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Die Texte stammen von der Seite kathweb-lexikon. Für die für die Genehmigung der Textübernahme danken wir dem Team herzlich.
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Advent

 

 

Das Wort Advent geht auf das lateinische "adventus" zurück, das übersetzt "Ankunft" heißt und auf die Geburt Christi hinweist. Die Christen bereiten sich in dieser Zeit auf das Geburtsfest Jesu (25. Dezember) vor und denken an die Wiederkunft Christi am Ende der Welt. Die Kirche bezeichnet den Advent daher als eine Zeit "freudiger Erwartung".
Älteste Spuren für die vorweihnachtliche Vorbereitungszeit finden sich in der jungen Kirche in Gallien und Spanien. Damals begann der Advent bereits am Tag nach dem Martinsfest
(11. November). Er hatte mit Blick auf die Wiederkunft Christi einen Bußcharakter, so dass während dieser Zeit gefastet wurde. Seit dem 5. Jahrhundert wurde in Rom durch eine eigene Vorbereitungszeit vor allem die Menschwerdung Gottes hervorgehoben. Erst seit 1570 setzte sich der römische Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Fest zu beginnen.
Im Gegensatz zu früheren Zeiten gilt der Advent nicht mehr als reine Bußzeit, wenngleich etwa die violette Farbe der Messgewänder noch darauf hinweist. De Schmuck der Kirchen ist in diesen Wochen bescheidener. Mancherorts werden die Flügelaltäre geschlossen. Mit Roratemessen im Kerzenschein, Vespergottesdiensten, Geistlicher Musik und anderen Feiern bereiten sich die Christen auf Weihnachten vor. Fest verwurzelt sind in dieser Zeit auch die volkstümlichen Bräuche wie Adventskranz, St. Nikolaus und Barbarazweige.

Im Bonner Münster ist der Adventskranz ein Schiff. In der Christmette wird dieses heruntergelassen und aus dem Bauch des Schiffes, das Christkind geholt.

 

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Agnus Dei

 

 

Das Agnus Dei geht zurück auf das Zeugnis von Johannes dem Täufer für Jesus (Joh, 1, 29) und wird bei der Eucharistie gebetet: "Seht, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt."

 
 

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Akolyth

 

 

Das Akolythenamt war vom 3. Jahrhundert an die vierte Stufe der sogenannten niederen Weihen und damit eine Vor- und Durchgangsstufe zur Priesterweihe. In der Regel erfüllten Ministranten den Dienst des Akolythen. Mit dem neuen Kirchenrecht (1983) wurde dieser Dienst neu geregelt. Der Akolyth ist jetzt beauftragt, in der Messfeier den Altardienst zu versehen, die heilige Kommunion als außerordentlicher Spender auszuteilen und die eucharistische Anbetung zu leiten. Seine Beauftragung geschieht innerhalb eines Gottesdienstes durch den Bischof. Die jeweiligen Bischofskonferenzen und Ortsbischöfe haben Regelungen zur konkreten Ausführung der Dienste erlassen, die in jeder Diözese nachgefragt werden können.

 

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Altar, Altarweihe

 

 

Der Altar ist der Ort, um den sich die christliche Gemeinde zur Feier der Eucharistie versammelt. Im Urchristentum benutzte man dazu einen hölzernen, beweglichen Tisch, über dessen Gestaltung Näheres nicht bekannt ist. Seit dem 4. Jahrhundert ist es üblich, den Altar aus Stein zu bilden, wobei die Tischform zunehmend von einem massiven Steinblock verdrängt wird, der über den Reliquien von Heiligen errichtet wird oder diese enthält. Im 20. Jahrhundert kommt die ursprüngliche Tischform wieder auf.

Die Weihe des Altares geschieht durch die erste Eucharistie, die der Ortsbischof auf dem neuen Altar feiert. Im Verlauf des Weihegottesdienstes besprengt der Bischof (ggf. nach der Beisetzung von Heiligenreliquien) den Altar mit Weihwasser und salbt ihn mit heiligem Öl; anschließend wird Weihrauch auf dem Altar verbrannt und das Weihegebet gesprochen. Der Altar wird dann mit einem weißen Tuch und Kerzen geschmückt und der Bischof feiert mit der Gemeinde die Eucharistie.

 
 

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Ambo

 

 

Der Ambo (v. griech. anabainein = hinaufsteigen) als der "Tisch des Wortes" im Gegensatz zum Altar als dem "Tisch des Mahles" ist das Lesepult, an dem Priester, Diakon oder Lektor die Lesung, das Evangelium und die Fürbitten vorlesen. Auch die Predigt wird heute am Ambo und nicht mehr von der Kanzel gehalten.

 
 

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Amen

 

 

Amen bedeutet "So sei es". Es beendet und unterstreicht die liturgischen und persönlichen Gebete in dem Sinne, dass die von Gott gegebenen Verheißungen in Erfüllung gehen mögen. Bereits Jesus gebrauchte es.

