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Glossar
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Die Texte stammen von der Seite
kathweb-lexikon. Für die für die Genehmigung der Textübernahme
danken wir dem Team herzlich. |
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Advent |
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Das Wort
Advent geht auf das lateinische "adventus" zurück, das übersetzt
"Ankunft" heißt und auf die Geburt Christi hinweist. Die Christen
bereiten sich in dieser Zeit auf das Geburtsfest Jesu (25. Dezember) vor
und denken an die Wiederkunft Christi am Ende der Welt. Die Kirche
bezeichnet den Advent daher als eine Zeit "freudiger Erwartung".
Älteste Spuren für die vorweihnachtliche Vorbereitungszeit finden sich
in der jungen Kirche in Gallien und Spanien. Damals begann der Advent
bereits am Tag nach dem Martinsfest
(11. November). Er hatte mit Blick auf die Wiederkunft Christi einen
Bußcharakter, so dass während dieser Zeit gefastet wurde. Seit dem 5.
Jahrhundert wurde in Rom durch eine eigene Vorbereitungszeit vor allem
die Menschwerdung Gottes hervorgehoben. Erst seit 1570 setzte sich der
römische Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Fest zu
beginnen.
Im Gegensatz zu früheren Zeiten gilt der Advent nicht mehr als reine
Bußzeit, wenngleich etwa die violette Farbe der Messgewänder noch darauf
hinweist. De Schmuck der Kirchen ist in diesen Wochen bescheidener.
Mancherorts werden die Flügelaltäre geschlossen. Mit Roratemessen im
Kerzenschein, Vespergottesdiensten, Geistlicher Musik und anderen Feiern
bereiten sich die Christen auf Weihnachten vor. Fest verwurzelt sind in
dieser Zeit auch die volkstümlichen Bräuche wie Adventskranz, St.
Nikolaus und Barbarazweige. |

Im Bonner Münster ist der Adventskranz ein Schiff. In der
Christmette wird dieses heruntergelassen und aus dem Bauch des Schiffes,
das Christkind geholt. |
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Das Agnus Dei
geht zurück auf das Zeugnis von Johannes dem Täufer für Jesus (Joh, 1,
29) und wird bei der Eucharistie gebetet: "Seht, das Lamm Gottes, das
hinwegnimmt die Sünde der Welt." |
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Akolyth |
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Das
Akolythenamt war vom 3. Jahrhundert an die vierte Stufe der sogenannten
niederen Weihen und damit eine Vor- und Durchgangsstufe zur
Priesterweihe. In der Regel erfüllten Ministranten den Dienst des
Akolythen. Mit dem neuen Kirchenrecht (1983) wurde dieser Dienst neu
geregelt. Der Akolyth ist jetzt beauftragt, in der Messfeier den
Altardienst zu versehen, die heilige Kommunion als außerordentlicher
Spender auszuteilen und die eucharistische Anbetung zu leiten. Seine
Beauftragung geschieht innerhalb eines Gottesdienstes durch den Bischof.
Die jeweiligen Bischofskonferenzen und Ortsbischöfe haben Regelungen zur
konkreten Ausführung der Dienste erlassen, die in jeder Diözese
nachgefragt werden können. |
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Altar,
Altarweihe |
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Der Altar ist
der Ort, um den sich die christliche Gemeinde zur Feier der Eucharistie
versammelt. Im Urchristentum benutzte man dazu einen hölzernen,
beweglichen Tisch, über dessen Gestaltung Näheres nicht bekannt ist.
Seit dem 4. Jahrhundert ist es üblich, den Altar aus Stein zu bilden,
wobei die Tischform zunehmend von einem massiven Steinblock verdrängt
wird, der über den Reliquien von Heiligen errichtet wird oder diese
enthält. Im 20. Jahrhundert kommt die ursprüngliche Tischform wieder
auf.
Die Weihe des
Altares geschieht durch die erste Eucharistie, die der Ortsbischof auf
dem neuen Altar feiert. Im Verlauf des Weihegottesdienstes besprengt der
Bischof (ggf. nach der Beisetzung von Heiligenreliquien) den Altar mit
Weihwasser und salbt ihn mit heiligem Öl; anschließend wird Weihrauch
auf dem Altar verbrannt und das Weihegebet gesprochen. Der Altar wird
dann mit einem weißen Tuch und Kerzen geschmückt und der Bischof feiert
mit der Gemeinde die Eucharistie. |
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Ambo |
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Der Ambo (v.
griech. anabainein = hinaufsteigen) als der "Tisch des Wortes" im
Gegensatz zum Altar als dem "Tisch des Mahles" ist das Lesepult, an dem
Priester, Diakon oder Lektor die Lesung, das Evangelium und die
Fürbitten vorlesen. Auch die Predigt wird heute am Ambo und nicht mehr
von der Kanzel gehalten. |
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Amen |
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Amen bedeutet
"So sei es". Es beendet und unterstreicht die liturgischen und
persönlichen Gebete in dem Sinne, dass die von Gott gegebenen
Verheißungen in Erfüllung gehen mögen. Bereits Jesus gebrauchte es.
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Apostel |
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Zum Begriff
des christlichen Apostels (griech. apostolos = Gesandter, Bote) gehören
Vollmacht und Sendung Gottes bzw. Christus. So versteht sich auch die
Kirche als apostolisch. Als Botschafter Gottes verlangt der Apostel,
dass sein Wort als Gottes Wort gehört werde.
Bedeutender Apostel in der Nachfolge Jesu war Paulus, der nach einer
Erscheinung des Auferstandenen Christus und der Sendung durch ihn dem
apostolischen Auftrag verschrieben war. Jeden seiner Briefe begann
Paulus mit den Worten: "Paulus, durch den Willen Gottes berufener
Apostel Christi (...)"
Seine Jünger bezeichnete Jesus selbst noch nicht als Apostel. Auch im
Markusevangelium, dem ältesten der vier Evangelien, ist lediglich von
"den Zwölf" die Rede. Matthäus und Lukas verwenden dann den Begriff
"Apostel" für die zwölf engsten Begleiter Jesu, die die zwölf Stämme
Israels repräsentieren sollen: Simon Petrus; Andreas; Jakobus, der Sohn
des Zebedäus; Johannes; Philippus, Bartholomäus; Thomas; Matthäus;
Jakobus, der Sohn des Alphäus; Judas Thaddäus; Simon der Zelot und Judas
Iskariot, von dem Jesus später verraten wurde. |
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Aschermittwoch |
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Der
Aschermittwoch ist der erste Mittwoch nach Rosenmontag. Mit ihm beginnt
die christliche Fastenzeit. Sein Name geht auf einen Brauch zurück, nach
dem christliche Büßer der ersten Jahrhunderte an diesem Tag das
Bußgewand erhielten und mit Asche bestreut wurden.
In späterer Zeit ließen sich alle Christen im Bewusstsein ihrer Fehler
und zum Zeichen der Reue am Aschermittwoch Asche aufs Haupt streuen.
Heute zeichnet der Priester im Gottesdienst den Gläubigen ein Aschekreuz
auf die Stirn. Mit den Worten: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und
wieder zum Staub zurückkehren wirst", erinnert er an die Vergänglichkeit
alles Lebens und ruft den Büßer auf, sich Gott neu zuzuwenden, um so vor
dem ewigen Tod gerettet zu werden. |
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Auferstehung |
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Zentrales
Element des christlichen Glaubens ist die leibliche Auferstehung Jesu
Christi. 1 Kor 15, 3ff: "(...) Christus ist für unsere Sünden gestorben
und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden und
erschien dem Kephas , dann den Zwölf." Die Auferstehung Jesu wird im
Osterfest, dem höchsten Fest der Christenheit gefeiert. Darüber hinaus
wird nach christlicher Lehre jeder Mensch am "Jüngsten Tag" auferstehen. |
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Bibel |
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Die Bibel ist
die Sammlung aller in den Kanon aufgenommenen Schriften, die die
fortschreitende Geschichte Gottes mit den Menschen erzählen. Sie besteht
aus dem Alten und dem Neuen Testament. Das Wort "Bibel" geht auf das
griechische Wort biblos = Buch bzw. Schriftrolle zurück.
Der erste Teil der Bibel, das Alte Testament, erzählt vom "Alten Bund"
Gottes mit Abraham und enthält Hinweise auf den "Neuen Bund", der in
Jesus Christus seine Erfüllung findet. Das AT ist die Überlieferung der
Geschichte des Volkes Israel mit seinem Gott Jahwe. Juden und Christen
glauben an die Inspiration dieser Bücher durch den Geist Gottes.
Es beginnt mit dem Pentateuch, im Judentum Tora genannt, also den fünf
Büchern des Mose: Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deutoronomium. Es
folgen die Bücher der Geschichte des Volkes Gottes, die Bücher der
Lehrweisheit und die Psalmen sowie die Bücher der Propheten. Die
schriftliche Entstehungszeit umfasst das 1. Jahrtausend vor Christi
Geburt.
Das Neue Testament als der zweite Teil der Bibel und vereint die
Schriften, die Zeugnis über den von Jesus Christus gestifteten "Neuen
Bund" geben. Es besteht aus den vier Evangelien (nach Matthäus, Markus,
Lukas und Johannes), der Apostelgeschichte, den Paulusbriefen, den
Pastoralbriefen, den Katholischen Briefen und der Offenbarung des
Johannes. |
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Bistum /
Diözese |
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Ein Bistum
bzw. eine Diözese ist der Verwaltungsbezirk, der einem Bischof
unterstellt ist. Das lateinische Wort "dioecesis" bedeutet Haushaltung,
Verwaltung. Meist ist das Bistum nach dem Ort des Bischofssitzes
benannt. Es ist wiederum untergliedert in Dekanate, dem Zusammenschluss
mehrerer benachbarter Pfarrgemeinden. In Deutschland gibt es derzeit 27
Bistümer, davon sieben Erzbistümer. Mehrere Diözesen bilden eine
Kirchenprovinz, der ein Erzbischof vorsteht. Sein Bistum nennt sich
daher Erzbistum und ist namensgebend für die Kirchenprovinz. Nach der
Wiedervereinigung 1990 wurde die Bistumslandschaft in Deutschland neu
geordnet. Zu den fünf Erzbistümern kamen Hamburg und Berlin hinzu. Somit
ergibt sich für Deutschland folgende Gliederung:
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Bamberg
(Kirchenprovinz und Erzbistum)
-
Eichstätt
-
Speyer
-
Würzburg
-
Berlin
(Kirchenprovinz und Erzbistum)
-
Freiburg
(Kirchenprovinz und Erzbistum)
-
Rottenburg-Stuttgart
-
Mainz
-
Hamburg
(Kirchenprovinz und
-
Erzbistum)
-
Hildesheim
-
Osnabrück
-
Köln
(Kirchenprovinz und Erzbistum)
-
Aachen
-
Essen
-
Limburg
-
Münster
-
Trier
-
Paderborn
(Kirchenprovinz und Erzbistum)
-
München-Freising
(Kirchenprovinz und Erzbistum)
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Augsburg
-
Passau
-
Regensburg
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Christkönigsfest |
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Der letzte
Sonntag im Kirchenjahr wird in der katholischen Kirche als "Hochfest
unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls" begangen. Mit
diesem Fest wird Christus in besonderer Weise als Herr der gesamten
Schöpfung verehrt. Dieses Fest soll herausstellen, das Christus das Ziel
des Kirchenjahres und das Ziel von Kirche und ihren einzelnen Gliedern
ist.
Eingeführt
wurde das Fest aus Anlass der 1600-Jahr-Feier des Ersten Allgemeinen
Konzils von Nizäa im Jahre 1925 durch Papst Pius XI. |
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Darstellung des Herrn, Lichtmess |
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Am 40. Tag
nach Weihnachten feiert die katholische Kirche "Lichtmess". Ein anderer
Name für dieselbe Feier ist "Darstellung des Herrn". Das besondere der
Lichtmess; sind Kerzenweihe und Prozession. Damit wollen die Christen
zeigen, dass; der Gottessohn Jesus die Welt in ein neues Licht gestellt
hat: Sein Leben und seine Botschaft leuchten in der Dunkelheit ; sie
können den Menschen den Weg zum Leben zeigen.
