Stadtpastoral - Öffentlichkeitsarbeit

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Besuch bei den Maltesern

Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken besucht das Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard.

Stadtdechant kritisiert Gesundheitspolitik
Bedauern über Trägerwechsel am Malteserkrankenhaus

 

Bonn. Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken hat am Mittwoch, 27. November das Krankenhaus Seliger Gerhard der Malteser besucht und sich einen Eindruck über die aktuelle Situation verschafft. Bonns Stadtdechant dankte zuerst dem Malteserorden für das langjährige Engagement zugunsten einer christlichen Krankenhausversorgung in der Stadt, mit vielen wichtigen Impulsen für die medizinische Landschaft. Dazu zählte er unter anderem die Palliativstation, die Fachabteilung für Geriatrie und die Betreuung der Demenzerkrankten. Besonders beeindruckt zeigte er sich über die hoch effiziente Neuorganisation der Ambulanz und Notfallaufnahme.

 

Bei allen Gesprächen und Begegnungen war der bevorstehende Trägerwechsel Thema. Der Malteserorden hatte vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass er die Trägerschaft des Krankenhauses abgeben wird. Der Stadtdechant nahm wahr, dass die Mitarbeiter sich dennoch in einer guten Teamsituation organisieren und im Interesse der Patienten, die weiteren Entwicklungen abwarten: „Ich war überrascht hinsichtlich dieser Veränderungen, eine so gefasste Stimmung zu erleben“. Weiter unterstrich Dr. Picken: „Ich bedaure ausdrücklich, dass die Malteser die Trägerschaft abgeben und damit eine für die Stadt Bonn und Stadtbezirk Hardtberg so wichtige Tradition zu Ende geht“. Die Hoffnung bleibe aber bestehen, dass sich wieder ein kirchlicher Träger für dieses Haus findet.

 

Als Grund für seine Besuche in allen fünf katholischen Krankenhäusern in Bonn, von denen der jetzige im Malteser-Krankenhaus der Letzte war, nannte der Stadtdechant: „Mir ist sehr daran gelegen, dass die verschiedenen katholischen Träger in der Krankenhauslandschaft aber auch in anderen Bereichen sich stärker vernetzen. Somit können Sie sich untereinander gestärkt, dem säkularen Veränderungsdruck und auch den wirtschaftlichen Zwängen im Gesundheitswesen, erfolgreich wiedersetzen und neue Strukturen entwickeln“.

 

Carsten Jochum, Geschäftsführer des Malteser Krankenhauses Bonn: „Es hat mich sehr beeindruckt, wie detailliert unser Stadtdechant sich in der Bonner Krankenhauslandschaft auskennt und wie sehr ihn die aktuellen gesundheitspolitischen Herausforderungen bewegen. Für das Gemein- und Seelenwohl unserer Patienten hat er viele praktische Ideen und Impulse eingebracht, über deren Umsetzung wir hier vor Ort nachdenken. Ich freue mich auf einen weiteren kreativen Austausch.“

 

Zum Abschluss seines Besuches nahm der Stadtdechant von Bonn eine gesundheitspolitische Einordnung vor: „Das zunehmende Sterben der kirchlichen und gemeinnützigen Träger im Gesundheitswesen aber auch in anderen Bereichen zeigt, dass gegenwärtig verheerende Fehlsteuerungen im Bereich der Politik vorliegen. Auch der Nordrhein-Westfälischen Regierung kann ich den Vorwurf nicht ersparen, dass sie an dieser tragischen Entwicklung unmittelbar mitbeteiligt ist. Sie wird erhebliche Konsequenzen auf das Patientenwohl und die Qualität von Pflege haben“.

Wenn zukünftig nur wirtschaftliche Effizienz der Maßstab für die Versorgung von Kranken und Sterbenden wäre, blieben viele Aspekte die für eine ganzheitliche und menschenwürdige Behandlung erforderlich sind, leicht auf der Strecke.

 

Foto © Malteser: von links nach rechts: Salomo Koch, Pflegedirektor; Josef Maria von Radowitz; Dieter Birr, Kaufmännischer Direktor; Alexandra Siebahn, Stellvertretende Pflegedirektorin; Kuratoriumsmitglied; Isabella Freifrau von Wrede, Kuratoriumsmitglied; Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken, Carsten Jochum, Geschäftsführer Malteser Rhein-Sieg gGmbH

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