 
 

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Apostel

 

 

Zum Begriff des christlichen Apostels (griech. apostolos = Gesandter, Bote) gehören Vollmacht und Sendung Gottes bzw. Christus. So versteht sich auch die Kirche als apostolisch. Als Botschafter Gottes verlangt der Apostel, dass sein Wort als Gottes Wort gehört werde.
Bedeutender Apostel in der Nachfolge Jesu war Paulus, der nach einer Erscheinung des Auferstandenen Christus und der Sendung durch ihn dem apostolischen Auftrag verschrieben war. Jeden seiner Briefe begann Paulus mit den Worten: "Paulus, durch den Willen Gottes berufener Apostel Christi (...)"
Seine Jünger bezeichnete Jesus selbst noch nicht als Apostel. Auch im Markusevangelium, dem ältesten der vier Evangelien, ist lediglich von "den Zwölf" die Rede. Matthäus und Lukas verwenden dann den Begriff "Apostel" für die zwölf engsten Begleiter Jesu, die die zwölf Stämme Israels repräsentieren sollen: Simon Petrus; Andreas; Jakobus, der Sohn des Zebedäus; Johannes; Philippus, Bartholomäus; Thomas; Matthäus; Jakobus, der Sohn des Alphäus; Judas Thaddäus; Simon der Zelot und Judas Iskariot, von dem Jesus später verraten wurde.

 
 

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Aschermittwoch

 

 

Der Aschermittwoch ist der erste Mittwoch nach Rosenmontag. Mit ihm beginnt die christliche Fastenzeit. Sein Name geht auf einen Brauch zurück, nach dem christliche Büßer der ersten Jahrhunderte an diesem Tag das Bußgewand erhielten und mit Asche bestreut wurden.
In späterer Zeit ließen sich alle Christen im Bewusstsein ihrer Fehler und zum Zeichen der Reue am Aschermittwoch Asche aufs Haupt streuen. Heute zeichnet der Priester im Gottesdienst den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn. Mit den Worten: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst", erinnert er an die Vergänglichkeit alles Lebens und ruft den Büßer auf, sich Gott neu zuzuwenden, um so vor dem ewigen Tod gerettet zu werden.

 
 

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Auferstehung

 

 

Zentrales Element des christlichen Glaubens ist die leibliche Auferstehung Jesu Christi. 1 Kor 15, 3ff: "(...) Christus ist für unsere Sünden gestorben und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden und erschien dem Kephas , dann den Zwölf." Die Auferstehung Jesu wird im Osterfest, dem höchsten Fest der Christenheit gefeiert. Darüber hinaus wird nach christlicher Lehre jeder Mensch am "Jüngsten Tag" auferstehen.

 

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Bibel

 

 

Die Bibel ist die Sammlung aller in den Kanon aufgenommenen Schriften, die die fortschreitende Geschichte Gottes mit den Menschen erzählen. Sie besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament. Das Wort "Bibel" geht auf das griechische Wort biblos = Buch bzw. Schriftrolle zurück.

Der erste Teil der Bibel, das Alte Testament, erzählt vom "Alten Bund" Gottes mit Abraham und enthält Hinweise auf den "Neuen Bund", der in Jesus Christus seine Erfüllung findet. Das AT ist die Überlieferung der Geschichte des Volkes Israel mit seinem Gott Jahwe. Juden und Christen glauben an die Inspiration dieser Bücher durch den Geist Gottes.
Es beginnt mit dem Pentateuch, im Judentum Tora genannt, also den fünf Büchern des Mose: Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri, Deutoronomium. Es folgen die Bücher der Geschichte des Volkes Gottes, die Bücher der Lehrweisheit und die Psalmen sowie die Bücher der Propheten. Die schriftliche Entstehungszeit umfasst das 1. Jahrtausend vor Christi Geburt.

Das Neue Testament als der zweite Teil der Bibel und vereint die Schriften, die Zeugnis über den von Jesus Christus gestifteten "Neuen Bund" geben. Es besteht aus den vier Evangelien (nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes), der Apostelgeschichte, den Paulusbriefen, den Pastoralbriefen, den Katholischen Briefen und der Offenbarung des Johannes.

 
 

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Bistum / Diözese

 

 

Ein Bistum bzw. eine Diözese ist der Verwaltungsbezirk, der einem Bischof unterstellt ist. Das lateinische Wort "dioecesis" bedeutet Haushaltung, Verwaltung. Meist ist das Bistum nach dem Ort des Bischofssitzes benannt. Es ist wiederum untergliedert in Dekanate, dem Zusammenschluss mehrerer benachbarter Pfarrgemeinden. In Deutschland gibt es derzeit 27 Bistümer, davon sieben Erzbistümer. Mehrere Diözesen bilden eine Kirchenprovinz, der ein Erzbischof vorsteht. Sein Bistum nennt sich daher Erzbistum und ist namensgebend für die Kirchenprovinz. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde die Bistumslandschaft in Deutschland neu geordnet. Zu den fünf Erzbistümern kamen Hamburg und Berlin hinzu. Somit ergibt sich für Deutschland folgende Gliederung:

  • Bamberg

    (Kirchenprovinz und Erzbistum)

    • Eichstätt

    • Speyer

    • Würzburg

  • Berlin

    (Kirchenprovinz und Erzbistum)

    • Dresden-Meißen

    • Görlitz

  • Freiburg

    (Kirchenprovinz und Erzbistum)

