Citypastoral - Öffentlichkeitsarbeit

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Christ werden

Es wird in unserem Leben viele Etappen geben, frohe und wohl auch schwere Stunden. Der Glaube ist einerseits dazu eine Einladung, auch ein Auftrag, vor allem aber auch das Geschenk Gottes, meint Msgr. Bernhard Auel im Bonner Münster-Blog.

Zum wiederholten Male durfte ich in der Fastenzeit Menschen auf dem Weg zum Christwerden begegnen. Im Rahmen einer Eucharistiefeier am Abend durfte ich das Vaterunser überreichen und in einer weiteren Feier dann das Glaubensbekenntnis. Gerade die Fastenzeit mit ihren Gottesdiensten ist seit Jahrhunderten die klassische Zeit der Vorbereitung auf die Taufe, die dann in der Osternacht gefeiert wird.


Die Gottesdienste auf dem Weg des Christwerdens verstehe ich auch für mich selbst und für uns als Gemeinde als eine große Hilfe, diese Zeit auf Ostern mehr als sonst wahrzunehmen. Wie lebe ich mein Christsein? Nehme ich mir die Zeit für das Gebet, von dem etwa die heilige Teresa von Avila sagt, es sei wie ein Gespräch mit einem guten Freund? Das Vaterunser, das Gebet, das Jesus uns geschenkt hat, verbindet alle Christen weltweit. Wer das Vaterunser betet, fasst das ganze Evangelium zusammen, weiß sich mit Gott und allen Menschen guten Willens verbunden. Das Glaubensbekenntnis ist gewissermaßen das Grunddokument unseres Glaubens. Das ist sicher nicht der Endpunkt eines Weges, so dass wir sagen „jetzt ist alles klar“.

 

Es wird in unserem Leben viele Etappen geben, frohe und wohl auch schwere Stunden. Der Glaube ist einerseits dazu eine Einladung, auch ein Auftrag, vor allem aber auch das Geschenk Gottes, von dem ich in einem Gedicht lese: „Ich glaube an Gott, denn er glaubte an mich, längst bevor ich an ihn glauben konnte.“


Das Bild zu diesem Text zeigt ein modernes Taufbecken am Eingang der großen Wallfahrtskirche in Giovanni Rotondo, dem Wallfahrtsort zum heiligen Padre Pio. Der Text darauf verweist auf den Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Rom. Da lesen wir: „Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?

 

Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.“


Wenn wir uns dessen immer neu bewusst werden, können wir uns zu Ostern mit Freude zum Glauben bekennen. Das hoffe ich für mich und für uns alle,


Ihr Subsidiar
Bernhard Auel.

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