Stadtpastoral - Öffentlichkeitsarbeit

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Taufe des Herrn: Er geht uns Menschen voran

Am Sonntag feiert die Kirche ein Fest, das sich augenscheinlich erstmal so gar nicht an die weihnachtlichen Festtage einzureihen scheint: die Taufe des (erwachsenen) Jesus im Jordan durch Johannes den Täufer. Dorothy Gockel von der Stadtpastoral hat sich dazu Gedanken gemacht.

Am Sonntag feiert die Kirche ein Fest, das sich augenscheinlich erstmal so gar nicht an die weihnachtlichen Festtage einzureihen scheint: die Taufe des (erwachsenen) Jesus im Jordan durch Johannes den Täufer (Mt 3,13-17). Liturgisch gehört dieses Fest noch zum Weihnachtsfestkreis und bildet dessen Abschluss. Vor der Liturgiereform 1963 endete der Weihnachtsfestkreis, der den Advent miteinschließt, am Fest „Darstellung des Herrn“ am 2. Februar, auch „Maria Lichtmess“ genannt.

 

Die Weihnachtsbotschaft bezieht sowohl das neugeborene Kind in der Krippe als auch die Taufe Jesu im Jordan ein. In der Krippe zeigt sich Gott in der Gestalt eines armen, hilflosen Kindes. Gott wird Mensch. Er identifiziert sich mit uns, von Beginn des Lebens an. Die Erscheinung Gottes im Fleisch findet in Betlehem seine Erfüllung, wie es der Prophet Jesaja vorhergesehen hat: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht…Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt“ (Jes 9,1.5).

 

Johannes der Täufer taufte Jesus im Jordan, bis heute die wichtigste Süß- bzw. Trinkwasserquelle Israels (und Jordaniens). Der Jordangraben (Verlängerung des Großen Afrikanischen Grabenbruchs) liegt über 300 Meter unter dem Meeresspiegel und bildet den tiefsten Abgrund der Erde. Dies zeigt in bildhafter Weise, wie sehr sich der Sohn Gottes in das menschliche Leben hineinversenkt: Er taucht bei der Taufe tief in unsere menschliche Wirklichkeit ein, die geprägt ist durch Endlichkeit, Leid und Tod.

 

Er geht uns Menschen voran, so auch in der Taufe. So tief, so intensiv sich Jesus in das menschliche Leben hineinbegeben hat, so intensiv und tief ist auch seine Liebe zu uns Menschen, die im Kreuzestod gipfelt und seine Erfüllung findet. 

 

Dorothy Gockel

Stadtpastoral 

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