    • Rottenburg-Stuttgart

    • Mainz

  • Hamburg

    (Kirchenprovinz und

    • Erzbistum)

    • Hildesheim

    • Osnabrück

  • Köln

    (Kirchenprovinz und Erzbistum)

    • Aachen

    • Essen

    • Limburg

    • Münster

    • Trier

  • Paderborn

    (Kirchenprovinz und Erzbistum)

    • Erfurt

    • Fulda

    • Magdeburg

  • München-Freising

    (Kirchenprovinz und Erzbistum)

    • Augsburg

    • Passau

    • Regensburg

 
 

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Christkönigsfest

 

 

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr wird in der katholischen Kirche als "Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls" begangen. Mit diesem Fest wird Christus in besonderer Weise als Herr der gesamten Schöpfung verehrt. Dieses Fest soll herausstellen, das Christus das Ziel des Kirchenjahres und das Ziel von Kirche und ihren einzelnen Gliedern ist.

Eingeführt wurde das Fest aus Anlass der 1600-Jahr-Feier des Ersten Allgemeinen Konzils von Nizäa im Jahre 1925 durch Papst Pius XI.

 

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Darstellung des Herrn, Lichtmess

 

 

Am 40. Tag nach Weihnachten feiert die katholische Kirche "Lichtmess". Ein anderer Name für dieselbe Feier ist "Darstellung des Herrn". Das besondere der Lichtmess; sind Kerzenweihe und Prozession. Damit wollen die Christen zeigen, dass; der Gottessohn Jesus die Welt in ein neues Licht gestellt hat: Sein Leben und seine Botschaft leuchten in der Dunkelheit ; sie können den Menschen den Weg zum Leben zeigen.

Der Name Darstellung des Herrn beruht auf dem Bibeltext, der an diesem Tag in den Kirchen gelesen wird. Im Judentum war es Brauch, mit dem erstgeborenen Sohn in den Tempel zu gehen und Gott ein Brandopfer darzubringen. So ging auch Maria am 40. Tag nach der Geburt Jesu mit ihrem Sohn in den Tempel. Der Heiligen Schrift zufolge soll dabei ein Mann namens Simeon gerufen haben: "Du zeigst allen Völkern dein Licht."

Lichtmess ist ein sehr altes Fest: Im dritten Jahrhundert wurde es von Papst Gelatius eingeführt, aber erst 542 ordnete Kaiser Justinian an, dieses Fest in den Kalender des oströmischen Reiches einzufügen. Es dauerte länger als ein Jahrhundert, bis sich das Fest auch in Rom und im gallisch-fränkischen Raum einbürgerte.

 

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Dechant, Dekan

 

 

Der Dechant oder Dekan leitet ein Dekanat (griech. deka = zehn). Das ist ein Verwaltungsbezirk in einem Bistum (Diözese), der mehrere Pfarreien (nach dem Namen müssten es eigentlich zehn sein) umfasst. Er führt im Auftrag des Bischofs Dienstaufsicht über die Geistlichen im Dekanat, visitiert die Gemeinden und kümmert sich um die Koordination der Pastoral.

 
 

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Diakon, Diakonenweihe

 

 

In der Katholischen Kirche ist die Weihe mit ihren Stufen Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe eines der sieben Sakramente. Der Begriff "Diakon" stammt vom griechischen Verb "diakonein" ab und bedeutet "dienen", "fürsorglich helfen". Während der ersten Jahrhunderte waren die Diakone unmittelbare Helfer des Bischofs und kümmerten sich vor allem um Arme und Kranke. Ab dem 9. Jahrhundert ging die Eigenständigkeit des Amtes verloren. Zum Diakon wurde nur noch geweiht, wer später Priester werden wollte. So wurde das Diakonat zur "Durchgangsstufe" auf dem Weg zum Priesteramt. Erst das Zweite Vatikanum 1962-65, die Versammlung aller katholischen Bischöfe, betonte wieder stärker die ursprüngliche Bedeutung. Seitdem werden auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht, die dann den Dienst in der Gemeinde verrichten. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Assistenz im Gottesdienst, Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, Erteilen von Religionsunterricht und Katechesen sowie die Sorge um die Mitglieder der Gemeinde, besonders Alte und Kranke. Unverheiratete Männer können ebenfalls ständiger Diakon werden, für sie bleibt die Ehelosigkeit allerdings verpflichtend. Das Amt des Diakons ist heute Männern vorbehalten, obwohl laut biblischer Überlieferung auch Frauen dieses Amt innehatten.

 
 

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Diakon, Ständiger

 

 

In Deutschland gibt es etwa 2 500 Ständige Diakone. Weltweit arbeiten rund 25 000 von ihnen in der Seelsorge. Das Wort Diakon entstammt dem Griechischen und bedeutet Diener. Der Diakon ist schon in der Bibel erwähnt. Damals wirkte er in der Armenpflege oder als Gehilfe des Bischofs beim Gottesdienst. Seit dem fünften Jahrhundert verlor das Amt an Bedeutung. Erst im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 60-er Jahres des vergangenen Jahrhunderts bekam der Diakonat neuen Auftrieb.

