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Warum ist das Hauptportal im Bonner Münster an der Seite?

Ein Stück Petersdom im Bonner Münster

Dem Petersdom nähert man sich vom Osten her

Hinter dem Petersdom wird es hügelig

In den vatikanischen Gärten ist man fast in Augenhöhe mit der mächtigen Kuppel des Petersdoms, wie hier die Pilgergruppe der Citypastoral bei ihrer Romreise 2007 erfahren durfte (In diesem Jahr geht es in die Provence)

Blick vom Osten in den Westen zum ehemaligen Petrusaltar

Zu den Festen Kathedra Petri (22.02.) und Peter & Paul (29.06.) beginnt die Messe mit dem Taufgedächtnis im Westchor

Der Bamberger Dom hat's, der Trierer Dom auch, ebenso Mainz, Worms, Hildesheim - und das Bonner Münster auch: Ein seitliches Hauptportal und einen architektonischen Chorabschluss an beiden Enden der Kathedrale. Warum? Und was hat diese Bauweise mit dem Petersdom zu tun? Viele Menschen wundern sich, dass der Haupteingang in die Bonner Kathedrale nicht wie beispielsweise im Kölner Dom ganz hinten liegt, wo sich beim Eintritt sofort die ganze Pracht entfaltet.

 

In der sakralen Architektur  bezeichnet der Chor, auch Presbyterium genannt, den Altarraum in Kirchen, der Ordensgemeinschaften oder dem Klerus zur Feier des Stundengebets vorbehalten war. Ursprünglich war der Chor ein für den Sänger nahe dem Altar bestimmter Platz. Dieser Chor liegt gewöhnlich im Osten, wohin die meisten Kirchen ausgerichtet sind: Zur aufgehenden Sonne, die den auferstandenen Christus symbolisiert. Ausgerechnet eine der berühmtesten Kirchen der Christenheit hält dagegen: der Petersdom in Rom. Über der Hinrichtungsstätte und dem Grab des Apostels Petrus erbaut, liegt sie am westlichen Rand eines hügeligen Gebietes der ewigen Stadt. Die Topografie ließ somit eine Ausdehnung der Wallfahrtsstätten in Östlicher Richtung nicht zu. Man hätte ansonsten das Gebirge abtragen müssen. Wer einmal in den vatikanischen Gärten war, weiß, wie steil es hinter der Kuppel des Petersdoms bergauf geht. Wollte also in der Antike weiterhin Gottesdienst über dem Grab des Apostelfürsten halten, musste sich der Kirchenbau zum Osten ausdehnen während der Petrusaltar im Westteil stationiert blieb.

 

Da stand der Rest der antiken und mittelalterlichen Welt aber vor einem Dilemma: Wohin nun blicken? Wie im Vatikan nach Westen oder zur aufgehenden Sonne? Schließlich gab es in der karolingischer Zeit und der deutschen Romanik Kirchen mit Doppelchor bei der ein Ost- und ein Westchor erbaut wurde. Auch stand in jeder Apsis (runder Abschluss des architektonischen Chores) ein Altar. Der Altar im Westen dieser Kirchen war allerdings ebenso wie im Vatikan der Petrusaltar. Man erkennt dies heute noch daran, dass Stufen hinauf zum Westausgang führen. Zwangsweise verlagerten sich damals die Haupteingänge und prächtigen Portale an die Seiten dieser Kathedralen.

Wie viele andere Stellen der Basilika, kommt auch dieser Ort in seiner ursprünglichen Funktion wieder mehr in den Blick. So beginnt beispielsweise am Fest "Kathedra Petri" der Gottesdienst dort mit dem Taufgedächtnis.

 

Wie im Osten, so hat das Bonner Münster auch im Westen eine Krypta. Dort hat heute die MünsterRauPä (Münster-Raum-Pädagogik) ihren Platz. Von hier aus starten spezielle Kirchenraumerkundungen für Schulkinder. Mit vielen Materialien und verschiedenen Fachkräften können dann später dort auch die Erfahrungen noch mal reflektiert werden.

 

Eine kleine Kuriosität bietet sich aber noch an der Basilika in Bonn: Während der Westchor innen abgerundet ist, hat die Außenfassade einen Geraden Abschluss. Warum? Wir forschen und werden Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

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Letzte Aktualisierung: 30.07.2010