Lieder und Gesänge

Das Lied der Stadtpatrone

Text: Adolf Düppengießer, Weise: Hubert Brings, 1964

 

Cassius, Florentius, ihr seid uns von Gott gegeben,
Söhne einer fernen Zeit als ein Vorbild und Geleit.
Er verlangte euer Leben, und ihr folgtet ihm bereit.
Söhne einer fernen Zeit.

 

Cassius, Florentius, unschwer war, euch zu entscheiden,
wo der wahre König war. Statt der Götter Wahnaltar,
wähltet Tod ihr, Schmach und Leiden gläubig mit der Helden Schar
wo der wahre König war.

 

Cassius, Florentius, Erde ward des Blutes Schale,
unsre Heimat, euer Land. Und aus unsrer Väter Hand
Wuchs das Münster, euch zum Male, das der Zeiten Sturm bestand.
Unsre Heimat, Euer Land.

 

Cassius, Florentius, wehrt auch fernerhin dem Feinde,
schützet Volk und Stadt am Rhein! Mehr als euer Grab aus Stein
Lebt ihr fort in der Gemeinde: Unser Herz sei Euer Schrein!
Schützet Bonn, die Stadt am Rhein!

 

Vor dem Höchsten, Hochgeweihten

Hymnus zu Ehren der Stadtpatrone. Wiederaufgefunden im Kirchenarchiv von Kiedrich.

 

Vor dem Höchsten, Hochgeweihten,
nahm die Kirche die im Streiten
an dem hellen Jubel teil.
Der der Siegenden erglänzet,
da sie die Thebäer kränzet,
deren Fall der Sünder Heil.

 

Habt von Helden nicht gehöret,
die, was Engel einst zerstöret,
herrlich wieder auferbau'n?
Nicht von Davids wahren Mannen,
die mit ihm den Sieg gewannen
über Fleisch, Welt, Teufels Grau'n?

 

Bürger stolz vom Nilesstrande
ziehn zum Staat der Gotteslande
und zum Fürsten, der ihn lenkt.
Der der Kirche Gnadenlehren
und der Taufe Gnadenehren
ihnen huldvoll selber schenkt.

 

Römer Glaubensschild zur Seite
weih'n sie mutig sich dem Streite
unter Romas Kaiserar.
Dann heißt's Götter zuzuschwören,
um den Namen schön zu hören:
„die Thebäische – Ehrenschar."

 

Gottes Männer, seht aus Theben,
wollen Gott, was Gottes geben,
ihrem Herrn, was dessen ist.
Mann für Mann den Bluteszehnten
ihrem Kaiser, dem Ersehnten,
ihren Geist, Herrn König Christ.

 

Als die Opfer all geschlachtet,
strömt aus Augen, jäh umnachtet
Blütenglanz voll Süßigkeit.
Doch die meisten, roh zerhauen,
geistig Glaubensheil erschauen
sel'gen Scharen eingereiht.

 

Auch zu Bonn, zu Köln, zu Xanten,
Ehrentempel bald erstanden
heil'gem Tod auf heil'gem Grund.
Weihrauchbrand steigt ihrem Ruhme
Salzesopfers edle Blume
sucht auf's neue Gottes Bund.

 

Heil'ge Sieben, deren Spenden
siebenförmig sich vollenden,
Cassius führt zum Heil’gen Geist.
Guter Jesus, Deine Gaben
freuen uns wie echtes Haben,
der du Heldenkrone heißt.

 

Durch die Fürsprach solcher Krieger
laß uns werden Geistessieger,
Christ, der soviel Güte weist!
Mach uns wert, den Glanz zu schaun,
den da streu'n durch Himmelsauen,
Vater, Sohn und Heil'ger Geist!

 

Treue und männlichen Mut

Hymnus aus dem Stundenbuch

 

Treue und männlichen Mut
habt oft im Kampf ihr bewiesen,
Christen der ruhmreichen Schar,
die man thehäische nennt.

 

Was einem Kaiser gebührt,
habt ihr dem Kaiser gegeben:
weit in das rheinische Land
trugt ihr den römischen Aar.

 

Doch einem größeren Herrn
wart ihr zum Dienste verpflichtet:
höher als irdische Gunst
stand euch die Ehre des Herrn.

 

Ihm durch die Taufe geweiht,
habt ihr das Leben geopfert:
immer den zehnten von euch
fällte das tödliche Schwert.

 

Ihr, die im heiligen Kampf
die Ehre Gottes verteidigt,
seid nun bei Christus, dem Herrn,
Sieger im himmlischen Reich.

 

Niemals verstummt euer Lob
in Köln, in Bonn und in Xanten:
gläubiges Volk sprosst hervor
neu aus der Märtyrer Blut.

 

Kämpfer für Glauben und Recht,
erfleht uns Christen auf Erden
Mut, der zu Gott sich bekennt,
Treue zu Christus, dem Herrn. Amen.

 


 

Rex sempiternae lucis auctor unice

 

Rex sempiternae lucis auctor unice,
nos atque plebis cerne vota supplicis,
tui perenni sub honore nominis
laudi piorumservientes martyrum.

 

Te Gereonem praepotentem militern,
viris trecentis bis novenis additis,
ut castra quondam praenitebant Abrahae,
patronum nobis, tibi testern sanxeras,

 

Victor eadem mente spernens iudicem,
triginta secum terque centum martyrum
trophaea sacra vexit ad caelestia,
par Gereoni passione martyri.