Der Ständige Diakonat ist ein Weiheamt der katholischen Kirche und steht auch verheirateten Männern offen. Der Diakon arbeitet meist als Seelsorger in einer Kirchengemeinde. Er begleitet die Menschen bei ihren vielfältigen Aufgaben, verkündet die christliche Botschaft und übernimmt liturgische Aufgaben wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Nicht alle Ständigen Diakone sind hauptamtlich in der Kirche angestellt. Einige von ihnen erfüllen den Dienst in Verbindung mit ihrem Zivilberuf.

Die Ausbildung zum Ständigen Diakon erfolgt berufsbegleitend und dauert in der Regel vier Jahre. Bedingung für die Weihe zum Diakon ist, dass die Entscheidung von der Ehefrau eines Kandidaten ausdrücklich mit getragen wird. Auch die evangelische Kirche kennt den Diakon. Dort erfüllt er in erster Linie karitative und soziale Aufgaben.

Im Bistum Magdeburg gibt es derzeit etwa 30 Ständige Diakone

 
 

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Domkapitel

 

 

Die Aufgaben des Domkapitels ergeben sich aus dem allgemeinen Kirchenrecht, aus Beschlüssen der Deutschen Bischofskonferenz, aus Regelungen des Konkordats, aus diözesanen Gewohnheiten und aus der Geschichte und Bedeutung des Domkapitels: Hauptaufgabe des Domkapitels ist es, bestimmte hervorgehobene Gottesdienste in würdiger Form in der Kathedrale des Bistums zu feiern. Ihm ist die Wahrung der kirchlichen Tradition im Bistum in besonderer Weise anvertraut.

Außerdem ist dem Domkapitel in einigen Bistümern die
Wahl des Diözesanbischofs übertragen, wozu es beim Heiligen Stuhl eine Liste geeigneter Kandidaten einreicht, aus der der Papst einen benennt.

 
 

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Doxologie

 

 

Die Doxologie (von griech. doxa = Ruhm, Ehre) ist der feierliche Lobpreis Gottes. Die bekannteste Doxologie ist der Schluss des Vaterunser: "Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen."

 
 

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Drei Könige, Heilige

 

 

Das Fest der Heiligen Drei Könige feiert die Kirche am 6. Januar, und die Länder Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg begehen es als Feiertag. Nach einem Text der Bibel handelt es sich jedoch nicht um Könige, sondern - je nach Übersetzung - um Magier, Weise oder Sterndeuter aus dem Osten. Sie folgten einem besonderen Stern und gelangten so nach Bethlehem zum Jesuskind. In ihm erkannten sie den neugeborenen König der Juden und brachten kostbare Geschenke dar.

Um die "Drei Weisen aus dem Morgenland" ranken sich zahlreiche Legenden und Erklärungsversuche: Erst der Volksglaube machte sie zu Königen, und erst im sechsten Jahrhundert erhielten sie die Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Meist wird Caspar als Myrrhe schenkender Afrikaner abgebildet, der Europäer Melchior bringt Gold, und Balthasar als asiatischer König schenkt Weihrauch.

Die Reliquien sollen zunächst in Konstantinopel aufbewahrt worden sein. Später gelangten sie nach Mailand. Im zwölften Jahrhundert schenkte Kaiser Barbarossa die sterblichen Überreste dem Reichskanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, der sie 1164 nach Köln bringen ließ. Die Heiligen Drei Könige gelten als Schutzpatrone der Reisenden und Gastwirte sowie der Spielkartenhersteller und Kürschner.

 

 

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Dreifaltigkeitssonntag (Trinitatis)

 

 

Obwohl jeder christliche Gottesdienst dem dreifaltigen Gott gewidmet ist, erinnert dieses Fest in besonderer Weise an den Glauben der Christen an den dreifaltigen Gott (Trinität). Es fällt auf den ersten Sonntag nach Pfingsten, und zwar sowohl im katholischen als auch im evangelischen liturgischen Kalender. Eingeführt wurde dieses Fest 1334 unter Johannes XX. im Exil von Avignon.

 
 

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Ehe - Heiraten - Ehesakrament

 

 

Die katholische Kirche versteht die Ehe als ein Sakrament, also als ein Zeichen, in dem Gott den sich Trauenden seine Liebe und Hilfe für das gemeinsame Leben zusagt. Zudem gilt die Ehe als Abbild des Bundes zwischen Christus und der Kirche: Wie Christus und die Kirche eins sind, so gilt die Ehe als unauflösbare Gemeinschaft. Das Ehesakrament spenden sich Frau und Mann selbst. In der Regel geschieht das in einer Kirche und vor einem Priester. Für das gültige Zustandekommen einer Ehe stellt die Kirche Bedingungen wie zum Beispiel den aufrichtigen Ehewillen der Partner und die Bereitschaft für Nachkommen. Nur wenn die Bedingungen erfüllt sind, gilt eine Ehe zwischen Christen als grundsätzlich unauflöslich.

Im Bistum Magdeburg ging die Zahl der Eheschließungen zu Beginn der 90er Jahr zurück. Sie liegt derzeit bei rund 200 Trauungen pro Jahr.

