Bonner Stadtkrippe

02.12.2018-13.01.2019, Ehemaliger Münster-Laden, Gerhard-von-Are-Straße 1-5
GEÖFFNET

Mo-Fr 14:00-18:00,

Sa-So 14:00-16:00

GEÖFFNET

Mo-Fr 10:00 - 17:00

Sa      10:00 - 15:30

So      11:00 - 16:30

 

Zusätzlich im Sommer 2019 geöffnet:

 

Mo, Mi, Do, Fr  bis 18:45

DU BIST UNENEDLICH WERTVOLL

Bonner Stadtkrippe an Weihnachten

 

Wir blicken auf die Weihnachtsszene der Stadtkrippe, in deren Mittelpunkt die Heilige Familie, Maria und Josef mit dem Jesuskind, steht. Als etwas, das uns so nahe wie ein kleines Kind kommt, schenkt sich Gott uns. Damit zeigt er, wie unglaublich wertvoll wir für ihn sind. Weil er einer von uns wird, sich für unser Leben interessiert und mit Haut und Haaren dieses Leben lebt; mit seinen Freuden und Hoffnungen, aber auch mit seinen Ängsten und Nöten. Doch die Heilige Familie ist nicht allein, sie wird vom Alltagsleben der Menschen in Bonn umgeben. Dabei wird deutlich: das Gott Mensch geworden ist, ist keine fromme Geschichte von früher. Sondern das ist auch heute für uns wichtig, hier in Bonn.

 

„Wer bin ich, dass ich Dir unendlich kostbar bin, Gott?“, fragt die deutsche Schriftstellerin Inge Müller in einem ihrer Werke.  

Eine Antwort auf diese Frage finden wir gleich zu Beginn der Bibel im Buch Genesis, „Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn“ (Gen 1,27).


Der Wert des Menschen lässt sich also nicht an seinem körperlichen Materialwert errechnen, so wie einige Wissenschaftler schon mehrmals Berechnungen aufgestellt haben und dabei immer auf einen unterschiedlichen Wert kamen. Das Wertvolle des Menschen ist nicht in Zahlen auszudrücken und meint erst recht nicht einen Materialwert oder seine Leistungsfähigkeit. Das Wertvolle ist vielmehr als ein Würdevoll zu verstehen. Diese Würde ist einem jeden von uns gegeben. Sie ist nicht einfach eine Eigenschaft, die vergeht oder die man verlieren kann. Sie ist unendlich.

 

Die Unendlichkeit der menschlichen Würde kommt aus seiner Einmaligkeit. Wir sind kein fertiges Serienprodukt, das vom Fließband läuft und möglichst identisch mit den vielen anderen Produkten zu sein hat. Nein, wir sind einmalig und damit auch unverwechselbar. Ein jeder von uns ist ein Unikat, mit seinen besonderen Gedanken, seiner eigenen Geschichte. Wir sind durch nichts zu ersetzen und durch niemanden austauschbar.  Das ist auch gut so.

 

Wenn Jesus davon spricht, wie der Mensch leben soll, spricht er nicht von Regeln und Dogmen, sondern zuerst von Beziehungen: zu Gott, dem Mitmenschen aber auch zu sich selbst.

 

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen […].
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22,37.39).

 

Gerade letztere, wir bezeichnen sie als die Selbstliebe, ist so wichtig, weil sie eine Voraussetzung ist andere zu lieben.  Dabei ist die Selbstliebe nicht mit dem weitläufigen Egoismus zu verwechseln. Nur wer sich selbst annimmt, kann einen anderen Menschen annehmen.


Die in der Stadtkrippe dargestellte Szene mit dem Engel steht symbolisch für diese Haltung. Er hält dem Mann einen Spiegel vor. Ihm wie uns gilt die Zusage, „Du bist unendlich wertvoll.“ Sie selbst können sich auch in einem Spiegel in der Krippe entdecken und sich diese Zusage Gottes neu vergegenwärtigen: „Du bist unendlich wertvoll“.

 

Wer bin ich,
dass ich Dir unendlich
kostbar bin,
Gott,
dass Du mich fängst mit Deinen
eigenen Händen,
dass Du mich hältst und birgst
 inmitten Deiner großen Liebe,
dass du mich umgibst
wie mit einem Mantel aus Licht,
rundum geborgen,
rundum glücklich.  

Inge Müller

DU BIST UNENDLICH WERTVOLL - Bonner Stadtkrippe an Weihnachten 2018