Generalsanierung: Neuer Glanz für barockes Holz

20. April 2021; Ayla Jacob (ayla.jacob@katholisch-bonn.de)

Dr. Wolfgang Picken, Prof. Dr. Norbert Kleinheyer und Heiko Ellermann zeigen das barocke Chorgestühl im Hochchor des Bonner Münsters

Die Sanierung des Bonner Münsters ist in vollem Gange, die Arbeiten liegen im Zeit- und Kostenrahmen. Nun ist ein nächster, wichtiger Schritt getan: Der Hochchor in der Basilika ist so gut wie fertig, lediglich das Chorgestühl muss noch restauriert werden. Dass dies nun zeitnah erledigt werden kann, ist dem Rotary Club Bonn (RC) zu verdanken, der sich anlässlich seines 70. Geburtstags mit einer großzügigen Spende über 10 000 Euro an den Arbeiten beteiligt und die Patenschaft für die Restaurierung übernimmt. 

 

Die Reinigung des barocken Chorgestühls, das aus dem 18. Jahrhundert stammt, ist die (vor-)letzte Etappe der Hochchor-Sanierung. „Wir sind sehr froh, dass die Arbeiten heute starten“, sagte Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken am Dienstag. In rund einem Monat ist voraussichtlich alles fertig, lediglich die Elektronik müsse dann noch installiert werden. Bis es so weit ist, bleibt für Restaurator Heiko Ellermann und sein Team von den Kalker Werkstätten noch einiges zu tun. Im Fokus steht dabei die Reinigung. „Das Chorgestühl ist unterschiedlich verschmutzt“, berichtete Ellermann. Besonders beansprucht sei das Podest, aber auch Stallen (Chorstühle), Sitzflächen und Rückenlehnen müssen trocken und feucht gereinigt werden, bevor eine neue Überzugsschicht das Chorgestühl endgültig in neuem Glanz erstrahlen lässt. 

Chorgestühl erinnert an die Tage des Cassius-Stiftes

 

Chorgestühl erinnert an die Tage des Cassius-Stiftes

 

Das Bonner Münster sei ein zentraler Ort der Liturgie, aber auch eines der herausragendsten Baudenkmäler der Stadt, erklärte RC-Präsident Prof. Dr. Norbert Kleinheyer das Engagement seines Clubs für die Basilika. „Es ist aber auch ein Ort, der in Zukunft zu einem Zentrum des Dialogs in der der Stadt Bonn werden kann und werden soll.“ Dieser Dialog könne „auf besonders sinnfällige Weise im Chorgestühl des Hochchors stattfinden“, so Kleinheyer. 

 

Das Chorgestühl im Hochchor des Bonner Münsters erinnert an die Tage des Cassius-Stiftes, berichtete Picken. „Hier kamen mehrmals täglich die Stiftsherren zum gemeinschaftlichen Gottesdienst zusammen.“ Bald schon könnte diese Tradition fortgesetzt werden. Zunächst soll, so verriet Picken, der Kreuzgang der Basilika zu Fronleichnam für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im zweiten Öffnungsschritt soll an Pfingsten im Hochchor wieder Gottesdienst gefeiert werden, bevor im Oktober zum Stadtpatronefest die Krypta geöffnet wird und die Sanierung des Innenraums im November endgültig abgeschlossen ist.

Zurück