Bonner Stadtkrippe

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„Umkehr duldet keinen Aufschub“ - Stadtdechant fordert eine Versöhnung von Moderne und Vernunft

Predigtreihe „Die Zeit ist reif“ trifft auf überwältigende Resonanz
10. Dezember 2019;

Bonn. Hunderte Gläubige waren am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember 2019, 12.00 Uhr in den Gottesdienst mit Predigtreihe „Die Zeit ist reif“ gekommen. Die Kirche St. Remigius war stehend gefüllt. „Die große Resonanz zeigt, wie viele Bonner nach geistlichen Impulsen suchen und sich bewusst auf das Weihnachtsfest einstimmen wollen“, so Stadtdechant Dr. Wolfgang Picken.

 

Im Mittelpunkt des zweiten Teils der diesjährigen Adventspredigtreihe stand ein Umkehrruf. Stadtdechant Dr. Picken stellte fest, dass der moderne Mensch zunehmend seine Irrtumsfähigkeit leugnet und sich zu wenig grundlegend hinterfragt. Das führe zu Fehlentwicklungen und Verhaltensweisen, die dem sozialen Miteinander schweren Schaden zufügen. „Wenn jeder immer Recht hat, wird ein Zusammenleben schwer“, so Dr. Picken. Die Gesellschaft und der Einzelne riskieren dabei, in die Irre zu laufen und sich selbst zu verlieren. Viele gesellschaftliche Polarisierungen und starke Konflikte in Familien und Freundeskreisen hätten in dieser Rechthaberei und fehlenden Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen, ihre Ursache. „Jeder kennt diese überwindbaren Gräben in Ehen, Familien, Freunden und in Gemeinden.“ Selbst das politische System werde durch diese Entwicklung gefährdet: „Auch die Demokratie steht dann vor ihrem Ende. Sie geht aus leidvoller historischer Erfahrung von der Fehlerhaftigkeit des Menschen aus und setzt deshalb auf die Konkurrenz der Meinungen und die Bereitschaft zum Kompromiss.“ Wenn sich politische Akteure dem gemeinsamen Ringen um gute Lösungen verweigerten, weil sie die Wahrheit radikal für sich in Anspruch nähmen, dann gefährde das die Demokratie.

 

Es sei deshalb Zeit für eine zweite Aufklärung und einen gesamtgesellschaftlichen Umkehrprozess. Es sei ein tragischer Verrat an der Vernunft, die eigene Irrtumsfähigkeit so zu verleugnen: “Es braucht eine Versöhnung zwischen Moderne und Vernunft, wenn wir nicht unsere Existenz aufs Spiel setzen wollen.“ Leider würden aber selbst die markanten Krisensymptome der Gegenwart, wie der Klimawandel und der Kollaps der sozialen Systeme, nicht die Kraft aufbringen, die Gesellschaft zu einem grundlegenden Nachdenken zu führen. Zwar verunsicherten diese Phänomene kurzzeitig, anschließend kehre man aber zum „weiter so“ zurück. „Die Zeit ist deshalb reif“. so Stadtdechant Dr. Picken „für ein demütiges Einwilligen in die menschliche Fehlerhaftigkeit und für eine gesellschaftliche Umkehr, die sich wieder auf das Vollkommene ausrichtet, auf Gott, weil man um die eigene Unvollkommenheit weiß.“

 

Der Bonner Münsterchor unter Leitung von Regional- und Münster-Kantor Markus Karas und Prof. Wolfgang Bretschneider gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Nach der heiligen Messe trafen sich viele Mitfeiernde des Gottesdienstes bei einem Glühwein im Kreuzgang.  

 

Am kommenden 3. Adventssonntag, 15. Dezember, setzt Stadtdechant Dr. Picken mit weiteren aktuellen Bezügen die Predigtreihe „Die Zeit ist reif“ um 12. 00 Uhr in der Remigius-Kirche (Brüdergasse 8, 53111 Bonn) fort. Musikalisch wird die Messfeier gestaltet vom Frauen-Kammerchor BonnSonata und von Nanae Yamashita-Di Renzo an der Oboe unter Leitung von Markus Karas.

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