Der Name Darstellung des Herrn beruht auf dem Bibeltext, der an diesem
Tag in den Kirchen gelesen wird. Im Judentum war es Brauch, mit dem
erstgeborenen Sohn in den Tempel zu gehen und Gott ein Brandopfer
darzubringen. So ging auch Maria am 40. Tag nach der Geburt Jesu mit
ihrem Sohn in den Tempel. Der Heiligen Schrift zufolge soll dabei ein
Mann namens Simeon gerufen haben: "Du zeigst allen Völkern dein Licht."
Lichtmess ist ein sehr altes Fest: Im dritten Jahrhundert wurde es von
Papst Gelatius eingeführt, aber erst 542 ordnete Kaiser Justinian an,
dieses Fest in den Kalender des oströmischen Reiches einzufügen. Es
dauerte länger als ein Jahrhundert, bis sich das Fest auch in Rom und im
gallisch-fränkischen Raum einbürgerte. |
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Dechant,
Dekan |
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Der Dechant
oder Dekan leitet ein Dekanat (griech. deka = zehn). Das ist ein
Verwaltungsbezirk in einem Bistum (Diözese), der mehrere Pfarreien (nach
dem Namen müssten es eigentlich zehn sein) umfasst. Er führt im Auftrag
des Bischofs Dienstaufsicht über die Geistlichen im Dekanat, visitiert
die Gemeinden und kümmert sich um die Koordination der Pastoral. |
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Diakon,
Diakonenweihe |
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In der
Katholischen Kirche ist die Weihe mit ihren Stufen Diakonen-, Priester-
und Bischofsweihe eines der sieben Sakramente. Der Begriff "Diakon"
stammt vom griechischen Verb "diakonein" ab und bedeutet "dienen",
"fürsorglich helfen". Während der ersten Jahrhunderte waren die Diakone
unmittelbare Helfer des Bischofs und kümmerten sich vor allem um Arme
und Kranke. Ab dem 9. Jahrhundert ging die Eigenständigkeit des Amtes
verloren. Zum Diakon wurde nur noch geweiht, wer später Priester werden
wollte. So wurde das Diakonat zur "Durchgangsstufe" auf dem Weg zum
Priesteramt. Erst das Zweite Vatikanum 1962-65, die Versammlung aller
katholischen Bischöfe, betonte wieder stärker die ursprüngliche
Bedeutung. Seitdem werden auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht,
die dann den Dienst in der Gemeinde verrichten. Zu ihren Aufgaben
gehören unter anderem die Assistenz im Gottesdienst, Taufen,
Eheschließungen und Beerdigungen, Erteilen von Religionsunterricht und
Katechesen sowie die Sorge um die Mitglieder der Gemeinde, besonders
Alte und Kranke. Unverheiratete Männer können ebenfalls ständiger Diakon
werden, für sie bleibt die Ehelosigkeit allerdings verpflichtend. Das
Amt des Diakons ist heute Männern vorbehalten, obwohl laut biblischer
Überlieferung auch Frauen dieses Amt innehatten.
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Diakon,
Ständiger |
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In Deutschland
gibt es etwa 2 500 Ständige Diakone. Weltweit arbeiten rund 25 000 von
ihnen in der Seelsorge. Das Wort Diakon entstammt dem Griechischen und
bedeutet Diener. Der Diakon ist schon in der Bibel erwähnt. Damals
wirkte er in der Armenpflege oder als Gehilfe des Bischofs beim
Gottesdienst. Seit dem fünften Jahrhundert verlor das Amt an Bedeutung.
Erst im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 60-er Jahres des
vergangenen Jahrhunderts bekam der Diakonat neuen Auftrieb.
Der Ständige
Diakonat ist ein Weiheamt der katholischen Kirche und steht auch
verheirateten Männern offen. Der Diakon arbeitet meist als Seelsorger in
einer Kirchengemeinde. Er begleitet die Menschen bei ihren vielfältigen
Aufgaben, verkündet die christliche Botschaft und übernimmt liturgische
Aufgaben wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Nicht alle Ständigen
Diakone sind hauptamtlich in der Kirche angestellt. Einige von ihnen
erfüllen den Dienst in Verbindung mit ihrem Zivilberuf.
Die Ausbildung
zum Ständigen Diakon erfolgt berufsbegleitend und dauert in der Regel
vier Jahre. Bedingung für die Weihe zum Diakon ist, dass die
Entscheidung von der Ehefrau eines Kandidaten ausdrücklich mit getragen
wird. Auch die evangelische Kirche kennt den Diakon. Dort erfüllt er in
erster Linie karitative und soziale Aufgaben.
Im Bistum
Magdeburg gibt es derzeit etwa 30 Ständige Diakone |
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Domkapitel |
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Die Aufgaben
des Domkapitels ergeben sich aus dem allgemeinen Kirchenrecht, aus
Beschlüssen der Deutschen Bischofskonferenz, aus Regelungen des
Konkordats, aus diözesanen Gewohnheiten und aus der Geschichte und
Bedeutung des Domkapitels: Hauptaufgabe des Domkapitels ist es,
bestimmte hervorgehobene Gottesdienste in würdiger Form in der
Kathedrale des Bistums zu feiern. Ihm ist die Wahrung der kirchlichen
Tradition im Bistum in besonderer Weise anvertraut.
Außerdem ist
dem Domkapitel in einigen Bistümern die
Wahl des Diözesanbischofs übertragen, wozu es beim Heiligen Stuhl eine
Liste geeigneter Kandidaten einreicht, aus der der Papst einen benennt. |
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Doxologie |
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Die Doxologie
(von griech. doxa = Ruhm, Ehre) ist der feierliche Lobpreis Gottes. Die
bekannteste Doxologie ist der Schluss des Vaterunser: "Denn Dein ist das
Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen." |
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Drei
Könige, Heilige |
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Das Fest der
Heiligen Drei Könige feiert die Kirche am 6. Januar, und die Länder
Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg begehen es als Feiertag.
Nach einem Text der Bibel handelt es sich jedoch nicht um Könige,
sondern - je nach Übersetzung - um Magier, Weise oder Sterndeuter aus
dem Osten. Sie folgten einem besonderen Stern und gelangten so nach
Bethlehem zum Jesuskind. In ihm erkannten sie den neugeborenen König der
Juden und brachten kostbare Geschenke dar.
Um die "Drei Weisen aus dem Morgenland" ranken sich zahlreiche Legenden
und Erklärungsversuche: Erst der Volksglaube machte sie zu Königen, und
erst im sechsten Jahrhundert erhielten sie die Namen Caspar, Melchior
und Balthasar. Meist wird Caspar als Myrrhe schenkender Afrikaner
abgebildet, der Europäer Melchior bringt Gold, und Balthasar als
asiatischer König schenkt Weihrauch.
Die Reliquien sollen zunächst in Konstantinopel aufbewahrt worden sein.
Später gelangten sie nach Mailand. Im zwölften Jahrhundert schenkte
Kaiser Barbarossa die sterblichen Überreste dem Reichskanzler und Kölner
Erzbischof Rainald von Dassel, der sie 1164 nach Köln bringen ließ. Die
Heiligen Drei Könige gelten als Schutzpatrone der Reisenden und
Gastwirte sowie der Spielkartenhersteller und Kürschner. |

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Dreifaltigkeitssonntag (Trinitatis) |
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Obwohl jeder
christliche Gottesdienst dem dreifaltigen Gott gewidmet ist, erinnert
dieses Fest in besonderer Weise an den Glauben der Christen an den
dreifaltigen Gott (Trinität). Es fällt auf den ersten Sonntag nach
Pfingsten, und zwar sowohl im katholischen als auch im evangelischen
liturgischen Kalender. Eingeführt wurde dieses Fest 1334 unter Johannes
XX. im Exil von Avignon. |
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Ehe - Heiraten - Ehesakrament |
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Die
katholische Kirche versteht die Ehe als ein Sakrament, also als ein
Zeichen, in dem Gott den sich Trauenden seine Liebe und Hilfe für das
gemeinsame Leben zusagt. Zudem gilt die Ehe als Abbild des Bundes
zwischen Christus und der Kirche: Wie Christus und die Kirche eins sind,
so gilt die Ehe als unauflösbare Gemeinschaft. Das Ehesakrament spenden
sich Frau und Mann selbst. In der Regel geschieht das in einer Kirche
und vor einem Priester. Für das gültige Zustandekommen einer Ehe stellt
die Kirche Bedingungen wie zum Beispiel den aufrichtigen Ehewillen der
Partner und die Bereitschaft für Nachkommen. Nur wenn die Bedingungen
erfüllt sind, gilt eine Ehe zwischen Christen als grundsätzlich
unauflöslich.
Im Bistum Magdeburg ging die Zahl der Eheschließungen zu Beginn der 90er
Jahr zurück. Sie liegt derzeit bei rund 200 Trauungen pro Jahr.
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Das Fest "Epiphanie"
zu deutsch "Erscheinung des Herrn" gehört zu den alten christlichen
Festen. In den Gottesdiensten wird der Bibeltext vorgetragen, der davon
erzählt, dass Sterndeuter (Magier) aus dem Morgenland zur Geburtsstätte
Jesu in Bethlehem gezogen sind, um ihn anzubeten. Der Volksglauben sieht
sie als Könige, wegen der Zahl ihrer Gaben als drei. Deshalb stellt man
an diesem Tag traditionell drei Königsfiguren an die Weihnachtskrippen.
Der Tag heißt auch Fest der Heiligen Drei Könige.
Die Christen
feiern mit dem Fest Epiphanie ihren Glauben, dass in dem Menschen Jesus
Gott selbst der Menschheit als der wahre Erlöser erschienen ist. Die
alten christlichen Überlieferungen nehmen mit diesem Begriff
"Erscheinung" (Epiphanie = griechisch) wahrscheinlich einen Begriff aus
ihrer griechisch-heidnischen Umwelt auf. Dort bezeichnete Epiphanie das
unvermittelte aber wohltätige Erscheinen einer Gottheit oder auch die
Ankunft des hellenistischen oder römischen Herrschers in einer Stadt. |
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Eucharistie |
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Die
Eucharistie (gr. eucharistia = Danksagung) ist zentraler Bestandteil des
katholischen Gottesdienstes und eines der sieben Sakramente. Sie
vergegenwärtigt den Opfertod Jesu und wird in jeder Messe in Erinnerung
an das letzte Abendmahl gefeiert, das Jesus vor seinem Leidensweg am
Gründonnerstag mit seinen Jüngern beging: "Und er nahm das Brot, sprach
das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das
ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem
Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser
Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird." (Lk
22, 19 ff)
Der Begriff "Abendmahl" für die Eucharistie ist nur in den evangelischen
Kirchen gebräuchlich. Brot und Wein werden durch das Hochgebet der
Eucharistie zu Leib und Blut Jesu Christi. Man spricht von der
Realpräsenz Jesu in den eucharistischen Gaben.
Für die Kommunion, d.h. in der Praxis meist den Empfang des
konsekrierten (=geheiligten) Brotes, ist der Glaube an die Realpräsenz
Christi Voraussetzung. Ebenso muss der Kommunizierende frei von schweren
Sünden sein. Da Christus nach katholischer Lehre in der konsekrierten
Hostie real gegenwärtig ist und es auch nach der Opferfeier bleibt,
werden die Hostien im Tabernakel verschlossen und als das Allerheiligste
verehrt. |
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Evangelium |
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Das
griechische Wort "euaggelion" bedeutet Frohe Botschaft. Vier Evangelien
sind von der Kirche anerkannt (Matthäus-, Markus-, Lukas- und
Johannesevangelium). Die Schriften unterscheiden sich teilweise in
Inhalt und Umfang, bilden aber eine innere Einheit. Sie berichten von
der »frohen Botschaft«, von Jesus Christus und seinen Worten und Taten.
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Evangelisten
nennt man die Verfasser der vier Schriften des Neuen Testaments, die man
als "Evangelium" (griechisch = Frohe Botschaft) bezeichnet. Diese
Schriften geben Zeugnis vom Wirken Jesu, sind also keine Protokolle des
Lebens Jesu. Sie sind jeweils für einen bestimmten Adressaten-Kreis
geschrieben, das heißt, sie haben die Situation bestimmter junger
christlicher Gemeinden vor Augen und schreiben auf diese Situation hin.
