Karwoche und Osterfest in der Bonner Stadtkirche

5. April 2021; Ayla Jacob (ayla.jacob@katholisch-bonn.de)

Es war bereits das zweite Osterfest in der Corona-Pandemie, jedoch das erste, bei dem die Gläubigen auch in der Kirche die Passion und Auferstehung Jesus Christus gemeinsam feierten. Da aber wegen der anhaltenden Krise die Zahl der Plätze in der Kirche St. Remigius – wie in vielen anderen Kirchen auch – drastisch reduziert worden war, wurden sämtliche Gottesdienste zusätzlich im Internet übertragen. Ein Angebot, das mehrere Tausend Gläubige in Anspruch nahmen – sowohl Zuhause, als auch im Kapitelsaal von St. Remigius. „Es war eine bewegende Erfahrung, das Osterfest wieder gemeinsam mit den Gläubigen auch in der Kirche zu feiern“, so Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken. Dass es auch in diesem Jahr erneut die Möglichkeit gab, digital an den Gottesdiensten an Kar- und Ostertagen teilzunehmen, „hat uns ermöglicht, eine große Zahl an Menschen mit der Osterbotschaft anzusprechen“. Doch freue er sich schon jetzt auf das Osterfest im nächsten Jahr, wenn die Krise hoffentlich überwunden und die Zahl der Plätze in den Kirchen nicht mehr reduziert werden müsse. Denn, so der Stadtdechant: „Die Osterbotschaft ist gerade in Zeiten der Krise, die die Menschen verunsichern und zum Teil vereinsamen lassen, nützlich. Sie vermittelt die Zuversicht, dass wir mit Gottes Hilfe alles überwinden können.“ 


Zahlreiche Menschen, so der Stadtdechant in seiner Festpredigt am Ostermorgen, seien überzeugt, dass nach dem Leiden, dem Vergehen und Sterben nur eins bliebe: Nichts. „Welchen Sinn aber hat dann das Leben, wenn nichts bleibt?“, fragte Picken. In ihm rege sich Widerstand, die Dinge so zu sehen, denn diese Anschauung passe nicht zu dem, was er jeden Tag (er)lebe. „Leben entsteht nicht aus dem Nichts. Es geht aus Gott hervor und atmet seinen Geist.“ Diese Überzeugung sei es auch gewesen, die die Jünger beim Anblick des leeren Grabes nicht verzweifeln ließ. „Jesus hatte sie gelehrt, auch das Unsichtbare zu sehen und nach den Phänomenen hinter dem Phänomen zu schauen Er habe sie in vielen Begegnungen erleben lassen, wie spürbar Gott ist. „Es ist ausgeschlossen, dass am Ende nichts bleiben soll“, so Picken. Die brutale Konfrontation mit dem leeren Grab habe den Widerstand gegen das Nichts in ihnen lebendig werden lassen. „Die Leere kann nicht das sein, was bleibt.“ Dafür gebe es zu viel Fülle, zu viel Sinn in allem, predigte der Stadtdechant. An die Auferstehung zu glauben sei vernünftiger, als zu denken, dass alles in Leere endet. „Ostern – am Ende bleiben Leben und Fülle. Ganz sicher.“

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