Bonner Münsterpfarrei wirtschaftlich stabil - Finanzen konsolidiert und Basilika saniert

Neu gewählter Kirchenvorstand jetzt in Verantwortung
30. Mai 2022; Stefan Schultz

Vier Jahre nach den Finanzturbulenzen in der Bonner Münsterpfarrei ist die Finanzkrise in der Gemeinde St. Martin Geschichte. Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken und Verwaltungsleiter Peter Fischer konnten jetzt die Bilanzen der Jahre 2018 bis 2020 vorlegen und freuen sich über die „ schwarze Null“.

Mit der Wahl eines Kirchenvorstandes Anfang Mai endete nach drei Jahren auch Stadtdechant Pickens Zeit als alleiniger Vermögensverwalter – der Kirchenvorstand hat die Verantwortung übernommen und der Stadtdechant konnte auf der konstituierenden Sitzung Wirtschaftszahlen präsentieren, die eine wirtschaftliche Konsolidierung belegen. „Damit wären die beiden großen Aufgaben erfolgreich erfüllt, die sich mir bei der Amtsübergabe gestellt haben: Umsetzung der Generalsanierung und Konsolidierung der desolaten Finanzsituation“, so der Stadtdechant.
Bonner Münsterpfarrei gab Liegenschaften ab
Es konnten für den Zeitraum 2018 bis 2020 signifikante Kostenreduzierungen durchgeführt werden. Die Konsolidierung der Finanzen geschah durch Einschnitte beim Personal sowie durch die Schließung der defizitären Bereiche wie Münsterladen und Münstercarré. Zusätzlich konnten Teile der Liegenschaften an das Stadtdekanat übergeben werden – somit werden diese Kosten nun vom Erzbistum Köln getragen. Hinzu kommen deutliche Kostenreduzierungen im Energiebereich sowie bei Bewirtungen.

Aktuell decken die Einnahmen der Kirchengemeinde die Kosten, erklärt Stadtdechant Dr. Picken und verweist aber darauf, dass weitere Einsparungsmöglichkeiten und zusätzliche Finanzquellen gesucht werden müssen.
Beratung durch Expertengremium
Vier Experten mahnen aber auch mögliche Kostensteigerungen für die Zukunft an. Unterstützung holte sich die Münstergemeinde bei Professor Joseph Isensee, emeritierter Professor für Rechtswissenschaften der Uni Bonn, dem Unternehmer Dr. Winfried Kill, Dr. Bernd Schneider, Vorsitzender der Dr. Hans Riegel-Stiftung sowie dem Wirtschaftsprüfer Professor Hubertus Baumhoff.

Ursachen für zukünftige Kostenrisiken könnten laut Expertengremium sein:

-  Energiekosten

-  Personalkosten

-  Reduzierte Kirchensteuer-Zuweisungen

-  Baulasten

-  Kosten i.Z.m. der Revitalisierung der Kirchengemeinde.

Es wird daher angeregt, über zusätzliche Finanzierungsinstrumente nachzudenken, wie z.B. die Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung.
Dank an Bonner Münster-Bau-Verein und Münsterstiftung
Weitere Anregung, die vorhandenen Vermögenswerte im Hinblick auf sinnvolle Vermögensumschichtungen – insbesondere im Immobilienbereich – zu überprüfen und festzulegen, welche Vermögenswerte zwecks Entlastung der Kirchengemeinde in den Gemeindeverbund (Stadtdekanat) überführt werden können und welche defizitären Immobilien an Dritte zur Entlastung der Kirchengemeinde veräußert werden müssten.

Positiv sieht Picken die gut besuchten Gottesdienste seit Wiedereröffnung der Münsterbasilika. Das schlägt sich auch im deutlichen Anstieg der Kollekten oder Opferkerzen nieder. Zusätzlich freut sich der Münsterpfarrer über die große Unterstützung des Münster-Bau-Vereins und der Münsterstiftung. Durch sie konnten zehn Prozent der Gesamtkosten der Generalsanierung – rund zwei Millionen Euro – über Bauverein und Stiftung aufgebracht werden.  

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