Die
Evangelisten werden in der Tradition als Apostel oder Apostel-Schüler
angesehen. Über ihre Biografien ist nur wenig bekannt.
In der
christlichen Ikonografie werden die Evangelisten stets mit folgenden
Symbolen gekennzeichnet:
Diese Symbole
sind der Apokalypse des Johannes (Offenbarung; 4,6-8) entnommen. |
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Fastenzeit |
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Die Fastenzeit
oder österliche Bußzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet in der
Woche vor Ostern, der Karwoche. In dieser Zeit bereiten sich die
Christinnen und Christen durch Tauferinnerung und Buße auf Ostern als
dem Fest der Auferstehung Jesu von den Toten vor.
Buße meint,
von der Sünde (Gutes unterlassen, Böses tun) abzulassen und sich Gott
erneut zuzuwenden (Umkehr). Sie konkretisiert sich in Gebeten und
Fasten, Besuch von Gottesdiensten und Werken der Nächstenliebe.
In der
Tauferinnerung machen sich die Gläubigen bewußt, daß durch die Taufe ein
neues Leben in Christus begonnen hat: Sünde und Tod haben nach
christlichem Glauben nicht das letzte Wort über das Leben des Menschen;
durch die Auferstehung Jesu ist der Tod ein für alle Mal besiegt und hat
seinen Schrecken verloren. "Uns Christen droht nicht der Tod. Was uns
‘droht’, ist die Auferstehung." (J. Calderón)
In der Feier
der Osternacht erneuern die Getauften ihr Taufversprechen, dem Bösen zu
widersagen, an Gott zu glauben und ihr Leben dementsprechend zu
gestalten. |
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Firmung |
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Die Firmung
ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Dabei wird der
Firmling nach kirchlichem Verständnis durch Gottes Geist gestärkt, ein
Leben aus dem Glauben zu führen.
Spender des Firmsakramentes ist der Diözesanbischof (oder sein
Weihbischof oder ein beauftragter Priester), der dem Firmling die Hand
auflegt, die Stirn mit Chrisam-Öl salbt und die Worte spricht: "(Name),
sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den heiligen Geist." Die Salbung
eines Menschen mit Öl versinnbildlicht seine Erwählung durch Gott und
bringt Segensfülle, Stärkung und Heil zum Ausdruck.
Mit der Firmung kommt zum Abschluss, was in der Taufe begonnen wurde:
Durch die Taufe werden die Taufbewerber in die Kirche eingegliedert. In
der frühen Christenheit waren Taufbewerber immer Erwachsene. In der
Osternacht empfingen sie nach der Taufe das Sakrament der Firmung, das
die Taufe besiegelte, und die Eucharistie. Taufe, Firmung und
Eucharistie hießen und heißen darum Sakramente der Eingliederung
(Initiationssakramente).
Als man zur Säuglingstaufe überging, wurde die Firmung als Vollendung
der Taufe zu einem späteren Zeitpunkt gespendet. Die Reihenfolge der
Eingliederungssakramente änderte sich damit: Taufe, Eucharistie,
Firmung. Gespendet wurden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So ist
es heute noch. Erwachsene Taufbewerber empfangen dagegen noch alle drei
Sakramente gemeinsam, hier hat man die Praxis der alten Kirche wieder
aufleben lassen.
Jugendliche (mitunter auch Erwachsene), die als Kind getauft wurden,
haben aber durch die spätere Firmung die Möglichkeit, ein bewußtes Ja zu
ihrem Glauben zu sagen. Als Säuglinge war ihnen das nicht möglich. Ab
jetzt sind auch weniger ihre Eltern als sie selbst für ihr Glaubensleben
verantwortlich - eben als "erwachsene" Gläubige.
Für den Empfang der Firmung gibt es keinen traditionellen Tag. Jede
Gemeinde stimmt einen Termin mit dem Bischof ab. Bis zur Firmung
durchlaufen die Firmlinge eine Vorbereitungszeit von mehreren Monaten.
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Fronleichnam |
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An
Fronleichnam feiern die Katholiken in besonderer Weise die Gegenwart des
Gottessohnes Jesus Christus im Zeichen des gesegneten Kelches und
Brotes. Als Ausdruck dieses Glaubens wird dabei seit dem 13. Jahrhundert
ein solches gesegnetes Brot - eine Oblate - in einem wertvollen
Behältnis allen sichtbar durch die Straßen getragen.
Das Fest geht zurück auf eine Vision der Augustinernonne Juliane von
Lüttich im Jahr 1209. Es wird berichtet, sie habe beim Beten den Mond
gesehen, der an einer Stelle verdunkelt gewesen sei. Christus, so
erzählte sie weiter, habe ihr erklärt, dass der Mond die Kirche bedeutet,
der dunkle Fleck darin das Fehlen dieses Festes. Bischof Robert von
Lüttich führte auf Anregung Julianes das Fest 1246 in seinem Bistum ein.
Papst Urban IV. legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach
Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII. sorgte 1317 dafür, dass das
Fest in der ganzen abendländischen Kirche begangen wird. Die erste
Fronleichnamsprozession fand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts
in Köln statt.
Das Wort "Fronleichnam" stammt aus dem Mittelhochdeutschen: "fron" heißt
"Herr" und "lichnam" meint den lebendigen Leib. Der Begriff entspricht
damit dem ursprünglichen lateinischen Ausdruck "festum sanctissimi
corporis Christi", also "Fest des heiligsten Leibes Christi". Heute hat
Fronleichnam den offiziellen Namen "Hochfest des Leibes und Blutes
Christi". |


Fronleichnamsprozession in Bonn |
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Glaubensbekenntnis |
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Glaubensbekenntnisse (Crede = "ich glaube", confessio = "Bekenntnis" ->
Konfession) fassen die wichtigsten Inhalte des christlichen Glaubens
zusammen. Das Wort "Glaubensbekenntnis" meint aber auch den Akt des
Christen, der sich zu dem Gott, den der Text des Bekenntnisses
beschreibt, bekennt.
Schon in den
ältesten Texten der Christenheit finden sich formelhafte
Zusammenfassungen wichtiger Glaubensinhalte ("Jesus Christus ist der
Herr"). Diese Formeln haben ihren Ort im Gottesdienst, sie sind weniger
theoretische Abhandlungen über Gott, sondern mehr Lobpreis Gottes. Die
ausgeprägteren Formen entstammen sicher den Tauf-Gottesdiensten und der
Unterweisung der Taufbewerber. Dazu zählt das bekannte "Apostolische
Glaubensbekenntnis", das alle christlichen Kirchen bekennen.
Ich
glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren aus der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden
von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen zu richten
die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Auf den
Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) wurde ein sehr viel
längeres Glaubensbekenntnis formuliert, das sogenannte
nizäno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis. Beide Formen haben
auch heute ihren Platz im christlichen Gottesdienst. |
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Gründonnerstag |
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In der
Abendmesse des Gründonnerstages gedenkt die Kirche des letzten
Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern und feiert die Einsetzung der
heiligen Eucharistie durch Jesus. Das "Grün" des Gründonnerstages stammt
vermutlich vom mittelhochdeutschen "gronan", weinen. Am Gründonnerstag
wurden früher Menschen, die für schwere Sünden öffentlich büßten, wieder
in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen. Diese Büßer nannte man auch
"Weinende".
Im
Gottesdienst am Abend erklingen zum letzten Mal bis zur Osternacht die
Glocken und die Orgel, die "Instrumente des Triumphes". Sie schweigen
zeichenhaft an den Tagen des Leidens und Todes Jesu. Auch das Entfernen
des Altarschmuckes am Ende der Messe und die Übertragung des
eucharistischen Brotes zu einem Seitenaltar stimmen die Gläubigen darauf
ein.
Nach der
Predigt kann der Priester den Mitgliedern der Gemeinde die Füße waschen.
Die Fußwaschung ist Ausdruck dienender Liebe, wie sie Jesus vorgelebt
hat. Obwohl es ein Knechtsdienst war, hatte auch Jesus beim letzten
Abendmahl den Jüngern die Füße gewaschen. |

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Der hebräische
Wortstamm hallel heißt lobsingen. Das Wort "Halleluja" begegnet vor
allem in den Psalmen des Alten Testaments und in der Offenbarung des
Johannes im Neuen Testaments. Die Wortendung bezeichnet den Gottesnamen
Jahwe, das Wort heißt somit soviel wie "lobsinget Gott".
Diesen
Jubelruf hat die christliche Gemeinde aus dem jüdischen Gottesdienst
übernommen. Er hat im christlichen Gottesdienst seinen festen Platz vor
der Verkündung des Evangeliums, als Begrüßung Christi. In der Osterzeit
spielt dieser Ruf noch einmal eine herausragende Rolle. |
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Heiliger
Geist |
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Der Heilige
Geist ist die schöpferische Kraft Gottes. Die Kirche glaubt, dass im
Heiligen Geist Gott selber mitten unter den Menschen ist. Im Vertrauen
darauf wagt sie es immer wieder sich kritisch zu äußern. Die Gefahr
missverstanden zu werden, nimmt sie dabei in Kauf. In der Kunst wird der
Heilige Geist oft als weiße Taube dargestellt. |

Aussendung des Heiligen Geistes. Fresko im Gewölbe des
Hochchores |
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Himmelfahrt |
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Vierzig Tage
nach Ostern feiern Katholiken und Protestanten das Fest Christi
Himmelfahrt. Im Zentrum des Festes steht jedoch nicht die Frage nach dem
technischen Wie der Himmelfahrt. Vielmehr soll deutlich werden, dass
Christus dahin zurückkehrt, von wo aus er in die Welt gekommen ist: zu
Gott, seinem Vater.
Heute sprechen die Kirchen auch von der Erhöhung Christi. Damit wollen
sie sagen, dass Jesus an der Herrlichkeit Gottes teil hat, dass er Gott
gleich geworden ist. Die Redensart "in den Himmel kommen" bedeutet
folglich nicht einen konkreten Raum. Vielmehr drückt sie die Nähe zu
Gott aus, die enge Verbundenheit mit ihm.
Die Autoren der Bibel haben das vor fast 2.000 Jahren mit ihren Worten
und mit den Vorstellungen ihrer Zeit ausgedrückt. Eng verbunden mit der
Himmelfahrt Christi ist sein Auftrag, seine Botschaft von der Liebe
Gottes allen Menschen zu verkünden. In diesem Auftrag wurzelt bis heute
das Wirken der Kirche. |
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Hochaltar |
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Für die
christliche Gemeinde ist der Altar der Ort, um den sie sich bei der
Feier der Messe (Eucharistiefeier) versammelt. Über Jahrhunderte war das
nicht möglich, weil der Altar in den meisten Kirchen an die Ostwand
gerückt und mit allerlei Aufbauten versehen war. Einen solchen Altar
nennt man Hochaltar. Als Konsequenz für die Feier der Messe ergab sich,
dass der Priester am Altar mit dem Rücken zur Gemeinde stand.
Vor allem zwei
Entwicklungen führten dazu, dass sich der Altar nicht mehr zwischen
Priester und Gemeinde, sondern an der Rückwand befand.
Einmal setzte
sich die Ostung als Gebetsrichtung im Gottesdienst durch. Für die
Christen war das Gebet in Richtung des Sonnenaufgangs ein
Glaubensbekenntnis an Jesus Christus. Von dort erhoffte man sich seine
Wiederkehr zum Gericht am Jüngsten Tag. Dementsprechend wurden auch die
Kirchen nach Osten ausgerichtet. D.h. eine gedachte Linie vom Eingang
zum Altar verlief von Westen nach Osten. Da auch der Priester in
Richtung Osten betete, stand er mit dem Rücken zum Altar. Nach und nach
wurden darum die Altäre in den Kirchen an die Ostwand verschoben.
