Stadtdechant ist Delegierter für den synodalen Weg

„Lähmung überwinden und Sprache wiederfinden!“
18. November 2019; Sebastian Eckert

KÖLN/BONN. Der Priesterrat des Erzbistums Köln entsendet den Bonner Stadtdechanten, Dr. Wolfgang Picken, als seinen Vertreter in den synodalen Weg der Katholischen Kirche in Deutschland. Das entschied die gewählte Versammlung des Kölner Presbyteriums einstimmig bei ihrer Herbstkonferenz in Bensberg.

 

„Mir ist besonders daran gelegen, dass auf dem synodalen Weg gemeinsam darüber nachgedacht wird, wie unsere Kirche das Besondere und Schöne des Glaubens wieder in die moderne Gesellschaft vermitteln kann. Auch braucht es Impulse und Ideen, wie die Gemeinden vor Ort ihren pastoralen Alltag so gestalten können, dass sie lebendig bleiben und wachsen können“, sagt Dr. Picken. Der Kirche komme eine besondere Verantwortung im Umbruch der Zivilgesellschaft zu. „Die Kirche darf sich nicht nur mit sich selbst und ihren Problemen beschäftigen, sondern sollte wieder mehr ihren Auftrag wahrnehmen, die Welt zu gestalten. Sie ist besonders gefordert, wenn die westlichen Gesellschaften nach Wegen aus der sozialen und ökologischen Krise suchen. Das ist eine Frage der Haltung und deshalb eine große Herausforderung für die christliche Botschaft,“ so Stadtdechant Dr. Picken weiter. Es sei notwendig, dass die Kirche ihre Lähmung überwindet und zu vielen Themen ihre Sprache wiederfindet: „Denn die Botschaft Jesu hat etwas zu sagen und könnte zum Rettungsanker für die moderne Welt werden.“

 

Der 52jährige Theologe und promovierte Politologe ist davon überzeugt, dass die Kirche ein Katalysator und Impulsgeber für eine neue Form solidarischer Zivilgesellschaft sein kann. Auch könne sie mit ihrer Botschaft und ihrem geistlichen Reichtum wirkungsvoll auf die seelische Leere und fehlende Sinngebung vieler Menschen antworten. „Nur genau dieses Talent und diesen Auftrag müssen die Kirche und ihre Gläubigen wieder entdecken und überzeugt leben“, sagt Dr. Picken.

 

Der synodale Weg der Deutschen Kirche wird am 1. Advent 2019 beginnen. Er soll theologische und pastorale Perspektiven für die Zukunft der Kirche entwickeln. Jedes Bistum entsendet aus seinem Priesterrat einen Delegierten in den Dialogprozess.

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