Abschluss des Stadtpatronefestes: Gruft der Stadtpatrone Cassius und Florentius bleibt für längere Zeit geschlossen

Mindestens zwei Jahre dauert die Generalsanierung des Bonner Münsters
19. Oktober 2016; Reinhard Sentis (presse@katholisch-bonn.de)

BONN. Es war eine bewegende Feier bei der auch einige Tränen flossen. Am Dienstagabend, 18. Oktober 2016, wurde zum letzten Mal vor der großen Sanierung die fast 1000 Jahre alte Gruft über den noch viel älteren Gräbern der Bonner Stadtpatrone geschlossen. Tausende Pilger, darunter mehr als 400 Kinder aus Kindertagesstätten, der Oberbürgermeister, die Malteser und viele mehr waren während der Festdekade ins Bonner Münster gekommen, um Gottesdienst zu feiern und am Schrein der Stadtpatrone zu beten.

 

10 Tage lang fand im Bonner Münster und ganz Bonn das Fest der Bonner Stadtpatrone statt. Mit Gottesdiensten, Begegnungen und Prozessionen gedachten die Christen der Märtyrer, deren Gräber unter dem heutigen Bonner Münster liegen. Dorthin führte ein Pilgerweg mit sieben Stationen. Nur in der Festdekade ist die Gruft unterhalb der Krypta geöffnet. Seit 1325 Jahren ist die Verehrung an dieser Stelle nachgewiesen. Und in diese Tradition stellten sich auch 2016 wieder unzählige Beter.

 

Zum Ende der feierlichen Abschlussmesse lud Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher zu einem Augenblick der Stille ein in die die 2400 Kilogramm schwere Stadtpatrone-Glocke läutete. Danach zog die Gemeinde mit brennenden Kerzen hinter den Reliquienbüsten durch die Basilika, bevor die Reliquiare wieder im Hochchor verschlossen wurden. Danach zogen alle gemeinsam hinunter in die Krypta, wo nach einem Gebet für die Stadt die Gruft feierlich verschlossen wurde. Zum ersten Mal in seiner Amtszeit konnte Stadtdechant Schumacher dabei nicht das nächste Fest ankündigen, da das Münster im kommenden Jahr wegen einer Generalsanierung für mindestens zwei Jahre geschlossen werden muss.

 

Mit gemischten Gefühlen blickt Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher auf das letzte Stadtpatronefest vor einer langen Pause zurück. „Wir haben bewusste Zeichen der Ökumene gesetzt, weil Cassius und Florentius „Heilige der ungeteilten Christenheit sind“, erklärt er zufrieden.

 

Das sei durchgängig zu sehen gewesen. „Am Eröffnungsgottesdienst nahmen Vertreter der rumänisch orthodoxen Gemeinde teil, der evangelische Superintendent hat mit mir einen Gottesdienst für die Patrone von heute gefeiert, die Kopten waren bei uns zu Gast und am Samstagabend haben wir in der griechisch-orthodoxen Kathedrale gemeinsam gebetet.“ Das Fest sei auch in der Bevölkerung gut angenommen worden. „Das Münster war in den letzten Tagen durch den Pilgerweg ein besonders gestalteter Ort, der viele Menschen zum Gebet angezogen hat. Viele Kindergartengruppen haben auch in diesem Jahr wieder ihren Weg zu den Heiligen gefunden.“

 

Zudem bedankte er sich bei allen Helfern für ihr Engagement. „Viele Haupt-und Ehrenamtliche hier am Münster waren an der Vorbereitung und an der Durchführung der Festdekade beteiligt. Ihnen und allen, die sich in diesen Tagen mit uns im Gebet vereinigt haben, gilt mein ganz herzlicher Dank.“

 

Doch in welchem Rahmen das Fest in den nächsten Jahren stattfindet, stehe noch nicht fest. Sicher gilt aber, dass das Bonner Münster nicht genutzt werden kann – und die Gruft daher geschlossen bleiben muss. „Wir hoffen sehr, dass wir im nächsten Jahr um diese Zeit bereits mit der Generalsanierung unseres Münsters begonnen haben, sodass wir unserer Stadtpatrone an anderer Stelle gedenken müssen.“

 

Das Stadtpatronefest 2016, das unter dem Motto „Sie für uns – wir für Bonn“ stand, war daher das vorerst letzte in dieser Form. „Ich glaube, es ist uns gelungen, in diesen Tagen deutlich zu machen, dass wir nicht nur unseren Heiligen im Himmel vertrauen, sondern auch den Patronen von heute, die wir die Gefährten von Cassius und Florentius nennen. Menschen, die für andere Menschen sorgen, und denen unser ganz besonderer Dank gilt. Das Banner draußen am Münster zeigt beispielhaft einige von ihnen.“

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