Außerdem
veränderte sich die Eucharistiefrömmigkeit. Es wurde weniger wichtig,
das eucharistische Brot im Rahmen der Messe zu empfangen als es
anzusehen und anzubeten, auch außerhalb der Messfeiern. Als Tisch für
das eucharistische Mahl der Gemeinde hatte der Altar so fast überall
ausgedient. Der an die Ostwand gerückte Altar wurde mit Bildern,
Heiligenfiguren, Kerzen und Blumenschmuck umgeben. Aufbauten mit Säulen
und Nischen für Reliquien, Figuren und Bildern wurden auf den Altar
gesetzt. In der Barockzeit fügte man schließlich einen Tabernakel in die
Aufbauten ein, eine Art Schrank, in dem das eucharistische Brot
aufbewahrt und angebetet werden konnte. Der eigentliche Altar erschien
so nur noch wie ein Unterbau und fast als Nebensächlichkeit.
Erst die
Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) korrigierte
diese Fehlentwicklungen und rückte den Altar wieder in die Mitte der
Gemeinde. Da man die oft (kunsthistorisch) wertvollen Hochaltäre nicht
abbrechen wollte, ließ man sie in der Regel stehen und errichtete einen
neuen Altar mit der Grundform eines Tisches. Der Tabernakel des
Hochaltares kann nach wie vor für die Aufbewahrung des eucharistischen
Brotes benutzt werden. |

Hochaltar im Bonner Münster |
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Hostie |
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Eine Hostie
(lateinisch "hostia" = Opfergabe) ist ein in Form einer kleinen Scheibe
gebackenes Weizenbrot (Oblate). Die Hostie findet bei der
Eucharistiefeier (Messe, Abendmahl) Verwendung. |
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Der Karfreitag
ist als Gedächtnistag der Kreuzigung Jesu seit dem vierten Jahrhundert
bezeugt. Strenges Fasten kennzeichnet diesen Tag. Um 15 Uhr, der
Todesstunde Jesu, versammelt sich die Gemeinde und erinnert sich des
Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz. Die liturgische Feier besteht aus
drei Teilen: dem Wortgottesdienst mit der Verlesung der
Passionsgeschichte aus dem Johannesevangelium, der Kreuzverehrung und
der Kommunionfeier. Messen dürfen am Karfreitag und Karsamstag nicht
gefeiert werden.
Für die
evangelischen Christen ist der Karfreitag der höchste Feiertag im Jahr
und wird häufig kirchenmusikalisch besonders ausgestaltet. |
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Die
Bezeichnungen für das närrische Treiben sind regional verschieden. Im
Rheinland heißt es Karneval, in anderen Gegenden Fastnacht. In
Sachsen-Anhalt wird überwiegend Fasching gefeiert.
Ähnlich variabel sind die Wortableitungen, die auf die 40-tägige
christliche Fastenzeit vor dem Osterfest hinweisen. Das Wort Fastnacht
ist seit dem zwölften Jahrhundert im Mittelhochdeutschen bekannt. Die
Bezeichnung Karneval entstammt vermutlich dem italienischen "carne vale",
was etwa "Fleisch lebe wohl" bedeutet. Umstritten ist, ob die Feiern
neben religiösen Bezügen auch in germanisch-heidnischen Riten, den
Fruchtbarkeitskulten und der Wintervertreibung ihre Wurzeln haben.
Im 13. und 14. Jahrhundert gehörten Gastmähler, Trinkgelage,
Reiterspiele und Tanz zu den Bräuchen der "Fünften Jahreszeit". Die Art
der Festlichkeiten hat sich seitdem kaum verändert: Mit Tanz, Spiel,
Umzügen und Verkleidungen wird in den Tagen vor der Fastenzeit die
bestehende Ordnung außer Kraft gesetzt und im Narrengewand gespottet.
Ein Höhepunkte der närrischen Zeit sind der Donnerstag vor
Aschermittwoch, die Weiberfastnacht, sowie der Rosenmontag und der
Veilchendienstag, an dem die Faschingszeit mitunter feierlich und
tränenreich zu Grabe getragen wird. |
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Karwoche |
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Am Sonntag vor Ostern - am
Palmsonntag - beginnt die Karwoche; sie endet am
Karsamstag. Während dieser Tage gedenken die Christen der Hinrichtung
Jesu am Kreuz und bereiten sich auf ihr größtes Fest vor, auf Ostern. Da
feiern sie die Auferstehung Jesu von den Toten.
Das Wort "Kar"
entstammt dem Althochdeutschen und bedeutet "Kummer". Als besondere
"Kummertage" begehen die Christen den Gründonnerstag und Karfreitag. Der
Palmsonntag erinnert sie an den Sonntag vor der Hinrichtung Jesu: Viele
Menschen hatten ihn damals wie einen König mit Palmwedeln begrüßt.
Den
Gründonnerstag feiern die Christen seit etwa 1.500 Jahren. Es ist
der Abend vor Jesu Tod. Gemäß der Bibel verbrachte er seine letzten
Stunden im engsten Freundeskreis. Bei einem gemeinsamen Mahl sprach
Jesus von seinem bevorstehenden gewaltsamen Sterben und mahnte die
Freunde, zum Gedächtnis an seinen Tod fortan gemeinsam das Abendmahl zu
feiern. Der Gründonnerstag gilt darum als Ursprung der Abendmahlsfeiern.
Der Name des Tages geht auf das alte Wort Grunen oder Greinen zurück.
Der Gründonnerstag ist wegen des nahen Todes Jesu ein Tag der Trauer. So
verstummt im Gottesdienst nach dem Lobpreis Gottes die Orgel. Auch die
Glocken schweigen bis zum Osterfest.
Das Leiden und
der Tod des Gottessohnes Jesus stehen im Zentrum des Karfreitags
(Kummer-Freitag). Zur Stunde seines Todes, nachmittags drei Uhr, kommen
die Katholiken in der Kirche zusammen, um aus der Bibel die
Leidensgeschichte Jesu zu hören und mit einer Kniebeuge das Kreuz zu
verehren. Die Traurigkeit dieses Tages zeigt sich auch in der Gestaltung
der Kirche: Auf dem Altar stehen weder Blumen noch Kerzen, und die
Lieder werden ohne Orgelbegleitung gesungen. |
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Katechumenat |
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Der oder das
Katechumenat ist für die erwachsenen Taufbewerber die Zeit der
Vorbereitung auf die Initiationssakramente Taufe, Firmung und
Eucharistie. Die Teilnehmer eines Katechumenates heißen Katechumenen.
Schon in der
alten Kirche kam die Einsicht auf, dass der Weg zum Glaube ein
Wachstumsprozeß ist, der der Begleitung und Unterweisung bedarf. Mit dem
Katechumenat ermöglicht man den Katechumenen, in die Praxis des Glaubens
und in die Gemeinschaft der Kirche hineinzuwachsen.
Das
Katechumenat ist mehr als nur ein intellektueller Lernvorgang, auch wenn
die Einführung in die Inhalte des Glaubens dazu gehört. Nicht weniger
entscheidend ist die Teilnahme der Katechumenen am Gemeindeleben. Hier
werden sie nicht nur mit den Gottesdiensten und den Feiern im
Kirchenjahr vertraut, hier erfahren sie auch Unterstützung und
Begleitung durch die Gemeinde(mitglieder): Gebete und Segnungen, eigens
für die Katechumenen ausgerichtete Gottesdienste, Gespräche und
Erfahrungsaustausch.
Für das
Katechumenat ist ein ausreichender Zeitraum vorgesehen, in der Regel
wenigstens ein Jahr. |
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Kathedrale |
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Eine
Kathedrale ist die zentrale Kirche eines Bistums, von vielen auch Dom
genannt. In ihr steht die Kathedra, der Bischofsstuhl. Das Wort
Kathedrale leitet sich vom griechischen "kathedra" ab, was übersetzt
soviel heißt wie Lehrstuhl und auf die Lehr- und Verkündigungsvollmacht
des Bischofs verweist. Laut Kirchenrecht ist die Kathedrale zugleich der
Ort, an dem ein Bischof geweiht und/oder in sein Amt eingeführt wird. |
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Kirche |
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Das im
Deutschen verwendete Wort "Kirche" hat sich aus dem altgriechischen
Terminus "kyriakä" entwickelt und lässt sich als "dem Herrn -- dem
kyrios -- gehörig" übersetzen. Das lateinische Wort für Kirche - "ecclesia"
- bedeutet hingegen "die Herausgerufenen". Beide Begriffe umschreiben
gemeinsam, was im Deutschen unter Kirche als christliche "Gemeinde"
verstanden wird: Menschen, die sich durch die Taufe zu Jesus Christus
und zu der um ihn versammelten Gemeinschaft bekennen.
Dem christlichen Glauben zufolge ist Jesus Christus selbst in der Kirche
gegenwärtig und geistlich erfahrbar; er ist das Haupt, die Christen sind
die Glieder des einen Leibes (vgl. 1 Kor 12). Insofern ist die Kirche
sichtbares Zeichen des andauernden Heilswirkens Gottes in der Welt,
konkret erfahrbar in den Sakramenten wie beispielsweise bei Buße,
Firmung und Priesterweihe.
Die Vollmacht der Verkündigung des christlichen Glaubens liegt bei den
Nachfolgern der Apostel, bei den Bischöfen und Priestern. Allerdings hat
neben dem besonderen Priestertum der geweihten Priester zugleich jeder
Christ durch Taufe und Firmung Anteil am Allgemeinen Priestertum aller
Gläubigen. Beide Formen des Priestertums entspringen der Teilhabe am
eigentlichen Hohen Priester Jesus Christus, dem Mittler zwischen Gott
und Menschen, und sind einander zugeordnet. |
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Das
Kirchenjahr beginnt mit dem ersten Adventssonntag und endet mit dem
Christkönigsfest.
Innerhalb des Kirchenjahres gibt es den Weihnachts- und den
Osterfestkreis.
Der Weihnachtsfestkreis wird bis zum Fest der Taufe des Herrn (Sonntag
nach Epiphanie) gefeiert, der Osterfestkreis beginnt mit Aschermittwoch
und der 40tägigen Fastenzeit und endet mit Pfingsten. Die darauf
folgenden Sonntage bis zum Christkönigsfest sowie die Sonntage zwischen
Weihnachtsfestkreis und Fastenzeit werden als "Sonntage im Jahreskreis"
gezählt, so dass sich die nachstehende Reihenfolge ergibt:
1.-4. Adventssonntag, Weihnachten, Fest der heiligen Familie, Hochfest
der Gottesmutter Maria (1. Januar), Erscheinung des Herrn (Epiphanie, 6.
Januar), Taufe des Herrn, Sonntage im Jahreskreis, Aschermittwoch,
Fastenzeit, Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern, Christi
Himmelfahrt, Pfingsten, Sonntage im Jahreskreis, Dreifaltigkeitssonntag,
Fronleichnam, Herz-Jesu-Fest, Christkönigssonntag. |

www.festjahr.de
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Kirchweihe,
Kirchenweihe |
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"Wo zwei oder
drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen",
sagt Jesus Christus im Matthäus-Evangelium (Mt 18,20). Daher sind
Christinnen und Christen für ihre Gottesdienste an keinen bestimmten Ort
gebunden. Sie können sich überall versammeln, um zu beten, das Wort
Gottes aus der Bibel zu hören und die Eucharistie zu feiern.
Entscheidend ist nicht wo, sondern dass sie sich versammeln.
Seit dem
dritten Jahrhundert ist es üblich, zur Versammlung in einem bestimmten
Gebäude, der Kirche, zusammen zu kommen. Das Kirchengebäude ist nicht
durch sich ein besonderer Ort, sondern erlangt seine Würde "durch das
darin versammelte Gottesvolk und seine im Gottesdienst erfahrene
Begegnung mit Gott" (Rupert Berger). Problematisch ist es, von der
Kirche als Wohnstätte Gottes zu sprechen, denn nach christlichem
Verständnis will Gott an jedem Ort und zu jeder Zeit den Menschen nahe
sein.
Bei der
Kirchweihe wird eine Kirche ihrer Bestimmung als Versammlungsort der
Gemeinde übergeben. Die Kirchweihe leitet in der Regel der Ortsbischof,
in einem Verhinderungsfall ein anderer Bischof. Als Ausnahmefall gilt,
wenn eine Kirchweihe von einem dazu eigens beauftragten Priester
vorgenommen wird.
