Der Glocken-Klöppel

Über die Glocke hat Schiller ein Lied gedichtet. Doch die meiste arbeit hat doch eigentlich der Klöppel. Er ist so etwas wie die stählerne Zunge einer Glocke, die ihm erst den Ton verleiht.

 

Im Vergleich zur Glocke ist der Klöppel recht klein. Im Durchschnitt wiegt er nur vier bis fünf Prozent des Gewichtes. Das kann aber immer noch recht schwer sein. Ganz wichtig: Der Klöppel muss weich sein, damit die Glocke nicht beschädigt wird. Deshalb werden die Klöppel heute aus Edelbaustahl hergestellt.

 

Die optimale Arritierung und Aufhängung ist eine Kunst. Da kann es sein, dass der Klöppel mit der Glocke schwingt und nicht anschlägt oder so hart anschlägt, dass die Glocke dabei auf Dauer beschädigt wird. Damit es zu einem harmonischen Klang und einer guten gemeinsam Zeit zwischen beiden kommt, darf der Klöppel die Glocke "nur Küssen", wie die Fachleute sagen.

Während die Glocken viele hundert Jahre halten, verschleißt ein Klöppel in hundert Jahren... manchmal auch schneller wie 2014, als am Weihachtsmorgen vor dem Hochamt nach nur achtjähriger Tätigkeit der Klöppel der größten Münster-Glocke herausbrach.

 

1.100 Grad und mehrere Arbeitsgänge sind nötig um einen Klöppel in Form zu bringen. Während der Glockenguss zu höchsten literarischen Ehren kam, führt der Klöppel fast schon ein Schattendasein – aber was wäre die schönste Glocke ohne ihren Klöppel?