Citypastoral - Öffentlichkeitsarbeit

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Tag der Unschuldigen Kinder

Kurz nach Weihnachten begeht die Kirche den "Tag der unschuldigen Kinder" und erinnert damit an den biblisch überlieferten Kindermord in Bethlehem. Es ist gut, dass dieser Tag uns aus der weihnachtlichen Stimmung herausreißt, findet Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher

Mitten hinein in die weihnachtliche Stimmung platzt der Tag der Unschuldigen Kinder. Er erinnert an die biblische Überlieferung vom Kindermord in Bethlehem, durch den der machtgierige König Herodes verhindern wollte, dass Jesus überlebt. Es ist Tag des Gedenkens für die Opfer damals. - Und für die Opfer von heute; die Totgeprügelten, die Überfahrenen, die von Granaten Zerrissenen, die im Mittelmeer Ertrunkenen und auf der Flucht gestorbenen und für die, denen Gewalt angetan wurde.

 

Es ist ein Tag der Mahnung für uns: Warum gelingt es uns nicht eine Welt zu gestalten, in der Kinder nicht zu Kanonenfutter werden, in der Kinder niemals für den Vorteil anderer leiden müssen, in der Kinder weder ihre Würde noch ihre Gesundheit aufs Spiel setzen müssen?

 

Solange uns das nicht gelingt, ist es wichtig, dass uns dieser Tag aus der weihnachtlichen Stimmung herausreißt.

 

Mgsr. Wilfried Schumacher

Stadtdechant von Bonn

 

 

Aus dem Evangelium des Evangelisten Matthäus

 

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: in Betlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige! Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land. Di


Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef auf und floh in der Nacht mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.

 

Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er sandte aus und ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren nicht mehr.

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