Die Liturgie
der Kirchweihe war im Laufe der Geschichte vielfachen Einflüssen und
Veränderungen unterworfen. Der heutige Kirchweihritus findet im Rahmen
einer Messfeier statt und besteht aus der
-
Segnung
des Wassers am Taufbrunnen mit Entzünden der Osterkerze und
Tauferinnerung der Gemeinde,
-
Segnung
des Ambos (Lesepult) als Ort der Verkündigung des Wortes Gottes zu
Beginn des Wortgottesdienstes,
-
Weihe des
Altares vor der Eucharistiefeier,
-
Segnung
des Tabernakels (Aufbewahrungsort des eucharistischen Brotes) nach
der Kommunion.
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Das
lateinische Wort "corpus" bezeichnet den Leib (des Herrn). Das Korporale
ist ein quadratisches Leinentuch, das in der Mitte des Altares
ausgebreitet wird, um die eucharistischen Gaben Brot und Wein darauf zu
bereiten. |
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Nach
christlicher Überlieferung ist Jesus von Nazareth etwa um das Jahr 30
wahrscheinlich wegen Anstiftung zum Aufruhr unter dem römischen
Provinzverwalter Pontius Pilatus in Jerusalem am Kreuz hingerichtet
worden. Nach den Berichten seiner Anhänger ist er drei Tage danach
auferstanden, was den späteren Christen als Beweis für seine Gottheit
galt.
Für die Antike ist das Kreuz Instrument für die schändlichste Form der
Todesstrafe. Für die Christen ist es zum Zeichen des Sieges Jesu über
den Tod geworden.
Über die Exekutionsmethode "Kreuzigung" gibt es verschiedene
Auffassungen: Geläufig ist die Annahme, dass der Verurteilte mit seinen
Händen und Füßen ans Kreuz genagelt und dieses dann aufgerichtet wurde.
Bei Massenhinrichtungen ist aber die Befestigung mit Stricken am Kreuz
aus Zeitgründen wahrscheinlicher. Der Gekreuzigte starb einen qualvollen
Hungertod, verdurstete oder brach sich das Genick.
Die Darstellung des Kreuzes im Christentum ist erst seit dem 2.
Jahrhundert an Gräbern nachgewiesen. Größere Bedeutung bekommt das Kreuz
seit dem 4. Jahrhundert, etwa in der Kreuzesvision des römischen Kaisers
Konstantin, der vor einer entscheidenden Schlacht am Himmel ein
Sonnenkreuz mit der Aufschrift "in hoc signum vinces" (Lateinisch: In
diesem Zeichen wirst du siegen) gesehen haben will. Dieses Erlebnis
führte dazu, dass Konstantin im Mailänder Toleranzedikt von 313 das
Christentum zur anerkannten Religion machte.
Heute werden die meisten Gegenstände der Kirchenausstattung mit Kreuzen
geschmückt. Die Darstellung des Gekreuzigten, das Kruzifix, findet sich
erstmals verstärkt in der romanischen Kunst, Dort wird der Gekreuzigte
als Herrscher und Sieger über den Tod dargestellt. Erst die gotische
Kunst des Mittelalters zeigt den leidenden und sterbenden Jesus. Für die
christlichen Riten wurde das Kreuz zudem bei Umzügen und Prozessionen
bedeutsam. Seit dem 11. Jahrhundert ist der Brauch des Altarkreuzes
nachgewiesen. Bei Bischöfen und höheren Würdenträgern erscheint das
Brustkreuz, das eine besondere Verbundenheit und Nähe zum gekreuzigten
Jesus ausdrücken soll. |
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Kreuzweg |
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Mit Beginn der
Fastenzeit beten die katholischen Christen den Kreuzweg. Dabei setzen
sie sich mit dem Leiden Jesu auseinander, sehen darin aber auch die Not
aller Menschen und nehmen sie in ihr Gebet auf.
In den Kirchen ist der Kreuzweg anhand der Kreuzweg-Stationen
dargestellt. Traditionell sind das 14 Bilder. Sie beginnen mit dem
Todesurteil durch den römischen Statthalter Pontius Pilatus, meditieren
dann das leidvolle Tragen des Kreuzes sowie die Begegnung Jesu mit
seiner Mutter und enden mit Tod und Grablegung des Gottessohnes. Neuere
Kreuzweg-Darstellungen verbinden das Los Jesu auch mit dem Schicksal
heute verfolgter und gefolterter Menschen.
Der Brauch, den Kreuzweg zu beten, entstand im 14. Jahrhundert in
Jerusalem. Franziskaner führten dort die Pilger zu den Leidensorten
Jesu, um mit ihnen betend diese Ereignisse zu betrachten. Nach Europa
zurückgekehrt begannen die Pilger, die Kreuzweg-Stationen in ihren
Heimatorten nachzubilden. Die Zahl der Stationen variierte zunächst
zwischen sieben und 43. Erst im 16. Jahrhundert setzte sich die heute
übliche Zahl durch. In neuester Zeit geschieht es aber immer häufiger,
dass dem Kreuzweg wieder eine Station hinzugefügt wird: die Auferstehung
Jesu von den Toten am Osterfest.
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Kreuzgang |
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Ein Kreuzgang
ist ein überdachter, rechteckiger Umgang um einen Hof an Dom-, Stifts-
und Klosterkirchen. Meist ist er quadratisch angelegt. Zum Hof hin ist
der Kreuzgang durch Arkaden begrenzt, die entweder offen oder durch
große Fenster abgeschlossen sind. Meist liegt er an der Südseite der
Kirche. Der Kreuzgang verbindet die Räume eines Klosters oder Stiftes,
dient zur Sammlung der Mönche oder Nonnen zu Prozessionen, als Ort der
Ruhe, manchmal auch als Begräbnisort. |
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Kreuzzeichen |
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Mit dem
frühchristlichen Segensgestus "Im Namen des Vaters und des Sohnes und
des Heiligen Geistes" wurde und wird die Taufe gespendet. Dabei wird mit
den Händen das Zeichen des Kreuzes über den Täufling gemacht.
Das Kreuzzeichen ist Erinnerung an die Taufe und drückt aus, dass der
Mensch sich zu Gott und Jesus Christus und den Heiligen Geist zugehörig
fühlt und von ihm das Heil erhofft. |
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Lichtmess,
Mariä |
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Das Fest
"Darstellung des Herrn", im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt, wird
seit Mitte des 5. Jahrhunderts 40 Tage nach Weihnachten, also am 2.
Februar, begangen. Im antiken Rom verband sich dieser Tag mit einer
ursprünglich heidnischen Lichterprozession. Das darauf aufbauende
christliche Fest wurde in der katholischen Kirche allmählich zum
Marienfest am Ende der Weihnachtszeit. Seit 1969 (mit Einführung der
Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil) wird es wieder als
wesentliche Station im Leben Jesu gefeiert. Traditionell wird es mit
Lichterprozession und Kerzenweihe begangen.
Nach
alttestamentlichen Vorschriften (Levitikus / 3. Buch Mose, Kap. 12) galt
eine jüdische Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage als kultisch
unrein und musste danach ein Reinigungsopfer darbringen. Außerdem wurde
der Erstgeborene als Eigentum Gottes angesehen und musste durch ein
Opfer ausgelöst werden. Dieser Vorschrift entsprachen Jesu Eltern im
Tempel von Jerusalem: Jesus wurde durch Maria und Josef "dargestellt".
Weiterhin spricht der Evangelist Lukas (2,22-39) von der Begegnung der
heiligen Familie mit den Greisen Simeon und Hanna. Simeon bricht in
Jubel aus und nennt Jesus das "Licht, das die Heiden erleuchtet".
Bis 1912 war
Lichtmess gesetzlicher Feiertag in Sachsen. Denn speziell für das
bäuerliche Leben hatte dieser Einschnitt große Bedeutung: Knechte und
Mägde bekamen den Jahreslohn und konnten ihre Anstellung wechseln. Ab
diesem Tag - die Sonne steht fast eine halbe Stunde länger am Himmel als
zur Wintersonnenwende - gebot der sparsame Landwirt, Frühstück und
Abendbrot bei Tageslicht einzunehmen: "Lichtmess - bei Tag ess". "Wenn
es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit",
sagt eine alte Wetterregel. |
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Liturgie |
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Der Begriff
Liturgie geht zurück auf griech. leiton ergon = "Dienst am Volk" und
bezeichnet die gottesdienstliche Versammlung der Gemeinde bzw. das
gesamte gottesdienstliche Tun.
Der Begriff stammt aus der griechisch-orthodoxen Kirche und ist seit dem
16. Jahrhundert auch in der römisch-katholischen Kirche gebräuchlich.
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Mariä Heimsuchung, Fest (2. Juli) |
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Im
Lukas-Evangelium 1,39 bis 56 wird erzählt, wie die schwangere Maria ihre
Verwandte Elisabeth besucht. Hier findet sich das Magnificat, einer der
wichtigsten Gebetstexte aus dem Neuen Testament, der regelmäßig im
Gottesdienst gebetet wird. Der Hymnus preist die Heilstaten Gottes.
Daran
anknüpfend haben zuerst die Franziskaner im 13. Jahrhundert ein eigenes
Fest Mariä Heimsuchung gefeiert. Das Fest wurde von Papst Pius V.
1568/70 allgemein eingeführt. Im neuen Römischen Kalender wurde es auf
den 31. Mai verlegt, der deutsche Regionalkalender belässt es jedoch auf
seinem alten Termin, dem 2. Juli. |
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Martin, Heiliger
(11. November) |
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Martin von
Tours wurde 316 in heutigen Ungarn als Sohn eines römischen Tribuns
geboren. Seinem Vater folgend, trat er zunächst in die Armee ein. Nach
seiner Bekehrung zum Christentum, quittierte er jedoch den Militärdienst
und wurde Missionar. Später zog Martin sich als Einsiedler auf eine
Insel nahe Genua zurück. Schon da galt Martin als ein Heiliger Gottes.
Bischof von Tours wurde er 371, wo er 26 Jahre später auch starb. Das
Grab des fränkischen Nationalheiligen und Patrons der Schneider, Bettler
und Kriegsdienstverweigerer befindet sich in der Kathedrale von Tours.
Brauchtum zum Martinstag
Noch heute ist der Martinstag mit vielen Bräuchen verbunden. So gibt es
das Martinshörnchen, das in seiner Form den Broten ähnelt, die zur Zeit
Martins gegessen wurden. Eine andere Tradition ist die Martinsgans: Als
die Bewohner der französischen Stadt Tours Martin zu ihrem Bischof
machen wollten - heißt es in der Legende - soll der sich aus
Bescheidenheit versteckt haben. Aufgespürt haben sie ihn schließlich in
einem Gänsestall. Das aufgeregte Schnattern des Federviehs hatte ihn
verraten.
Im Volksbrauch galt der Martinstag zudem als Tag des Winteranfangs. Am
Martinstag waren Korn- und Weinernte beendet, und es begann das
Schweineschlachten. Oft wechselten die Knechte und Mägde ihre
Dienststellen, und die bäuerlichen Abgaben wie der Zehnte waren fällig.
Seit dem 6. Jahrhundert begann am Martinstag das bis Weihnachten
dauernde Adventsfasten. Darum fanden am Vorabend noch einmal große
Schmausereien statt. Häufigster Festbraten war die Martinsgans.
Im Bistum Magdeburg finden am 11. November in vielen Orten Martinsfeiern
für die Kinder statt. Dabei wird ihnen die Legende des Heiligen nahe
gebracht. Oft erhalten sie im Anschluss an die Lampionumzüge die
bekannten Martinshörnchen. |



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Ministrant,
Messdiener |
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Ministranten
(von lat. ministrare, dienen) sind Helfer, die dem Priester bei der
Gottesdienstfeier zur Hand gehen. Mancherorts werden sie auch Messdiener
genannt. Meist sind es Kinder und Jugendliche - Mädchen wie Jungen -,
die nach der Erstkommunion Ministranten werden und es häufig bis zum
Ende ihrer Schulzeit bleiben. Eine Altersbegrenzung nach oben gibt es
aber nicht. In vielen Gemeinden dienen auch Ältere und Rentner als
Ministranten in den Gottesdiensten, besonders in den Messen und bei
Beerdigungen an Wochentagen, wenn für Kinder der Schulbesuch ansteht.