 

 
 

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Epiphanie, Erscheinung des Herrn

 

 

Das Fest "Epiphanie" zu deutsch "Erscheinung des Herrn" gehört zu den alten christlichen Festen. In den Gottesdiensten wird der Bibeltext vorgetragen, der davon erzählt, dass Sterndeuter (Magier) aus dem Morgenland zur Geburtsstätte Jesu in Bethlehem gezogen sind, um ihn anzubeten. Der Volksglauben sieht sie als Könige, wegen der Zahl ihrer Gaben als drei. Deshalb stellt man an diesem Tag traditionell drei Königsfiguren an die Weihnachtskrippen. Der Tag heißt auch Fest der Heiligen Drei Könige.

Die Christen feiern mit dem Fest Epiphanie ihren Glauben, dass in dem Menschen Jesus Gott selbst der Menschheit als der wahre Erlöser erschienen ist. Die alten christlichen Überlieferungen nehmen mit diesem Begriff "Erscheinung" (Epiphanie = griechisch) wahrscheinlich einen Begriff aus ihrer griechisch-heidnischen Umwelt auf. Dort bezeichnete Epiphanie das unvermittelte aber wohltätige Erscheinen einer Gottheit oder auch die Ankunft des hellenistischen oder römischen Herrschers in einer Stadt.

 

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Eucharistie

 

 

Die Eucharistie (gr. eucharistia = Danksagung) ist zentraler Bestandteil des katholischen Gottesdienstes und eines der sieben Sakramente. Sie vergegenwärtigt den Opfertod Jesu und wird in jeder Messe in Erinnerung an das letzte Abendmahl gefeiert, das Jesus vor seinem Leidensweg am Gründonnerstag mit seinen Jüngern beging: "Und er nahm das Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird." (Lk 22, 19 ff)

Der Begriff "Abendmahl" für die Eucharistie ist nur in den evangelischen Kirchen gebräuchlich. Brot und Wein werden durch das Hochgebet der Eucharistie zu Leib und Blut Jesu Christi. Man spricht von der Realpräsenz Jesu in den eucharistischen Gaben.
Für die Kommunion, d.h. in der Praxis meist den Empfang des konsekrierten (=geheiligten) Brotes, ist der Glaube an die Realpräsenz Christi Voraussetzung. Ebenso muss der Kommunizierende frei von schweren Sünden sein. Da Christus nach katholischer Lehre in der konsekrierten Hostie real gegenwärtig ist und es auch nach der Opferfeier bleibt, werden die Hostien im Tabernakel verschlossen und als das Allerheiligste verehrt.

 

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Evangelium

 

 

Das griechische Wort "euaggelion" bedeutet Frohe Botschaft. Vier Evangelien sind von der Kirche anerkannt (Matthäus-, Markus-, Lukas- und Johannesevangelium). Die Schriften unterscheiden sich teilweise in Inhalt und Umfang, bilden aber eine innere Einheit. Sie berichten von der »frohen Botschaft«, von Jesus Christus und seinen Worten und Taten.

 
 

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Evangelisten

 

 

Evangelisten nennt man die Verfasser der vier Schriften des Neuen Testaments, die man als "Evangelium" (griechisch = Frohe Botschaft) bezeichnet. Diese Schriften geben Zeugnis vom Wirken Jesu, sind also keine Protokolle des Lebens Jesu. Sie sind jeweils für einen bestimmten Adressaten-Kreis geschrieben, das heißt, sie haben die Situation bestimmter junger christlicher Gemeinden vor Augen und schreiben auf diese Situation hin.

Die Evangelisten werden in der Tradition als Apostel oder Apostel-Schüler angesehen. Über ihre Biografien ist nur wenig bekannt.

In der christlichen Ikonografie werden die Evangelisten stets mit folgenden Symbolen gekennzeichnet:

  • Matthäus: Engel oder Mensch

  • Markus: Löwe

  • Lukas: Stier

  • Johannes: Adler

Diese Symbole sind der Apokalypse des Johannes (Offenbarung; 4,6-8) entnommen.

 
 

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Fastenzeit

 

 

Die Fastenzeit oder österliche Bußzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet in der Woche vor Ostern, der Karwoche. In dieser Zeit bereiten sich die Christinnen und Christen durch Tauferinnerung und Buße auf Ostern als dem Fest der Auferstehung Jesu von den Toten vor.

Buße meint, von der Sünde (Gutes unterlassen, Böses tun) abzulassen und sich Gott erneut zuzuwenden (Umkehr). Sie konkretisiert sich in Gebeten und Fasten, Besuch von Gottesdiensten und Werken der Nächstenliebe.

In der Tauferinnerung machen sich die Gläubigen bewußt, daß durch die Taufe ein neues Leben in Christus begonnen hat: Sünde und Tod haben nach christlichem Glauben nicht das letzte Wort über das Leben des Menschen; durch die Auferstehung Jesu ist der Tod ein für alle Mal besiegt und hat seinen Schrecken verloren. "Uns Christen droht nicht der Tod. Was uns ‘droht’, ist die Auferstehung." (J. Calderón)

In der Feier der Osternacht erneuern die Getauften ihr Taufversprechen, dem Bösen zu widersagen, an Gott zu glauben und ihr Leben dementsprechend zu gestalten.

