Citypastoral - Öffentlichkeitsarbeit

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Glauben, was man nicht sieht

Wenn wir einmal genauer auf den Bibelvers schauen, so wird deutlich, dass es beim Glauben eben nicht um Wissen, sondern um Vertrauen geht, erklärt Citypastoralleiter Sebastian Stiewe in Anbetracht der vielen Pilger, die aktuell nach Lourdes strömen.

Am Montag, dem 11. Februar ist der Welttag der Kranken, der 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeführt wurde. Dieser besondere Tag ist in der katholischen Kirche auch der „Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes“, dem französischen Wallfahrtsort, der jährlich von unzähligen Kranken aus aller Welt besucht wird. Wer schon einmal in Lourdes war, der wird die Bilder von der allabendlichen Lichterprozession, den großen Gottesdiensten mit den Kranken und den Gläubigen an der Grotte nicht so schnell vergessen. Es ist schon beeindruckend zu sehen, wie viele, zum Teil auch schwer kranke Menschen, in den kleinen Ort in den Pyrenäen pilgern.


Viele der Pilger kommen, um an der Grotte zu Maria zu beten und für sich oder für einen anderen Menschen um Gesundheit und Genesung zu bitten. In all diesen Momenten, die man als Pilger in Lourdes erleben kann, bekommt ein Vers aus dem Hebräerbrief eine besondere Bedeutung: „Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.“ (Hebr. 11,1)

 

Zum Glauben gehört scheinbar die Unsicherheit. Gott ist in seiner Ganzheit doch nicht zu erfassen. Das sollte uns davor bewahren, uns ein starres oder gar falsches Bild von Gott zu machen. Wenn wir einmal genauer auf den Bibelvers schauen, so wird deutlich, dass es beim Glauben eben nicht um Wissen, sondern um Vertrauen geht. Das Verb „glauben“ aus dem Hebräischen bedeutet übersetzt „sich an etwas festmachen“. In Lourdes kann man das erleben: Menschen, die in ihrer Not, in ihrer Krankheit ihre ganze Existenz an Gott „festmachen“. Für mich wird darin der Glaube immer sehr konkret und „greifbar“. Zugleich macht es mir Mut, mich selbst immer wieder aufs Neue auf das „Abenteuer Gott“ einzulassen.


Das wünsche ich Ihnen, dass Sie sich mit Ihren Fragen und Nöten, aber auch mit Ihrer Hoffnung und Freude immer wieder an den dreieinen Gott wenden können. Ich bin davon überzeugt, dass im Kleinen wie auch im Großen immer wieder „Wunder“ geschehen, nicht nur in Lourdes.


Ihr Sebastian Stiewe,
Leiter Citypastoral

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