Mit Aschenkreuz, Sehn-Süchten und Gelassenheit in die Fastenzeit

Katholische Stadtkirche Bonn bietet neue Predigtreihe, Digital-Aktion und Mittagsgebet in der Bonner Innenstadt
27. Februar 2019; Sebastian Eckert

 

Bonn. Nach den jecken Tagen beginnt am Aschermittwoch die sechswöchige Fastenzeit, in der sich Christen auf das Osterfest vorbereiten. In allen Gottesdiensten sind an diesem Tag, dem 06. März, die Gläubigen eingeladen, das Aschenkreuz zu empfangen. So auch in der Sankt Remigius-Kirche (Brüdergasse 8, 53111 Bonn) in den Heiligen Messen um 7.00 Uhr, 12.15 Uhr, 18.00 Uhr sowie nach dem Mittagsgebet um 13.15 Uhr.

 

Die Asche soll die Menschen an ihre Sterblichkeit erinnern und anregen, über die Ausrichtung des eigenen Lebens nachzudenken. Dies kommt auch in den Worten mit denen das Aschenkreuz ausgeteilt wird zum Ausdruck, wozu es zwei Varianten gibt: "Kehre um und glaube an das Evangelium." "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst."


Predigtreihe „Sehn-Süchte“ mit Münster-Pfarrer Dr. Wolfgang Picken

Was treibt uns an? Wonach sehnen wir uns? Die katholische Stadtkirche Bonn bietet in den Heiligen Messen um 12.00 Uhr an den Fastensonntagen (17./24./31. März und am 7. April) eine Predigtreihe rund um das Thema „Sehn-Süchte“ in der Remigius-Kirche (Brüdergasse 8, 53111 Bonn) an. Zelebrant und Prediger ist Dr. Wolfgang Picken, neuer Stadtdechant und Bonner Münster-Pfarrer.
Anschließend gibt es Raum für ein Beisammensein im Kreuzgang von Sankt-Remigius.
Die Messen werden musikalisch begleitet durch den Chorus Cantate Domino, den Bonner Münster-Chor und BonnSonata.

 

„Nur für heute werde ich…“ – digitale Impulse für die Fastenzeit

„Nur für heute werde ich…“ eine Sache ganz anders machen, aus meinem alltäglichen Trott ausbrechen: Das können die Bonner mit den digitalen Impulsen der Katholische Stadtkirche Bonn. Sie greifen die Gebote der Gelassenheit von Papst Johannes XXIII und werden veröffentlicht auf den digitalen Kanälen der Katholischen Kirche in Bonn facebook.com/katholische.kirche) und Instagramm (instagram.com/heiligesbonn) sowie auf bonner-muenster.de/nurheute). In analoger Form gibt es sie täglich an der Bonner Münster-Information (Gangolfstraße 14, 53111 Bonn) zu betrachten.

 

Verändertes Mittagsgebet in der Fastenzeit

Beten ist Kontakt mit Gott und damit auch Pause vom Alltag: vom Einkauf, vom Lernen oder von der Arbeit. Nicht, um aus der Welt zu fliehen, sondern um sie immer wieder einmal mit ein wenig Abstand zu betrachten. Um einen klaren Kopf zu bekommen und ein ruhiges Herz. Beten ist Besinnung auf das Wesentliche.

 

Die katholische Citypastoral lädt daher regelmäßig zu einer Pause mit Gebet ein, dem Bonner Mittagsgebet. Es findet in der Fasten – und Osterzeit, vom 12. März bis zum 26. April, verändert von dienstags bis freitags um 13.15 Uhr in der Remigius-Kirche (Brüdergasse 8, 53111 Bonn) statt.


Gottesdienste und Andachten an Aschermittwoch

In vielen Bonner Kirchen wird an Aschermittwoch das Aschenkreuz ausgeteilt. So auch in Sankt Remigius (Brüdergasse 8, 53111 Bonn).
07.00 Uhr – Frühmesse der Katholischen Hochschulgemeinde mit Aschenkreuzausteilung
12.15 Uhr – Heilige Messe mit Aschenkreuzausteilung
13.15 Uhr – Mittagsgebet mit Aschenkreuzausteilung
18.00 Uhr – Heilige mit Aschenkreuzausteilung, musikalisch begleitet durch die Münster-Schola


Zur Herstellung der Asche werden traditionell die Palm-Zweige, die am Palmsonntag des Vorjahres gesegnet und an die Kreuze gesteckt worden sind, verbrannt. Im Gottesdienst wird dann die Asche gesegnet und mit Weihwasser befeuchtet, bevor sie als Kreuz auf die Stirn der Gläubigen gezeichnet oder auf den Kopf gestreut wird.