"Haupteinsatzort" der Ministranten ist der Sonntagsgottesdienst in der
Kirchengemeinde: die Heilige Messe. In der normalen Messfeier dienen in
der Regel zwei bis vier Ministranten, in einem feierlichen Gottesdienst
können es sieben bis fünfzehn und mehr Ministranten sein. Die
Ministranten halten beim Tagesgebet dem Priester das Messbuch vor, sie
bereiten den Altar und bringen für die Eucharistiefeier die Gaben Brot
und Wein herbei. In feierlichen Gottesdiensten tragen sie das
Vortragekreuz und Kerzen und bedienen das Weihrauchfass. Ansonsten
können Ministranten auch in jedem anderen Gottesdienst dienen: bei
Sakramentenspendungen wie Taufe oder Eheschließung, bei Beerdigungen,
feierlichen Prozessionen u.a.m. |
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Motette |
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Als Motette
wird geistlicher mehrstimmiger Gesang ohne Instrumentalbegleitung
bezeichnet. Die Texte einer Motette sind meist biblischen Ursprungs und
werden in Latein gesungen. Die Motette bildete sich im Mittelalter
heraus und hatte ihre Blütezeit in Renaissance und Barock (Orlando di
Lasso, Palestrina, Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach). |
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Myrrhe |
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Myrrhe ist
Harz, das man im Orient von bestimmten Balsambaumgewächsen gewinnt und
zu wohlriechenden Essenzen und Räucherstoff verarbeitet.
Myrrhe war zu
Jesu Zeiten ein geschätztes Geschenk und wird deshalb unter den Schätzen
aufgeführt, die die Magier aus dem Osten zur Krippe mitbringen. |
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Neujahr -
Zeitrechnung - Kalender |
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Julius Cäsar
legte 45 Jahre vor Christi Geburt den Beginn des Jahres vom 1. März auf
den 1. Januar. Die Römer feierten an diesem Tag den Gott Janus in
ausgelassener Freude. Zum Fest gehörten auch abergläubische Bräuche. Oft
kam es zu Ausschweifungen. Die Kirche versuchte später, dem
entgegenzusteuern. Auf den ersten Januar legte sie den Gedenktag an die
Gottesmutter Maria. Papst Paul VI. erklärte 1967 den Neujahrstag zum
Weltfriedenstag.
Der heutige Kalender basiert auf der Kalenderreform des Julius Cäsar.
Grundlage für die römische Zeiteinteilung bildete aber das Wissen der
Ägypter und Babylonier. Die durchschnittliche Dauer eines Jahres nach
dem Julianischen Kalender war allerdings mehr als elf Minuten länger als
das Sonnenjahr. So betrug die Differenz zwischen Kalender und Sonnenjahr
nach 128 Jahren bereits einen Tag.
Papst Gregor XIII. glich diesen Fehler aus. Auf Anregung des Philosophen
Nikolaus von Cues und des Astronomen Kopernikus ließ er den Kalender
1582 überarbeiten. Die wichtigste Änderung: Seither entfallen in 400
Jahren dreimal die Schalttage. Dieser Kalender setzte sich in
nichtkatholischen Ländern nur langsam durch. In Europa galten noch lange
fünf weitere Daten für die Festlegung des Jahresbeginns. In anderen
Kulturen gibt es auch heute andere Termine. |
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Nikolaus,
hl. (6. Dezember) |
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Sein Tag ist
bei vielen mit schönen Erinnerungen verbunden: Am 6. Dezember besucht
Sankt Nikolaus die Kinder. Das Gedenken an den Bischof von Myra ist
katholischen Ursprungs; Luther hatte versucht, es abzuschaffen. Das Fest
gehört aber noch heute zum festen Brauchtum in katholischen Gemeinden.
Der Nikolaus kommt zu den Kleinen und befragt sie, ob sie denn "auch
immer brav gewesen" sind. Knecht Ruprecht, Begleiter des heiligen
Mannes, wedelt bedrohlich mit einer Rute, aber letztlich bekommen die
Kinder das, was sie sich erhoffen: Süßigkeiten und Geschenke. Früher war
Nikolaus der Tag der Geschenke, ähnlich wie es noch heute weitgehend in
Holland Brauch ist.
Seit dem beginnenden 19. Jahrhundert wird die Nikolausgestalt immer mehr
verweltlicht und schließlich zum Weihnachtsmann, der manchmal auch als
Überbleibsel germanischer Gottheiten oder als Personifizierung der Natur
gedeutet wird, so wie er etwa im Osten als Väterchen Frost bekannt ist.
Davon weitgehend unbeeinflusst findet das Nikoausbrauchtum in seiner
christlichen Prägung in vielen Familien immer noch statt.
Von der historischen Person des Nikolaus gilt als sicher, dass er
Bischof von Myra war, das an der heute türkischen Mittelmeerküste liegt.
Wahrscheinlich lebte er im vierten Jahrhundert. Die in Myra schon früh
einsetzende Verehrung war von der Erinnerung an seien Güte bestimmt.
Dieser Wesenszug kennzeichnet auch die vielfältigen
Nikolausüberlieferungen. Um den Heiligen ranken sich zahlreiche
Legenden, deren Ursprünge aber auch bei anderen Heiligen gleichen Namens
liegen. Einer Legende zufolge erweckte Nikolaus drei ermordete Schüler
wieder zum Leben. Er gilt deswegen als Patron der Schüler. Im
Mittelalter wählten Klosterschüler am Vorabend des Nikolausfestes einen
Kinderbischof. Dieser bekleidete sich mit den Gewändern eines Bischofs,
visitierte die Klosterschule. Er bestrafte und belohnte Schüler,
letzteres auch mit Süßigkeiten. |
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Ölweihe |
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Die
Ölweihmesse (missa chrismatis) wird im Bistum Erfurt am späten
Dienstagvormittag gefeiert. Der übliche Zeitpunkt ist allerdings der
Vormittag des Gründonnerstages. Die Messe feiert der Bischof zusammen
mit den Priestern seines Bistums. In der Ölweihmesse werden die heiligen
Öle geweiht, die bei der Sakramentenspendung und bei Kirch- und
Altarweihen verwendet werden. Die Salbung mit Öl versinnbildlicht die
Erwählung durch Gott und bringt Segensfülle, Stärkung und Heil(ung) zum
Ausdruck. |
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Ostern |
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Am
Ostersonntag feiern die Christen die Auferstehung Jesu von den
Toten. Das ist das Fundament des christlichen Glaubens. Darin sehen sie
die Gewähr, dass am Ende das Leben über den Tod und die Wahrheit über
Lüge, Unrecht und Hass siegt. In der Bibel wird die Auferstehung nicht
beschrieben. Nirgends ist davon die Rede, dass sie jemand beobachtet
hat. Was es in der Heiligen Schrift gibt, sind Berichte über das leere
Grab, die Verkündigung der Auferstehung durch einen Engel und Berichte
über Erscheinungen des Auferstandenen.
Im
Oster-Gottesdienst finden sich viele Symbole, um den Glauben an die
Auferstehung deutlich zu machen. So verweist das zum Beginn der Feier
entzündete Licht auf Christus. Wie die Kerze das finstere Kirchenschiff
erhellt, so verstehen die Christen Jesus als Licht für die Welt.
Der bekannteste Osterbrauch ist das Verschenken bemalter Eier.
Das Ei ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Zudem soll es
Zeichen dafür sein, dass durch die Auferstehung neues Leben möglich
wird. Doch es gab auch einen praktischen Grund: Während der Fastenzeit
war der Genuss von Eiern verboten; weil aber die Hühner auch während
dieser Zeit ihre Pflicht taten, ergab sich am Osterfest ein großes
Überangebot. Das Verschenken war vermutlich die sinnvollste Lösung. Die
kunstvolle Verzierung ist erstmal 1615 erwähnt. Auch der Hase gilt als
Zeichen der Fruchtbarkeit. In Byzanz soll er sogar ein Symbol für Jesus
Christus gewesen sein. |
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Osternacht |
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Ostern ist das
Fest der Auferstehung Jesu von den Toten. Bereits die ersten Christen
müssen eine Jahresfeier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi
gekannt haben.
Die
Auferstehung Jesu wird als Sieg über den Tod gefeiert und ist das
Fundament des christlichen Glaubens. Mit dem Auferstehungsglauben
verbindet sich für die Christinnen und Christen die Hoffnung, dass nicht
der Tod, nicht Lüge, Ungerechtigkeit und Hass das letzte Wort über das
Leben des Menschen haben. Die Osternacht ist darum auch eine Feier des
Lebens. Ihre Liturgie besteht aus vier Teilen: Lichtfeier,
Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistiefeier.
Bei der
Lichtfeier wird die brennende Osterkerze in die dunkle Kirche getragen.
Sie ist das Zeichen für Christus als Licht der Welt. Durch sein Leben,
seinen Tod und seine Auferstehung hat er Licht in die Welt gebracht und
die Schatten des Todes vertrieben.
Im
Wortgottesdienst mit mindestens fünf Lesungen aus der Bibel, darunter
eine Auferstehungserzählung, werden die Heilstaten Gottes für die
Menschen erinnert und verkündet. Ein feierliches Loblied (Gloria) wird
angestimmt, bei dem die Orgel wieder spielt und Glocken läuten.
In der
Tauffeier werden die Täuflinge in die Gemeinschaft der Kirche
aufgenommen und beginnen ein neues Leben, dessen Grund der Tod und die
Auferstehung Jesu Christi sind.
In der
Eucharistiefeier versammeln sich die Gläubigen als durch Jesus Christus
Gerettete, sagen Gott Dank und feiern das neue Leben in Christus.
Mit der Osternacht beginnt die Osterzeit, die fünfzig Tage bis zum
Pfingstfest dauert. Auch jede Sonntagsmesse gilt als Osterfeier, als
Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi.
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Osterfeuer im Kreuzgang des
Bonner Münsters zu Beginn der Osternachtsfeier |
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Pastor |
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Pastor ist
eine Bezeichnung für den Seelsorger (lat.: pastor animarum = Hirt der
Seelen) in einer Gemeinde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die
Bezeichnung hauptsächlich auf den Pfarrer einer Gemeinde angewendet.
Heute ist die Bezeichnung im evangelischen Bereich stärker verbreitet,
aber in einigen Gegenden (vor allem Nord- und Westdeutschland) werden
auch katholische Pfarrer mit "Pastor" angeredet. |
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Pfingsten |
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Pfingsten
endet die österliche Festzeit - 50 Tage nach der Auferstehung Jesu und
zehn Tage nach Himmelfahrt. Das Wort leitet sich von "pentekoste" ab,
dem griechischen Begriff für "fünfzig". Pfingsten feiert die Kirche als
das "Hochfest des Heiligen Geistes". Sie erinnert an das
außerordentliche Ereignis, bei dem die Freunde Jesu nach dessen Tod den
Heiligen Geist auf sich herabkommen spürten. An diesem Tag begannen sie,
die Taten Jesu zu verkünden. Pfingsten gilt darum auch als Geburtstag
der Kirche. |
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Pontifikalien |
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Die dem
Bischof vorbehaltenen Insignien oder Amtsabzeichen nennt man
Pontifikalien. Dazu zählen Ring, Brustkreuz, Stab, Mitra und der
Pileolus. Feiert der Bischof einen Gottesdienst mit seinen Pontifikalien,
spricht man von einem Pontifikalgottesdienst bzw. bei einer Heiligen
Messe von einem Pontifikalamt.
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Der
Bischofsring gilt als Zeichen der Bindung an die Kirche und –
analog dem Ehering – als Zeichen der Treue und wird vom Bischof
ständig getragen. Ursprünglich mag es sich bei diesem Ring um einen
Siegelring gehandelt haben. Ab dem 9. Jahrhundert setzen sich aber
die Übergabe des Ringes während der Bischofsweihe und die damit
verbundene Treuesymbolik durch.
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Brustkreuz: Der heidnischen Antike galt
das Kreuz als die schändlichste Form der Hinrichtung. Das
Christentum sah in ihm hingegen das Zeichen für den Sieg Jesu
Christi über den Tod und für die Erlösung des Menschen.
