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Duft der Erkenntnis Christi

Basilikum, Basileus, Königskraut und Christus - was es damit auf sich hat, davon weiß Pfarrer Msgr. Bernhard Auel zu berichten.

Das Bild mit dem köstlichen Basilikum wird sicher verwundern. Diese Gewürzpflanze wird auch Königskraut genannt. Dahinter steht das griechische Wort vom König - ‚Basileus’.


Viele italienische Gerichte sind ohne Basilikum kaum vorstellbar. Darüber einen Artikel für diese Ausgabe von Kick zu schreiben, begründe ich mit dem Fest der Erhöhung des kostbaren und Leben spenden- den Kreuzes unseres Herrn und Gottes Jesus Christus am 14. September.

Es heißt in der Legende, als die Kaiserin Helena das Kreuz Christi aufgefunden habe, habe sie dieses unter anderem daran erkannt, dass Basilikum zu Füßen dieses Holzes gewachsen sei. Da an diesem Kreuz der wahre König, der
Basileus, für uns gestorben ist, habe man dieses Kraut Basilikum genannt, Königskraut. Und da es auch vertrocknet seinen Duft nicht verliert, sei es ein Zeichen für das Leben über den Tod hinaus.

 

Bei den Christen des Ostens habe ich erstmals dieses Zeichen sogar im Gottesdienst entdeckt und verstanden. Wir kennen dieses Gewürz und schätzen es unter anderem wegen seines starken Duftes. Selbst wenn der Zweig vertrocknet ist, ist dieser Duft noch gut wahrzunehmen. Vor etlichen Jahren habe ich in meiner ehemaligen Gemeinde bei der Kreuzverehrung am Karfreitag Basilikumzweige niederlegen lassen. Und so wie ich es einmal in einem byzantinischen Gottesdienst erlebt hatte, konnte jeder und jede am Schluss des Gottesdienstes vom Fuß des Kreuzes einen solchen Basilikumzweig mit nach Hause nehmen, damit der Duft des Kreuzes, der Duft Christi mitgenommen werde in unsere Häuser.

 

Der Apostel Paulus schreibt in seinem zweiten Brief an die Gemeinde von Korinth genau von diesem Duft. Da heißt es: „Dank sei Gott, der uns stets im Siegeszug Christi mitführt und durch uns den Duft der Erkenntnis Christi an allen Orten verbreitet. Denn wir sind Christi Wohlgeruch für Gott unter denen, die gerettet werden“ (2. Kor 2,14f).


Dass wir alle ein wenig von diesem Duft verströmen, ist mein Wunsch.

 

Ihr Pfarrer i. R.

Bernhard Auel, Subsidiar

 

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