 
 

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Firmung

 

 

Die Firmung ist eines der sieben Sakramente der katholischen Kirche. Dabei wird der Firmling nach kirchlichem Verständnis durch Gottes Geist gestärkt, ein Leben aus dem Glauben zu führen.

Spender des Firmsakramentes ist der Diözesanbischof (oder sein Weihbischof oder ein beauftragter Priester), der dem Firmling die Hand auflegt, die Stirn mit Chrisam-Öl salbt und die Worte spricht: "(Name), sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den heiligen Geist." Die Salbung eines Menschen mit Öl versinnbildlicht seine Erwählung durch Gott und bringt Segensfülle, Stärkung und Heil zum Ausdruck.

Mit der Firmung kommt zum Abschluss, was in der Taufe begonnen wurde: Durch die Taufe werden die Taufbewerber in die Kirche eingegliedert. In der frühen Christenheit waren Taufbewerber immer Erwachsene. In der Osternacht empfingen sie nach der Taufe das Sakrament der Firmung, das die Taufe besiegelte, und die Eucharistie. Taufe, Firmung und Eucharistie hießen und heißen darum Sakramente der Eingliederung (Initiationssakramente).

Als man zur Säuglingstaufe überging, wurde die Firmung als Vollendung der Taufe zu einem späteren Zeitpunkt gespendet. Die Reihenfolge der Eingliederungssakramente änderte sich damit: Taufe, Eucharistie, Firmung. Gespendet wurden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So ist es heute noch. Erwachsene Taufbewerber empfangen dagegen noch alle drei Sakramente gemeinsam, hier hat man die Praxis der alten Kirche wieder aufleben lassen.

Jugendliche (mitunter auch Erwachsene), die als Kind getauft wurden, haben aber durch die spätere Firmung die Möglichkeit, ein bewußtes Ja zu ihrem Glauben zu sagen. Als Säuglinge war ihnen das nicht möglich. Ab jetzt sind auch weniger ihre Eltern als sie selbst für ihr Glaubensleben verantwortlich - eben als "erwachsene" Gläubige.

Für den Empfang der Firmung gibt es keinen traditionellen Tag. Jede Gemeinde stimmt einen Termin mit dem Bischof ab. Bis zur Firmung durchlaufen die Firmlinge eine Vorbereitungszeit von mehreren Monaten.

 
 

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Fronleichnam

 

 

An Fronleichnam feiern die Katholiken in besonderer Weise die Gegenwart des Gottessohnes Jesus Christus im Zeichen des gesegneten Kelches und Brotes. Als Ausdruck dieses Glaubens wird dabei seit dem 13. Jahrhundert ein solches gesegnetes Brot - eine Oblate - in einem wertvollen Behältnis allen sichtbar durch die Straßen getragen.

Das Fest geht zurück auf eine Vision der Augustinernonne Juliane von Lüttich im Jahr 1209. Es wird berichtet, sie habe beim Beten den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt gewesen sei. Christus, so erzählte sie weiter, habe ihr erklärt, dass der Mond die Kirche bedeutet, der dunkle Fleck darin das Fehlen dieses Festes. Bischof Robert von Lüttich führte auf Anregung Julianes das Fest 1246 in seinem Bistum ein. Papst Urban IV. legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII. sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abendländischen Kirche begangen wird. Die erste Fronleichnamsprozession fand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Köln statt.

Das Wort "Fronleichnam" stammt aus dem Mittelhochdeutschen: "fron" heißt "Herr" und "lichnam" meint den lebendigen Leib. Der Begriff entspricht damit dem ursprünglichen lateinischen Ausdruck "festum sanctissimi corporis Christi", also "Fest des heiligsten Leibes Christi". Heute hat Fronleichnam den offiziellen Namen "Hochfest des Leibes und Blutes Christi".

Fronleichnamsprozession in Bonn

 

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Glaubensbekenntnis

 
 

Glaubensbekenntnisse (Crede = "ich glaube", confessio = "Bekenntnis" -> Konfession) fassen die wichtigsten Inhalte des christlichen Glaubens zusammen. Das Wort "Glaubensbekenntnis" meint aber auch den Akt des Christen, der sich zu dem Gott, den der Text des Bekenntnisses beschreibt, bekennt.

Schon in den ältesten Texten der Christenheit finden sich formelhafte Zusammenfassungen wichtiger Glaubensinhalte ("Jesus Christus ist der Herr"). Diese Formeln haben ihren Ort im Gottesdienst, sie sind weniger theoretische Abhandlungen über Gott, sondern mehr Lobpreis Gottes. Die ausgeprägteren Formen entstammen sicher den Tauf-Gottesdiensten und der Unterweisung der Taufbewerber. Dazu zählt das bekannte "Apostolische Glaubensbekenntnis", das alle christlichen Kirchen bekennen.

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren aus der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden
von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen zu richten
die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Auf den Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) wurde ein sehr viel längeres Glaubensbekenntnis formuliert, das sogenannte nizäno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis. Beide Formen haben auch heute ihren Platz im christlichen Gottesdienst.

