde die Ausstellung „Licht und Transparenz“ mit Werken von Bonvicini, Neudecker, Mack, Cragg und Richter präsentiert. Weitere Ausstellungen sollen folgen. Ferner entstanden Zusammenarbeiten mit dem Theater Bonn, dem Beethovenorchester und dem Beethovenfest. Gemeinsam mit der evangelischen Kirche in Bonn, sowie den beiden theologischen Fakultäten an der Bonner Hochschule ist das „Münster-Symposium“ in Planung. Das ökumenische Projekt wird jährlich zu einem wissenschaftlichen Dialog über ethisch relevante Fragen in die Münsterbasilika einladen. Hinzu kommen die Ansiedlung des jugendpastoralen Zentrums, des Caritasportals und der Missionszentrale der Fransikaner am Bonner Münster. 2020 führte Dr. Picken die Rendanturen Siegburg, Rheinbach, Euskirchen und Bonn zur „Regionalrendantur Süd“ zusammen. Bereits als Pfarrer in Bad Godesberg stieß er Strukturveränderungen und unter dem Leitwort „Gemeinde im Aufbruch“ eine pastorale Dynamik an. 2005 führte er seine beiden Pfarreien zur Gemeinde im Rheinviertel zusammen und gründete die Bürgerstiftung Rheinviertel. 2013 wurde er zusätzlich Pfarrer der beiden anderen Pfarreien in Bad Godesberg und führte sie zum „Seelsorgebereich Bad Godesberg“ zusammen, dem größten Seelsorgebereich im Erzbistum Köln.

 

2019 wählte ihn der Priesterrat einstimmig zu seinem Delegierten für den synodalen Weg der Katholischen Kirche in Deutschland.

 

Ausblick

Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken engagiert sich neben seiner Arbeit als Seelsorger weiter für eine Kooperation und Vernetzung aller Akteure in Gesellschaft und Politik, um gesellschaftliche und soziale Probleme zu lösen. Er hat dabei „eine neue Form von Zivilgesellschaft im Blick“.

 

Pickens Vision: „Der Separierung von Gesellschaft und der Einstellung ‚jeder für sich‘ müssen wir das Gemeinsame und ein neues ‚Wir‘ gegenüberstellen.“ Dabei sollten „Trennlinien zwischen Staat und Gesellschaft sowie zwischen Religionen und Konfessionen zugunsten eines Miteinanders aufgehoben werden“. Nachzulesen sind seine Analysen und Überlegungen in dem im Herbst 2018 erschienenen Buch: „WIR. Die Zivilgesellschaft von morgen. Mit einem Vorwort von Udo Di Fabio.“