Bonner Stadtkrippe

02.12.2018-13.01.2019, Ehemaliger Münster-Laden, Gerhard-von-Are-Straße 1-5
GEÖFFNET
Mo-Fr 14:00-18:00, Sa-So 14:00-16:00, 1. & 2. Weihnachtstag 14:00 - 18:00
GESCHLOSSEN
24.12.-31.12. & 31.12.-01.01.

KREUZGANG

GEÖFFNET
Mo-Sa 10:00-16:00

Heiliger Nikolaus besucht Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan

6. Dezember 2018; Sebastian Eckert

BONN. „Lasst uns froh und munter sein“, erklang es vielstimmig, als der Heilige Nikolaus am Donnerstag, 6. Dezember 2018, das Dienstzimmer des Oberbürgermeisters betrat. Begleitet vom stellvertretenden Stadtdechant Bernd Kemmerling beschenkte der Bischof von Myra die Stadtspitze.

 

"Das Bild der Stadt ist geprägt von vielen Kränen und Baustellen. Wo man auch hinschaut wird abgerissen, renoviert, aufgebrochen, modernisiert, neu gebaut. Hoffentlich vergessen wir dabei nicht die Baustellen des Lebens und des Miteinanders", stellte der Nikolaus fest. Er plädierte dafür, Brücken zu bauen zwischen Menschen, Gruppen, Kulturen, Religionen und  Räume zu schaffen, in denen sich Menschen begegnen können, sowie eingetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Anschließend bekamen die Anwesenden ein kleines Geschenk: Den ‚echten‘ Schokoladen-Nikolaus.

 

Traditionell besucht der Heilige Nikolaus die Bonner Stadtspitze.  Stadtdekanats-Pressereferent Reinhard Sentis schlüpfte in das Gewand des Heiligen. Organisiert wurde der Besuch vom Katholischen Stadtdekanat Bonn als Partner der bundesweiten „ Nikolausaktion“.

 

Ansprache des Nikolaus

Ich freue mich, heute hier bei Euch Gast sein zu dürfen. Ein Jahr ist nun vergangen, seit ich hier war. Viel hat sich bewegt seit meinem letzten Besuch. Selbst ich habe neue Begleiter gefunden auf meinem Weg zu Euch. Vom Himmel aus nehmen wir die Suche nach einem neuen Stadtdechanten wahr und werden dies natürlich auch mit Blick auf die Menschen in dieser Stadt begleiten.

 

Das Bild der Stadt ist geprägt von vielen Kränen und Baustellen. Wo man auch hinschaut wird abgerissen, renoviert, aufgebrochen, modernisiert, neu gebaut. Selbst am Bonner Münster. Hoffentlich vergessen wir dabei nicht die Baustellen des Lebens und Miteinanders, die stetige Ausbesserung der Wege zueinander, Brücken zu bauen zwischen Menschen, Gruppen, Kulturen, Religionen, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen begegnen können… und auch mal eingetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen.

 

Ganz viele dieser neuen Wege hat uns der gezeigt, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern: Jesus Christus. Er hat uns neue Wege zu einem Reich, zu einer Gesellschaft gezeigt, die sich nicht geprägt ist von den Maßstäben dieser Welt, denn

 

er ist gerecht, ein Helfer wert,

Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,

sein Zepter ist Barmherzigkeit;
O wohl dem Land, o wohl der Stadt,

die diesen König bei sich hat.[1]

 

Für all das, was Ihr zum Wohl der Menschen getan habe, möchte ich Euch danken. Was diese Stadt allein zum Erhalt des Brauchtums, insbesondere des christlichen, ist nicht selbstverständlich. Ob zu Karneval oder gerade zuletzt für die zigtausenden Menschen, die vom Heiligen Martin besucht wurden. Sie haben erfahren, was Gott durch seine Menschwerdung jedem Menschen zusagt, Euch hier, all Euren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Menschen, die hier leben und arbeiten, die abends Flaschen sammeln oder unter der Brücke schlafen müssen, den Kindern in den Heimen ebenso wie den Sterbenden in den Hospizen: DU BIST UNENDLICH WERTVOLL. Lasst Euch von der Botschaft Gottes leiten, damit das, was Ihr Euch auf die Fahne schreibt in den Herzen an-kommt: FREUDE. JOY. JOIE.

 

Euch und der ganzen Stadt Bonn wünschen wir diese Ankunft: Einen gesegneten Advent.

 

Bischof von Myra und das Nikolaus-Bündnis

Nikolaus von Myra gehört mit Martin von Tours und vielen anderen Heiligen zu den Vorboten des Weihnachtsfestes. Er ist einer der beliebtesten Volksheiligen der gesamten Christenheit und gilt wie der Heilige Martin als "apostelgleich". Vermutlich im 3./4. Jahrhundert war er Bischof der Stadt Myra in der heutigen Türkei. Über die historische Person ist wenig bekannt, doch entwickelten sich umso mehr Legenden um den Heiligen. Sie erzählen von der Hoffnung und von der Möglichkeit eines jeden Menschen, durch selbstloses Schenken und Teilen die Welt ein wenig besser zu machen und aus christlicher Sicht das Reich Gottes auf Erden beginnen zu lassen. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auf arme und benachteiligte Menschen sowie jene, die ansonsten in der Gesellschaft keine Lobby haben, nicht zu Wort kommen und besonderen Schutz benötigen.

 

Im Jahre 2011 gründeten der BDKJ Köln zusammen mit dem Stadtdekanat Bonn und vielen weiteren Akteuren das Nikolaus-Bündnis, welches sich dafür einsetzt, die Werte und die Geschichten des Heiligen Nikolaus wieder neu zu beleben. Von dort aus entstanden Nikolaus-Schulen und Initiativen, die sich mittlerweile im gesamten deutschsprachigen Raum verbreiten. www.nikolausaktion.org

 


[1] Aus: „Macht hoch die Tür“, Adventslied von Georg Weisel (1590–1635), 1623

Zurück