 
 

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Gründonnerstag

 

 

In der Abendmesse des Gründonnerstages gedenkt die Kirche des letzten Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern und feiert die Einsetzung der heiligen Eucharistie durch Jesus. Das "Grün" des Gründonnerstages stammt vermutlich vom mittelhochdeutschen "gronan", weinen. Am Gründonnerstag wurden früher Menschen, die für schwere Sünden öffentlich büßten, wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen. Diese Büßer nannte man auch "Weinende".

Im Gottesdienst am Abend erklingen zum letzten Mal bis zur Osternacht die Glocken und die Orgel, die "Instrumente des Triumphes". Sie schweigen zeichenhaft an den Tagen des Leidens und Todes Jesu. Auch das Entfernen des Altarschmuckes am Ende der Messe und die Übertragung des eucharistischen Brotes zu einem Seitenaltar stimmen die Gläubigen darauf ein.

Nach der Predigt kann der Priester den Mitgliedern der Gemeinde die Füße waschen. Die Fußwaschung ist Ausdruck dienender Liebe, wie sie Jesus vorgelebt hat. Obwohl es ein Knechtsdienst war, hatte auch Jesus beim letzten Abendmahl den Jüngern die Füße gewaschen.

 

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Halleluja

 

 

Der hebräische Wortstamm hallel heißt lobsingen. Das Wort "Halleluja" begegnet vor allem in den Psalmen des Alten Testaments und in der Offenbarung des Johannes im Neuen Testaments. Die Wortendung bezeichnet den Gottesnamen Jahwe, das Wort heißt somit soviel wie "lobsinget Gott".

Diesen Jubelruf hat die christliche Gemeinde aus dem jüdischen Gottesdienst übernommen. Er hat im christlichen Gottesdienst seinen festen Platz vor der Verkündung des Evangeliums, als Begrüßung Christi. In der Osterzeit spielt dieser Ruf noch einmal eine herausragende Rolle.

 
 

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Heiliger Geist

 

 

Der Heilige Geist ist die schöpferische Kraft Gottes. Die Kirche glaubt, dass im Heiligen Geist Gott selber mitten unter den Menschen ist. Im Vertrauen darauf wagt sie es immer wieder sich kritisch zu äußern. Die Gefahr missverstanden zu werden, nimmt sie dabei in Kauf. In der Kunst wird der Heilige Geist oft als weiße Taube dargestellt.

Aussendung des Heiligen Geistes. Fresko im Gewölbe des Hochchores

 

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Himmelfahrt

 

 

Vierzig Tage nach Ostern feiern Katholiken und Protestanten das Fest Christi Himmelfahrt. Im Zentrum des Festes steht jedoch nicht die Frage nach dem technischen Wie der Himmelfahrt. Vielmehr soll deutlich werden, dass Christus dahin zurückkehrt, von wo aus er in die Welt gekommen ist: zu Gott, seinem Vater.

Heute sprechen die Kirchen auch von der Erhöhung Christi. Damit wollen sie sagen, dass Jesus an der Herrlichkeit Gottes teil hat, dass er Gott gleich geworden ist. Die Redensart "in den Himmel kommen" bedeutet folglich nicht einen konkreten Raum. Vielmehr drückt sie die Nähe zu Gott aus, die enge Verbundenheit mit ihm.

Die Autoren der Bibel haben das vor fast 2.000 Jahren mit ihren Worten und mit den Vorstellungen ihrer Zeit ausgedrückt. Eng verbunden mit der Himmelfahrt Christi ist sein Auftrag, seine Botschaft von der Liebe Gottes allen Menschen zu verkünden. In diesem Auftrag wurzelt bis heute das Wirken der Kirche.

 
 

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Hochaltar

 

 

Für die christliche Gemeinde ist der Altar der Ort, um den sie sich bei der Feier der Messe (Eucharistiefeier) versammelt. Über Jahrhunderte war das nicht möglich, weil der Altar in den meisten Kirchen an die Ostwand gerückt und mit allerlei Aufbauten versehen war. Einen solchen Altar nennt man Hochaltar. Als Konsequenz für die Feier der Messe ergab sich, dass der Priester am Altar mit dem Rücken zur Gemeinde stand.

Vor allem zwei Entwicklungen führten dazu, dass sich der Altar nicht mehr zwischen Priester und Gemeinde, sondern an der Rückwand befand.

Einmal setzte sich die Ostung als Gebetsrichtung im Gottesdienst durch. Für die Christen war das Gebet in Richtung des Sonnenaufgangs ein Glaubensbekenntnis an Jesus Christus. Von dort erhoffte man sich seine Wiederkehr zum Gericht am Jüngsten Tag. Dementsprechend wurden auch die Kirchen nach Osten ausgerichtet. D.h. eine gedachte Linie vom Eingang zum Altar verlief von Westen nach Osten. Da auch der Priester in Richtung Osten betete, stand er mit dem Rücken zum Altar. Nach und nach wurden darum die Altäre in den Kirchen an die Ostwand verschoben.

