Schülerdemonstrationen verdienen Respekt

Ausdruck von Interesse an Nachhaltigkeit und Politik
15. März 2019; Barbara Ritter

 

BONN. Der Bonner Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken empfindet hohen Respekt vor den Schülern, die sich an den Demonstrationen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Bonn und andernorts beteiligen. „ Wenn sich die politischen Prozesse und Entscheidungen so langsam und zurückhaltend gestalten, dass sich die junge Generation ernsthafte Sorgen um die Zukunft unseres Lebensraumes und damit um ihre eigene Zukunft macht, dann ist es wichtig und richtig, dass sie sich hörbar zu Wort meldet,“ so der Stadtdechant.

 

Der Einsatz für Schöpfung und Umwelt stünde ganz in der Tradition einer christlichen Schöpfungstheologie und der Position, die Papst Franziskus vertrete. Auch passe der Einsatz der Schüler gut zum Auftrag der Bundesstadt Bonn, die mit dem Klimasekretariat der UN und als ehemaliger Gastgeber der Weltklimakonferenz eine besondere Verpflichtung für die Sicherung von Schöpfung und Umwelt übernommen habe.

 

 „Wir sollten anerkennen und im Sinne der politischen Bildung fördern, dass sich bei der jungen Generation Interesse an politischen Fragen entwickelt und sie sich in den Prozess der Meinungsbildung einbringen,“ so Dr. Picken weiter. Man habe lange das Desinteresse der jungen Generation an politischen Fragen kritisiert.

 

Deshalb solle man die Demonstrationen als Hinweis auf eine neue Aufmerksamkeit der Jugend für das Gemeinwohl verstehen. „Sie nutzt der Demokratie und dient der notwendigen Bewahrung der Schöpfung,“ sagt der Stadtdechant. Entsprechend wäre es nützlich, den Demonstrationen mit denkbar großem Wohlwollen zu begegnen, solange sie verhältnismäßig blieben.

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