Linzer Basalt am Stiel

Dieser Trick war nötig, um die Bohrkerne im Kreuzgang aus ihren Löchern zu ziehen
23. Januar 2019; Sebastian Eckert

Eigentlich sieht es ganz einfach aus… Für die Arbeiten an den Versorgungsleitungen im Kreuzgang müssen Löcher in drei Wände: Am Pfarrhaus, im Kreuzgang und durch die meterdicken Wände des Bonner Münsters.

 

Doch bei dem dort verbauten Linzer Basalt ist das kein Zuckerschlecken. Die griechische Wortherkunft von Basalt steht nicht umsonst für „sehr harter Stein“. Aus Lavaresten entstanden, ist der vulkanische Felsstein druck- und verschleißfest und extrem schwer zu bearbeiten.

 

Besonders schwierig war die Kernbohrung im Kreuzgang: Denn vom Rasen aus führt der Schacht schräg abwärts, durch mehrere Meter dicken Mauern hindurch. Mit viel Fingerspitzengefühl bohrte Felix Tegler von der Firma Schorn durch den Stein. Doch durch die Schräge drohte nicht nur der Bohrer unruhig zu laufen, es entstanden raue Bohrkanten. Das bedeutete auch, dass sich die kiloschweren Bohrkerne beim Versuch, sie aus ihrem Loch zu ziehen, hätten verkeilen können. Da die Kerne i engen Loch steckten und lagen, konnte man sie nur schwer greifen.

 

Um die Basalte aus dem Loch herauszubrechen, griff er auf einen Trick zurück: Mit einem Steinbohrer setzte er ein Art Zugloch. Dort wurde eine Eisenstange eingesetzt und verkeilt. Anschließend konnte er die kiloschweren und langen Bohrkerne vorsichtig abbrechen und hinausbugsieren – wie bei Eis am Stiel, dass aus der Verpackung genommen wird.


Nur eben vierzig Zentimeter lang, 15 Kilogramm schwer und aus Basalt und Tuffstein bestehend.

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