Mit dem Aschermittwoch ändert sich auch die liturgische Farbe zu Violett, welche vor allem zu Zeiten der Umkehr und der Vorbereitung getragen wird. So ist die Fastenzeit auch die Vorbereitung auf Ostern und wird deswegen „Österliche Bußzeit“ genannt.

 

Carne vale - Fleisch adé

Kaum ein Bruch ist größer als vom Karneval zur Fastenzeit. Carne vale (lat. Fleisch adé) heißt es am Abend vor der Fastenzeit, besser bekannt als Faste(l)ovend, wenn sich auch dieser Abend über mehrere Tage ausdehnt. Nach dem tollen Treiben lädt die Fastenzeit ein, nüchtern und klar auf das eigene Leben zu schauen: Was gibt Halt? Wovon lasse ich mich tragen? Was gibt mir Orientierung und wovon lasse ich mich leiten? Das Wort „Fasten“ kommt aus dem Mittelalter und meint eigentlich „ festmachen“. Die durch das Fasten gewonnenen ideellen und materiellen Freiräume sollen neue Wege zu Gott und den Mitmenschen eröffnen und helfen die Fundamente des eigenen Lebens auszubessern und zu festigen.


Caritative Dimension der Fastenzeit - Misereor

Zu den Mitmenschen gehören aber auch die Notleidenden und Hilfsbedürftigen auf die die Fastenzeit einen besonderen Blick lenkt und einlädt, ihnen freie Zeit und eingesparte Güter zukommen zu lassen. Diese caritative Dimension der Fastenzeit, die es auch in vielen anderen Religionen gibt, greift seit vielen Jahren das katholische Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR mit einer besonderen Jahresaktion und einem Hungertuch auf.


Die Fastenaktion 2018 steht unter dem Leitwort „Heute schon die Welt verändert?“ Gemeinsam mit der Kirche in Indien geht MISEREOR der Frage nach, was wir gemeinsam tun können, damit immer mehr Menschen ein menschenwürdiges und gutes Leben leben können.
Das „Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e.V.“ wurde 1958 als „Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt“ gegründet. Den Namen schlug der Kölner Kardinal Joseph Frings vor, in Anlehnung an den Ausspruch Jesu „Misereor super turbam“ („Ich habe Mitleid mit den Menschen“ Mt 15,23).


Fasten im Verborgenen

Für Jesus ist das Fasten keine Äußerlichkeit, sondern eine tiefgründige Herzensangelegenheit: „ Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass Du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“ (Bibel, Matthäus, 6,11-18)

 

Warum 40 Tage?

Die christliche Fastenzeit dauert 40 Tage. Sie beginnt am Aschermittwoch und endet in der Nacht vor Ostersonntag. Rechnerisch sind dies 46 Tage, allerdings werden die sechs Fastensonntage nicht dazu gerechnet. An ihnen wird nicht gefastet. Die Zahl 40 hat biblische Bedeutung und steht als Symbolzahl der besonderen Nähe zu Gott und der Bereitschaft zur Umkehr: Das Volk Israel wanderte 40 Jahre durch die Wüste als Zeit der Läuterung, Mose war 40 Tage auf dem Berg Sinai, der Prophet Elija hielt sich 40 Tage auf dem Berg Horeb auf und Jesus weilte 40 Tage in der Wüste um sich durch Gebet und Fasten auf seine Sendung vorzubereiten.


Verhüllte Altäre, weniger Kerzen und ohne Blumen

Mit dem Aschermittwoch ändert sich auch die liturgische Farbe zu Violett, welche vor allem zu Zeiten der Umkehr und der Vorbereitung getragen wird. So ist die Fastenzeit in erster Linie eine Vorbereitung auf Ostern und wird deswegen „Österliche Bußzeit“ genannt. Dazu werden teilweise Altäre verhüllt oder zugeklappt, der Blumenschmuck entfernt und Kerzen reduziert. Auch dadurch soll der Blick auf das Innere gelenkt werden.


Fastenzeit - Osterzeit

In vielen Religionen gibt es besondere Zeiten, in denen man bewusster lebt, bestimmte Riten und Vorschriften beachtet. Diese Zeiten dienen als innere Vorbereitung auf besondere Feste und Anlässe oder wichtige Ereignisse. Für Christen ist die Fastenzeit (österliche Bußzeit) die Zeit der Vorbereitung auf das zentrale Fest des christlichen Glaubens: Ostern, die Feier der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Das Fest der Befreiung. Danach folgen die 50 Tage der Osterzeit bis zum Pfingstfest, welches an die Sendung des Heiligen Geistes erinnert.

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