Darstellungen des Kreuzes gewinnen seit dem vierten Jahrhundert an
Bedeutung, auch Umhängekreuze sind schon früh bekannt. Doch erst
seit dem 12. Jahrhundert wird das Brustkreuz (Pektorale, von lat.
pector, die Brust) als Insignie für Bischöfe und andere kirchliche
Würdenträger benutzt.
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Der
Bischofsstab wird dem Bischof nach seiner Weihe als Zeichen
seines Hirten- und Leitungsamtes übergeben. Dahinter steht das
Beispiel Jesu Christi als guter Hirt (Johannes-Evangelium 10, 1-16).
Seit dem 13. Jahrhundert findet der Bischofsstab in der Liturgie
Verwendung und wird bei allen Pontifikalhandlungen (außer am
Karfreitag und im Requiem) benutzt.
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Die
Mitra ist die liturgische, zweispitzige Kopfbedeckung von
Bischöfen („Bischofsmütze“) und Äbten und wird nur im Gottesdienst
getragen. Die Mitra entstand vermutlich aus einer Kappe, die zum
Ornat der Würdenträger im Römischen Reich gehörte.
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Der
Pileolus ist ein – eigentlich nichtliturgisches –
Scheitelkäppchen (bei Bischöfen violett und Kardinälen purpurrot)
und diente wohl ursprünglich zur Schonung der Mitra vor Schmutz und
Abnutzung. Im Barock erhielt es seine heutige Form und wird im
Gottesdienst unter der Mitra und außerhalb zur Soutane getragen. Bei
der Feier der Heiligen Messe muss es vom Sanctus bis nach der
Kommunion abgelegt werden.
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Unser Weihbischof Dr. Heiner
Koch |
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Reliquien |
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Unter
Reliquien (lat.="Überbleibsel") versteht man im eigentlichen Sinne die
Gebeine eines Märtyrers oder sonstigen Heiligen, in einem weiteren Sinne
auch Dinge, die mit ihm in enger Beziehung standen (z.B.
Marterwerkzeuge, Kleider) bzw. in Berührung gekommen sind
(Kontaktreliquien). Der Glaube an die Auferstehung ließ die Christen von
Anfang an die Leiber ihrer Toten, besonders der Märtyrer, mit besonderer
Ehrfurcht behandeln. Über ihren Gräbern errichtete man Kirchen und schon
im 4. Jh. war es üblich, die Gebeine von Märtyrern im Altar beizusetzen.
Im frühen Mittelalter wird dies zur Vorschrift.
Die Gläubigen betrachteten die im Ruf der Heiligkeit Verstorbenen als
ihre Patrone. Dem Geschmack der Zeit folgend bildeten sich ab dem 9. Jh.
verschiedene Formen der Reliquienverehrung aus. Noch heute kennen wir
die Krypta (als unterirdisches Gewölbe inter dem Chorraum einer Kirche)
mit dem Heiligengrab, desweiteren kostbare Reliquiare des
Spätmittelalters, und auch die Hochgräber und Glassärge des Barock.
Wenn die Reliquienverehrung om Laufe der Geschichte sich von ihrem
Ausgangspunkt entfernte, dann sah man in den Reliquien auf magische
Weise die Träger überirdischer Kräfte und Garanten himmlischen Schutzes.
Man kämpfte um ihren Besitz oder zerteilte sie, um möglichst vielen ihre
Kraft mitzuteilen. Seit dem 18. Jh. spielt Reliquienverehrung nördlich
der Alpen eine nur noch geringe Rolle. Nach den geltenden Bestimmungen
für die Weihe von Kirchen müssen einzusetzende Reliquien durch ihre
Größe als Körperteile erkennbar und ihre Echtheit erwiesen sein. |

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Das Sakrament
ist sichtbares Zeichen, das die unsichtbare Gnade Gottes anzeigt und
bewirkt. Sakramente sind direkt oder indirekt von Christus eingesetzt
und werden dem Einzelnen in den meisten Fällen von geweihten Priestern
oder Bischöfen gespendet. Das Sakrament der Taufe darf in Notfällen auch
von Laien gespendet werden. Das Ehesakrament spenden sich die Eheleute
gegenseitig.
Sakramente gelten in Ergänzung zum Glauben als heilsnotwendig. Die
römisch-katholische und die griechisch-orthodoxe Kirche kennen sieben
Sakramente: Taufe, Firmung, Kommunion bzw. Eucharistie, Ehe, Buße,
Priesterweihe, Krankensalbung. In den evangelischen Kirchen hingegen
gelten nur Taufe und Abendmahl als Sakrament. |
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Segen |
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Die Worte
Segen und segnen gehen auf das lateinische „signare“ zurück, was so viel
bedeutet wie bezeichnen und im christlichen Sinn „mit dem Zeichen des
Kreuzes versehen“. Praktisch bezeichnet Segnen das Aussprechen einer
wohlmeinenden Formel oder eines Gebetes über eine Person oder Sache. Der
Segen ist mit Handauflegung und dem Kreuzzeichen verbunden, was das
wohltätige Wirken Gottes an dem Gesegneten verdeutlichen soll. Der Segen
wird auch als lebensförderndes Tun Gottes verstanden. |
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Silvester,
hl. (31. Dezember) |
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Der letzte Tag
des Jahres ist nach dem heiligen Silvester benannt. Der lebte im vierten
Jahrhundert. Im Jahr 314 wählten ihn die Römer zum Papst. Während
Silvesters Amtszeit wendete sich das Kirchenschicksal von der Verfolgung
zur christenfreundlichen Politik unter Kaiser Konstantin. Silvester
hatte selbst unter grausamen Verfolgungen gelitten. Der Legende nach
heilte er den Kaiser vom Aussatz. Dafür soll der dem Papst mit großen
Schenkungen gedankt haben. Silvester starb am 31. Dezember 335. |
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Sonntag |
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Der erste Tag
der Woche ist der Sonntag. Christen feiern ihn als Auferstehungstag
Christi und damit als den bevorzugten Tag, um an wichtige Ereignisse
(Pfingsten, Erscheinung des Auferstandenen, Aussendung der Apostel) zu
erinnern. Kaiser Konstantin führte ihn als Feiertag ein. In seiner
Bedeutung ersetzt er den jüdischen Sabbat (der 7. Tag der Woche). |
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Sternsinger |
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Die
Sternsingeraktion des Bistums Magdeburg findet im Rahmen der
bundesweiten Sternsingeraktion statt. Deren Träger, das
Kindermissionswerk und der Bund der deutschen katholischen Jugend
(BDKJ), unterstützten während der vergangenen Jahrzehnte rund 40.000
Projekte in aller Welt mit mehr als einer Milliarde Mark.
Die Sternsinger gibt es seit 1958. Jahr für Jahr ziehen seitdem Mädchen
und Jungen - verkleidet als die heiligen drei Könige - durch ihre Orte
und bitten um Geld. Zum Dank segnen sie das Haus des Spenders und
schreiben über den Türrahmen mit Kreide die Jahreszahl sowie die
Buchstaben C, M und B. Die Buchstaben stehen für das lateinische
"Christus mansionem benedicat", was übersetzt heißt "Christus möge
dieses Haus segnen".
Seit der ersten Sternsingeraktion haben die Kinder rund eine Milliarde
Mark gesammelt, allein in den letzten Jahren kamen jeweils mehr als 50
Millionen Mark zusammen. Dabei konnten die Sternsinger ihr Ergebnis
stets steigern.
Im Bistum Magdeburg erfährt die Sternsingeraktion gleichfalls immer
stärkeren Zuspruch. Beteiligten sich Anfang der 90er Jahre nur wenige
Kirchengemeinden, waren es zuletzt etwa 150. Das Spendenaufkommen der
Sternsinger hat sich in den 90-er Jahren von einigen zehntausend Mark
erhöht auf zirka 300.000 Mark.
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Aussendungsgottesdienst der Sternsinger im Bonner
Münster |
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Stundengebet |
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Die
Stundengebete begleiten den Tagesablauf der Kleriker und
Ordensmitglieder und wurden ursprünglich alle drei Stunden gebetet:
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Vigil oder
Matutin (Morgengebet, in einigen Orden noch heute um Mitternacht
gebetet)
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Prim (das
erste Gebet des Tages um 3 Uhr)
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Laudes
(Morgenlob um 6 Uhr)
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Terz (zur
dritten Stunde nach der Laudes, also um 9 Uhr gebetet)
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Sext (zur
sechsten Stunde, um 12 Uhr gebetet)
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Non (zur
neunten Stunde, um 15 Uhr gebetet)
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Vesper
(Abendgebet um 18 Uhr)
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Komplet
(Nachtgebet um 21 Uhr).
Diese Ordnung
wurde inzwischen etwas gelockert. Zudem wurde die früher gebräuchliche
Prim mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgeschafft.
Die lateinischen Texte der Stundengebete für die jeweiligen Tage sind im
sogenannten Brevier (= kurzes Verzeichnis) zusammengefasst. Zu den
einzelnen Elementen der Gebete gehören Hymnus, Psalmen, Lesungen,
Glaubensbekenntnis, Fürbitten, Vaterunser und Hochgesänge.
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Tabernakel |
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Das
lateinische Wort "tabernaculum" bedeutet Hütte, Zelt. Der Tabernakel ist
ein künstlerisch gearbeiteter Schrein zur Aufbewahrung der geweihten
Hostien. |
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Taufe |
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Die Taufe
steht am Beginn eines jeden Christenlebens, sie ist sozusagen die
Eintrittskarte zur Kirche. Die volle Eingliederung in die katholische
Kirche erstreckt sich allerdings über einen längeren Zeitraum und ist
erst nach Erstkommunion und Firmung ganz vollzogen.
Das Grundsymbol der Taufe ist das Wasser. Damit wird der Täufling
übergossen und so von jeder Schuld gereinigt. Für ihn beginnt ein neues
Leben; ein Leben, dessen Maßstab das Handeln und Reden Jesu ist. Daran
erinnert auch das Weihwasser an der Tür jeder katholischen Kirche.
Weitere Zeichen der Taufe sind ein weißes Kleid und die Salbung: Das
Kleid erinnert in seiner Reinheit an die Vergebung der Sünden, die
Salbung verweist auf die Erwählung zum Kind Gottes.
Während am Anfang der Kirche nur Erwachsene getauft wurden, ist der
Täufling heutzutage meist unmündig. Aus diesem Grund legen für ihn
Eltern und Paten das Taufversprechen ab. Im Namen des Kindes bekennen
sie sich zum Glauben der Kirche. Vor der Gemeinde versprechen sie, für
eine christliche Erziehung zu sorgen.
Die Taufe als ein Zeichen der Zuwendung Gottes zu einem Menschen kann
nicht rückgängig gemacht werden. Auch wer später aus der Kirche
austritt, bleibt ein getaufter Christ. |
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Te Deum |
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Das Te Deum
ist ein feierlicher Lobgesang, meist mit Orgel- oder
Orchesterbegleitung, der im Wechsel zwischen Vorsängern und Gemeinde
gesungen wird und im lateinischen Original mit den Worten „Te Deum
laudamus“ (Dich Gott loben wir) beginnt. Mittelalterliche Legenden
vermuten die Kirchenlehrer Ambrosius (339?-397) und Augustinus (354-430)
als Verfasser. Neuere Theorien gehen davon aus, dass es sich beim Te
Deum um ein altes Hochgebet für eine Eucharistiefeier in der Osternacht
handelt.
Im ersten Teil
des Lobgesanges huldigt die Schöpfung Gott, dann preist die Kirche die
Dreifaltigkeit Gottes. Der dritte Teil ist ein Lobpreis Jesu Christi.
