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               Kardinal Meisner

 

22.02.2011 | Bonner Münster

 

Warum ist das Hauptportal im Bonner Münster an der Seite?

 

Ein Stück Petersdom im Bonner Münster

 

 

Dem Petersdom nähert man sich vom Osten her

In den vatikanischen Gärten ist man fast in Augenhöhe mit der mächtigen Kuppel des Petersdoms, wie hier die Pilgergruppe der Citypastoral bei ihrer Romreise 2007 erfahren durfte.

Blick vom Osten in den Westen zum ehemaligen Petrusaltar

Zu den Festen Kathedra Petri (22.02.) und Peter & Paul (29.06.) beginnt die Messe mit dem Taufgedächtnis im Westchor

Der Bamberger Dom hat's, der Trierer Dom auch, ebenso Mainz, Worms, Hildesheim - und das Bonner Münster auch: Ein seitliches Hauptportal und einen architektonischen Chorabschluss an beiden Enden der Kathedrale. Warum? Und was hat diese Bauweise mit dem Petersdom zu tun? Viele Menschen wundern sich, dass der Haupteingang in die Bonner Kathedrale nicht wie beispielsweise im Kölner Dom ganz hinten liegt, wo sich beim Eintritt sofort die ganze Pracht entfaltet.

 

Ausgleich zwischen weltlicher und kirchlicher Macht

Zu Beginn der Romanik gab es in vielerlei Hinsicht Schulterschluss zwischen Staat und Kirche. Könige setzen Bischöfe ein, Erzbischöfe waren zugleich Kanzler. Nicht wenige Bischöfe aus den deutschen Landen wurden Papst. Die Bedeutung des Herrschers spiegelt sich auch im Baustil dieser Epoche wider. Die Kaiserdome, wie das Bonner Münster auch, hatten im Westen einen eigenen Chorraum mit Altar, welche dem weltlichen Herrscher vorbehalten war, der die Kirche vor Gefahren beschützt.

 

Im Westen immer der Petrus-Altar

In der sakralen Architektur  bezeichnet der Chor, auch Presbyterium genannt, den Altarraum in Kirchen, der Ordensgemeinschaften oder dem Klerus zur Feier des Stundengebets vorbehalten war. Ursprünglich war der Chor ein für den Sänger nahe dem Altar bestimmter Platz. Dieser Chor liegt gewöhnlich im Osten, wohin die meisten Kirchen ausgerichtet sind: Zur aufgehenden Sonne, die den auferstandenen Christus symbolisiert. Ausgerechnet eine der berühmtesten Kirchen der Christenheit hält dagegen: der Petersdom in Rom. Über der Hinrichtungsstätte und dem Grab des Apostels Petrus erbaut, liegt sie am westlichen Rand eines hügeligen Gebietes der ewigen Stadt. Die Topografie ließ somit eine Ausdehnung der Wallfahrtsstätten in Östlicher Richtung nicht zu. Man hätte ansonsten das Gebirge abtragen müssen. Wer einmal in den vatikanischen Gärten war, weiß, wie steil es hinter der Kuppel des Petersdoms bergauf geht. Wollte also in der Antike weiterhin Gottesdienst über dem Grab des Apostelfürsten halten, musste sich der Kirchenbau zum Osten ausdehnen während der Petrusaltar im Westteil stationiert blieb.

 

Wiederbelegung und Veränderung

Wie viele andere Stellen der Basilika, kommt auch dieser Ort in seiner ursprünglichen Funktion wieder mehr in den Blick. So beginnt beispielsweise am Fest "Kathedra Petri" der Gottesdienst dort mit dem Taufgedächtnis.

Wie im Osten, so hat das Bonner Münster auch im Westen eine Krypta. Dort hat heute die MünsterRauPä (Münster-Raum-Pädagogik) ihren Platz. Von hier aus starten spezielle Kirchenraumerkundungen für Schulkinder. Mit vielen Materialien und verschiedenen Fachkräften können dann später dort auch die Erfahrungen noch mal reflektiert werden.

Eine kleine Kuriosität bietet sich aber noch an der Basilika in Bonn: Während der Westchor innen abgerundet ist, hat die Außenfassade einen Geraden Abschluss. Warum? Wir forschen und werden Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

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Letzte Aktualisierung: 04.02.2012