 

Splendent ad ista martyrum sollemnia
septem lucernae fulguranti lumine,
his Cassius praefulget et Florentius
in laureato purpuratorum choro.

 

Ave, beata martyrum constantia,
multiplicata triplici victoria;
pacem manentem, sanctitatem perpetem,
te deprecante, consequamur prospere.

 

Sit Trinitati laus perennis simplici,
Patri potenti, Filioque compari,
in unitate Spiritus Paracliti,
in sempiterna saeculorum saecula. Amen.

 

Urbs Bonnensis, urbs Rhenalis

von Hermann-Josef Frings gedichtet zum 2000-jährigen Bestehen der Stadt Bonn

 

Urbs Bonnensis, urbs Rhenalis,
diu sedes principalis,
olim plebis curia,
regi regum pange laudes,
quae de bimillensi gaudes varia historia.

Du Stadt Bonn, Du Stadt am Rhein, lange Zeit warst Du einmal Regierungssitz und Stätte der Volksvertretung, stimme für den König der Könige ein Loblied an, die du dich freuen kannst ob deiner 2000jährigen stets wechselvollen Geschichte.

 

Ad Aufanias Matronas,
inter iconas paganas
surgit Deus unicus.
Mithrae, Iovis aetas cessit,
Christus regnat, Christus pressit,
sonat novus iubilus.

Bei den aufanischen Muttergottheiten inmitten der heidnischen Götzenbilder erhebt sich dann hoch der einzige Gott. Das Zeitalter des Mithras und des Juppiter ist vergangen, Christus herrscht als König, diese aber hat Christus zu Boden geschmettert, so tönt der neue Jubelchor.


Christi regis miles fortis,
hic invictae dux cohortis
Cassius, Florentius,
qui patroni valent urbis,
celebrantur testes crucis,
nec non et Mallusius.

Als Christkönigs tapferer Held ist hier jetzt Cassius als Führer seiner unbesiegbaren Kohorte und auch Florentius. Sie sind weithin wirksam als Patrone der Stadt, werden gefeiert als Blutzeugen des Kreuzes und zugleich mit ihnen auch Mallusius.

 

Pax Romani quam tulerunt
et tunc Franci sustulerunt,
reddita a Carolo.
Monasterium est structum,
muro firmo circumductum
in Bonnensi oppido.

Der Friedenszustand, den die Römer brachten und den hernach die Franken beseitigten, wurde dem Lande wiedergeschenkt vom großen Karl. Hoch aufgerichtet ward der Bau des Münsters und mit einer festen Mauer umgeben hier im Stadtbezirk von Bonn.

 

Wir sehen euer Zeugnis leuchten

aus: W.Koch, Mehr als Worte sagt ein Lied, Lieder zu dieser Zeit des Glaubens, 2014

 

1. Freunde aus Gottes Haus
leuchtet auch uns heute.
Wir ehren froh mit diesem Gruß
euch, Cassius, Florentius.
Die ihr treue Zeugen wart,
kommt in unsre Gegenwart.
Wir sehen euer Zeugnis leuchten
in unseren Tagen.

 

2. Mit uns glaubt, für uns schaut,
tief in unsre Zeiten.
Was wäre wenn ihr heute lebt,
was wäre das, was euch bewegt?
Welche Frage stellt ihr uns?
Lehrt uns eure Glaubenskunst.
Wir sehen euer Zeugnis leuchten
in unseren Tagen.

 

3. "Gott allein Herr soll sein
über unser Leben!
Gott geben das, was ihm gehört,
gebt ihm das Leben!" so beschwört
ihr uns heute. Das lädt ein
konsequenter Christ zu sein.
Wir sehen euer Zeugnis leuchten
in unseren Tagen.

 

4. Christus, Herr, und nur er!
Ihm nur wol!t' ihr dienen.
Ihr habt nicht nach der Welt gefragt,
nach Christi Wort habt ihr's gewagt;
folgtet nicht den Herr'n der Welt,
deren Reich schon bald zerfällt.
Wir sehen euer Zeugnis leuchten
in unseren Tagen.

 

5. Christen sein, neuer Wein
Salz und Licht der Erde.
In allen Kampf hinein gestellt
und Gott gehorchen, nicht der Welt.
Zu Ihm stehen bis aufs Blut
wie ihr vielen voller Mut.
Wir sehen euer Zeugnis leuchten
in unseren Tagen.

 

6. Euer Blut, teures Gut,
Samen für den Glauben.
Die Kirche über eurem Grab
sie wuchs; und reich war ihr Ertrag.
Bittet doch bei Gottes Sohn
heut um Zugewinn und Lohn.
Wir sehen euer Zeugnis leuchten
in unseren Tagen.

 

7. Christsein steht, recht gelebt
quer zu vielen Dingen.
Durchkreuzt mit Christi Kreuz die
Welt, der diese Weisheit kaum
gefällt. Wir erfahren Widerspruch,
Häme, Haß, Bedrängnis, Fluch.
Wir lassen unser Zeugnis leuchten
in unseren Tagen.

 

8. Herr und Gott, bis zum Tod
lass uns dich bekennen.
Wie Cassius, Florentius
ganz treu, unbeugsam bis zum Schluss,
unbeirrt den Weg zu gehn
und zu dir, dem Herren stehn.
Wir lassen unser Zeugnis leuchten
in unseren Tagen.