Zuletzt können Bitten angefügt werden, die mit den Worten enden: „Auf
dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich
nicht zuschanden.“ (Im Gotteslob, dem katholischen Gesangsbuch, Nr. 706) |
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Unbefleckte
Empfängnis (Immaculata) |
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Das "Hochfest
der ohne Erbschuld empfangenen Gottesmutter Maria" am 8. Dezember nannte
man früher "Unbefleckte Empfängnis". Es bedeutet, dass Maria durch die
Gnade Gottes vom ersten Augenblick ihres Lebens frei vom Makel der
Erbsünde war. |
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urbi et
orbi |
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Der Segen, den
der Papst "der Stadt und dem Erdkreis" (als Bischof von Rom: urbi = der
Stadt, und als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche: orbi = dem
Erdkreis) an hohen Feiertagen spendet, wird im allgemeinen
Sprachgebrauch als "urbi et orbi" bezeichnet. Er ist in jüngster Zeit
bekannt geworden durch die Fernsehübertragungen der Weihnachts- und
Osteransprachen des Papstes, die mit der Spendung des Segens und den
Worten "urbi et orbi" enden. |
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Vater unser
(Gebet) |
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Das '"Vater
unser" wird im Neuen Testament in zwei Fassungen überliefert: Matthäus
6,9-13 und Lukas 11,2-4.. Dieses Gebet wird schon in der alten Kirche in
enge Beziehung zur Eucharistie (Abendmahlsgottesdienst) gesetzt. Das
geschah wohl vor allem wegen der Brot-Bitte, die auch das eucharistische
Brot mit einschließt, und wegen der Vergebungsbitte.
Das Gebet spielt aber auch im Stundengebet und bei anderen Gelegenheiten
eine große Rolle. Nach der Didache, einer der ältesten Kirchenordnungen,
soll der Christ dieses Gebet drei Mal am Tag beten.
Vater
unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot
gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben
unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.
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Vesper |
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Die Vesper (vesper,
lateinisch, der Abend) ist das Abendgebet der Kirche und Teil des
kirchlichen Stundengebetes, das den Tag vom Morgen bis zur Nacht durch
verschiedene Gebetszeiten gliedert. Zu diesem Stundengebet sind
Priester, Diakone und Ordensangehörige verpflichtet; mittlerweile beten
es aber auch viele Christinnen und Christen in den Gemeinden. Das
Stundengebet wird allein oder in Gemeinschaft verrichtet und kann
besonders feierlich gestaltet sein.
Zu einer
Vesper gehören u.a. Wechselgesänge (vor allem die Psalmengebete aus dem
Alten Testament), eine kurze Lesung aus der Bibel sowie Gebete wie
Fürbitten und Vater unser. Der Ablauf ist immer gleich, die Gebets- und
Liedtexte wechseln. Im Gebetbuch "Gotteslob", das in allen katholischen
Kirchen ausliegt, ist unter den Nummern 682 bis 691 eine Vesper
abgedruckt.
Eine
vorgeschriebene Gebetszeit gibt es für die Vesper nicht, der frühe Abend
gilt als üblicher Zeitpunkt.
Komponisten
haben diesen Teil des Stundengebetes in der gesamten abendländischen
Musikgeschichte besonders gern vertont. |
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Wallfahrt |
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Unterwegssein
- des Glaubenden zu einem besonderen Glaubensort ist eine Urgebärde des
Menschen. Wallfahrten gibt es bei Juden, Muslimen und Christen. Sie sind
also keine ausgesprochen katholische Ausdrucksform des Glaubens. Bei
einer Wallfahrt brechen Menschen aus ihrer alltäglichen Umgebung auf, um
Neues zu erfahren. Dabei nehmen sie auch Strapazen auf sich. Wesentliche
Kennzeichen des Pilgerns sind zudem Stille, Meditation und Gebet.
Noch heute meinen Christen, an bestimmten heiligen Stätten Gott
besonders nahe zu sein: So im Heiligen Land, wo Jesus gelebt hat; an den
Gräbern großer Heiliger wie Rom, Assisi und Santiago de Compostela;
weiter an Orten, wo die Gottesmutter Maria verbürgtermaßen zu Menschen
sprach: Lourdes, Loretto und Fatima. Der wichtigste Wallfahrtsort im
Bistum Magdeburg ist die Huysburg bei Halberstadt. |
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Weihbischof |
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In jedem
katholischen Bistum hat der Bischof mit der Ernennung durch den Papst
die oberste Hirten-, Lehr- und Rechtsgewalt inne. Zu seiner
Unterstützung in der Leitung des Bistums kann der Papst einen oder
mehrere Weihbischöfe ernennen, die im Auftrag des Bischofs handeln. Die
Weihbischöfe führen in den Pfarrgemeinden ihrer Region Visitationen
durch und spenden das Sakrament der Firmung. Sie sind sozusagen ein
"Sprachrohr" ihres Bischofs, umgekehrt tragen sie Sorge, dass der
Bischof über die eigenen Kontakte hinaus die Sorgen und Anliegen der
Menschen im Bistum kennt. Weihbischöfe, in anderen Ländern auch
Auxiliar-Bischöfe genannt, sind auf den Titel eines vor langer Zeit
untergegangenen Bistums geweiht. Die Weihbischöfe sind ordentliche,
stimmberechtigte Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz. |

Unser Weihbischof Dr. Heiner
Koch
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Weihnachten |
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Weihnachten
ist das Fest der Geburt Jesu. Wann genau vor etwa 2.000 Jahren Jesus zur
Welt kam, ist nicht bekannt. Die Feier am 25. Dezember als sein
Geburtsfest ist erstmals im Jahr 354 für die Stadt Rom bezeugt. Als Tag
der Wintersonnenwende war das Datum aber schon heidnisch besetzt als
Fest des "unbesiegten Sonnengottes". Möglicherweise legten die Christen
das Geburtsfest Jesu als Gegenpunkt bewusst auf diesen Termin. Zudem
wurde der Tag der Wintersonnenwende auf Jesus hin gedeutet: der Erlöser
als Licht für die Welt.
Weihnacht heißt soviel wie heilige und geweihte Nacht. In Jesus, dem
Sohn Gottes ist nach christlichem Glauben Gott selbst ein Mensch
geworden. Jesus wird verstanden als wahrer Gott und wahrer Menschen in
einer Person. In seiner Menschwerdung hat sich Gott der Welt ein einer
Weise mitgeteilt, wie sie überwältigender nicht sein könnte. Der
Gott-Mensch Jesus hat sich in die Geschichte der Menschen hineinbegeben,
um ihre Freuden und Leiden mitzuleben und allen wieder Hoffnung zu
schenken. Darum gilt Weihnachten auch als Fest der Liebe und des
Friedens.
Nach dem Bericht des Evangelisten Lukas waren es Hirten, die zuerst
Nachricht von der Geburt Jesu erhielten. Ihnen verkündete ein Engel:
"Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem
ganzen Volk zuteil werden soll. Heute ist euch in der Stadt Davids der
Retter geboren. Er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als
Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt, in
einer Krippe liegt."
Das Ganze soll sich in Betlehem und Umgebung zugetragen haben. In der
knapp zehn Kilometer von Jerusalem entfernten Stadt steht heute dort, wo
Jesus geboren sein soll, die Geburtskirche. |
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Weihnachtsbaum |
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Bereits am
Ende des 16. Jahrhunderts war es im Elsass üblich, zum Weihnachtsfest im
Wohnzimmer einen Baum aufzustellen und ihn mit Äpfeln und Süßigkeiten zu
behängen.
Die ersten Kerzen erhielten diese Weihnachtsbäume aber erst um 1730. Und
erst im 19. Jahrhundert, mit dem zunehmenden Eisenbahnverkehr, wurde der
Weihnachtsbaum in ganz Deutschland bekannt.
Anders als die evangelischen Gemeinden, sperrte sich die katholische
Kirche zunächst gegen die Bäume. Sie sah in den Weihnachtskrippen ein
genügend aussagekräftiges Symbol für das Weihnachtsgeschehen. Inzwischen
gibt es in Deutschland jedoch keine katholische Kirche mehr, in der
nicht wenigstens ein Weihnachtsbaum steht. |
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Der Weihnachtsbaum vor dem Bonner Münster |
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Weihnachtskrippe |
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Überall auf
der Welt, wo Christen die Menschwerdung Gottes feiern, findet sich die
Weihnachtskrippe. Als figürliche Darstellung veranschaulicht sie die
Geburt Jesu in Bethlehem. Als Ausgangspunkt des Brauches vermuten die
Historiker die in Rom verwahrten Krippenreliquien, vor denen die Päpste
früher den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst feierten. Entgegen
früheren Vermutungen ist der heilige Franziskus von Assisi keineswegs
der Urheber der Weihnachtskrippe. Seine Feier im Jahr 1223 in Greccio
fand in einem wirklichen Stall mit Ochs und Esel und einer
strohgefüllten Krippe statt jedoch ohne die Heilige Familie.
Die große Blütezeit der Krippen war das Barock. Die Jesuiten wollten
nach der Reformation den Glauben wieder veranschaulichen. Darum forderte
der Ordensgründer Ignatius von Loyola beispielsweise: "Der Gläubige muss
sich vorstellen können, wie die Rüstung Goliaths scheppert, wenn der
Riese von Davids Stein getroffen, zu Boden stürzt". Aufgrund dieser
Auffassung bauten die Jesuiten gewaltige und wertvolle Krippen. Der
Funken sprang bald auf die Städte über, und schließlich wollte jede
Gemeinde eine eigene Krippe. Am Beginn des 19. Jahrhunderts kam es im
Zuge der Säkularisation mancherorts zu einem Verbot der Krippen. Doch
führte das nur dazu, daß die Krippen verstärkt Einzug in Bürger- und
Bauernhäuser fanden.
Die Vielfalt der Weihnachtskrippen ist beinahe grenzenlos. Jeder
Krippenbauer stellt das Geschehen so dar, als läge Bethlehem vor seiner
Haustür. Die Hirten in bayerischen Krippen tragen die üblichen Trachten.
In Japan bringen anstelle der Könige Samurais die Geschenke. Bei den
Eskimos liegt das Jesuskind auf einem Schlitten, und in Afrika ist das
Christkind schwarz. Die Kolumbianer lieben es bunt.
Auch in Europa findet sich eine wahre Krippenvielfalt. Die Andalusier
flechten eine Graskrippe aus Palmwedeln. Für die Figuren wird Hanf
verknotet. Bei den Krippen aus Neapel sind Stall und umgebende Gehöfte
Ruinen. Die Krippenschnitzer der französischen Provence verwenden
Baumrinde und Torfballen. Auf Korsika liegen in der Krippe getrocknete
Meeresalgen. Aus Thüringen stammt eine Glasbläser Krippe. |
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Weihnachtskrippe im Bonner
Münster |
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Weihrauch
entsteht, wenn aus der Rinde des Boswellia-Strauches (beheimatet in
Südarabien, Somalia und Indien) gewonnene Harzkörner auf Holzkohlenglut
verglühen. Dabei steigt intensiv duftender, wohlriechender Rauch auf.
In der katholischen Kirche wird der bereits in altorientalischen und
antiken Kulten verwendete Weihrauch benutzt, um das zu Gott aufsteigende
Gebet der Gläubigen zu versinnbildlichen, Gottesdienste feierlicher zu
gestalten sowie Personen und heilige Gegenstände zu ehren. So werden
Priester und Gläubige, der Altar, das Evangelienbuch, die
eucharistischen Gaben Brot und Wein, das Kreuz und die Osterkerze
beräuchert.
Weihrauch wird seit dem fünften Jahrhundert in Weihrauchfässern
entzündet. Das sind versilberte oder vergoldete Metallgefäße, die an
drei bis vier Ketten hängen. Mit einer weiteren Kette kann der Deckel
des Fasses hochgezogen werden, um die Harzkörner auf die glühende
Holzkohle zu legen. |
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Weißer
Sonntag |
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Der Weiße
Sonntag ist immer der erste Sonntag nach dem Osterfest und in besonderer
Weise der Sonntag der Erstkommunion. Sein Name leitet sich von einem
frühchristlichen Brauch ab, demzufolge die Neugetauften als Zeichen
ihrer Reinigung durch das Taufwasser weiße Gewänder trugen.
Als Termin für die Erstkommunion ist der Weiße Sonntag erstmals 1673 in
der Schweiz belegt. Im vergangenen Jahrhundert setzte sich der Brauch
auch in Deutschland allmählich durch. Die Verbindung des Weißen Sonntags
mit der Erstkommunion empfiehlt sich, da in dieser Feier auch die
Erneuerung der Taufe und ein weiterer Schritt der Eingliederung in die
christliche Gemeinde gesehen wird. |
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