Citypastoral - Öffentlichkeitsarbeit

Stadtdekanat Bonn Gerhard-von-Are-Straße 5 53111 Bonn T 0228 98588 42 presse@katholisch-bonn.de

Sicherheit - wo finde ich sie noch?

Was ist Sicherheit und wo finde ich sie? Gegen den Verlust von Halt und Orientierung kann man sich nicht versichern, findet Msgr. Wolfgang Bretschneider - und sagt, warum es für ihn doch Hoffnung gibt.

Ein Pfarrer aus Köln erzählte mir vor kurzem ein Erlebnis, das ihn tief beeindruckt hatte. Nach der Werktagsmesse kam eine Frau auf ihn zu und sagte: “Herr Pfarrer, können Sie mich mal drücken? Mein Mann ist vor 3 Monaten gestorben und seitdem bin ich so allein und weiß auch nicht mehr, woran ich mich halten soll.“

 

Das war eine Klage, die tief aus dem Herzen kam. Einsamkeit, oft verursacht durch Verunsicherung! Finanzkrisen, Anschläge und Terrorattacken, Korruption, populistische und nationalistische Bewegungen, fake news, die selbst von hochrangigen Politikern in die Welt gesetzt werden. Und selbst die Kirchen haben viel von ihrer Glaubwürdigkeit verloren. Dazu kommt der Verlust einer humanen Gesprächskultur. Kein Wunder, dass sich viele Menschen verunsichert und haltlos fühlen. Da hilft es auch nicht zu hören, dass jeder Deutsche jährlich etwa 2.370 Euro für seine Versicherungen ausgibt. Gegen den Verlust von Halt und Orientierung kann man sich nicht versichern.


Muss ich nun zum Pessimisten werden? Oder gibt es doch Gründe für den Optimisten? Eine Defi nition hilft mir: Ein Optimist (Pessimist) ist einer, dem es an Informationen mangelt. Wenn er mehr wüsste, könnte er nicht Pessimist (Optimist) sein. Ich entscheide mich für den Optimisten. Die Botschaft des Jesus von Nazareth ermutigt mich dazu und die Vielen, die in ihm Halt gefunden haben. Die Gemeinschaft dieser Menschen bildet die Kirche mit Hirten, die den Stallgeruch ihrer Herde tragen. Sie könnte so attraktiv sein – gerade heute!

 

Selbst mit ihren oft missverstandenen Dogmen, die der Theologe P.M. Zulehner einmal treffend so beschrieben hat: “Sie sind wie Laternen, die uns auf dem Weg durch die dunkle Nacht leuchten. Nur Betrunkene halten sich daran fest.“ Mich ermutigt diese Hoffnung: “Am Ende der Suche und der Frage nach Gott steht keine Antwort, sondern eine Umarmung.“ (F. Steffensky)

 

Wolfgang Bretschneider

Zurück