Außerdem veränderte sich die Eucharistiefrömmigkeit. Es wurde weniger wichtig, das eucharistische Brot im Rahmen der Messe zu empfangen als es anzusehen und anzubeten, auch außerhalb der Messfeiern. Als Tisch für das eucharistische Mahl der Gemeinde hatte der Altar so fast überall ausgedient. Der an die Ostwand gerückte Altar wurde mit Bildern, Heiligenfiguren, Kerzen und Blumenschmuck umgeben. Aufbauten mit Säulen und Nischen für Reliquien, Figuren und Bildern wurden auf den Altar gesetzt. In der Barockzeit fügte man schließlich einen Tabernakel in die Aufbauten ein, eine Art Schrank, in dem das eucharistische Brot aufbewahrt und angebetet werden konnte. Der eigentliche Altar erschien so nur noch wie ein Unterbau und fast als Nebensächlichkeit.

Erst die Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) korrigierte diese Fehlentwicklungen und rückte den Altar wieder in die Mitte der Gemeinde. Da man die oft (kunsthistorisch) wertvollen Hochaltäre nicht abbrechen wollte, ließ man sie in der Regel stehen und errichtete einen neuen Altar mit der Grundform eines Tisches. Der Tabernakel des Hochaltares kann nach wie vor für die Aufbewahrung des eucharistischen Brotes benutzt werden.

Hochaltar im Bonner Münster

 

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Hostie

 

 

Eine Hostie (lateinisch "hostia" = Opfergabe) ist ein in Form einer kleinen Scheibe gebackenes Weizenbrot (Oblate). Die Hostie findet bei der Eucharistiefeier (Messe, Abendmahl) Verwendung.

 
 

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Karfreitag

 

 

Der Karfreitag ist als Gedächtnistag der Kreuzigung Jesu seit dem vierten Jahrhundert bezeugt. Strenges Fasten kennzeichnet diesen Tag. Um 15 Uhr, der Todesstunde Jesu, versammelt sich die Gemeinde und erinnert sich des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz. Die liturgische Feier besteht aus drei Teilen: dem Wortgottesdienst mit der Verlesung der Passionsgeschichte aus dem Johannesevangelium, der Kreuzverehrung und der Kommunionfeier. Messen dürfen am Karfreitag und Karsamstag nicht gefeiert werden.

Für die evangelischen Christen ist der Karfreitag der höchste Feiertag im Jahr und wird häufig kirchenmusikalisch besonders ausgestaltet.

 
 

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Karneval

 

 

Die Bezeichnungen für das närrische Treiben sind regional verschieden. Im Rheinland heißt es Karneval, in anderen Gegenden Fastnacht. In Sachsen-Anhalt wird überwiegend Fasching gefeiert.
Ähnlich variabel sind die Wortableitungen, die auf die 40-tägige christliche Fastenzeit vor dem Osterfest hinweisen. Das Wort Fastnacht ist seit dem zwölften Jahrhundert im Mittelhochdeutschen bekannt. Die Bezeichnung Karneval entstammt vermutlich dem italienischen "carne vale", was etwa "Fleisch lebe wohl" bedeutet. Umstritten ist, ob die Feiern neben religiösen Bezügen auch in germanisch-heidnischen Riten, den Fruchtbarkeitskulten und der Wintervertreibung ihre Wurzeln haben.
Im 13. und 14. Jahrhundert gehörten Gastmähler, Trinkgelage, Reiterspiele und Tanz zu den Bräuchen der "Fünften Jahreszeit". Die Art der Festlichkeiten hat sich seitdem kaum verändert: Mit Tanz, Spiel, Umzügen und Verkleidungen wird in den Tagen vor der Fastenzeit die bestehende Ordnung außer Kraft gesetzt und im Narrengewand gespottet. Ein Höhepunkte der närrischen Zeit sind der Donnerstag vor Aschermittwoch, die Weiberfastnacht, sowie der Rosenmontag und der Veilchendienstag, an dem die Faschingszeit mitunter feierlich und tränenreich zu Grabe getragen wird.

 
 

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Karwoche

 

 

Am Sonntag vor Ostern - am Palmsonntag - beginnt die Karwoche; sie endet am Karsamstag. Während dieser Tage gedenken die Christen der Hinrichtung Jesu am Kreuz und bereiten sich auf ihr größtes Fest vor, auf Ostern. Da feiern sie die Auferstehung Jesu von den Toten.

Das Wort "Kar" entstammt dem Althochdeutschen und bedeutet "Kummer". Als besondere "Kummertage" begehen die Christen den Gründonnerstag und Karfreitag. Der Palmsonntag erinnert sie an den Sonntag vor der Hinrichtung Jesu: Viele Menschen hatten ihn damals wie einen König mit Palmwedeln begrüßt.

Den Gründonnerstag feiern die Christen seit etwa 1.500 Jahren. Es ist der Abend vor Jesu Tod. Gemäß der Bibel verbrachte er seine letzten Stunden im engsten Freundeskreis. Bei einem gemeinsamen Mahl sprach Jesus von seinem bevorstehenden gewaltsamen Sterben und mahnte die Freunde, zum Gedächtnis an seinen Tod fortan gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Der Gründonnerstag gilt darum als Ursprung der Abendmahlsfeiern.
Der Name des Tages geht auf das alte Wort Grunen oder Greinen zurück. Der Gründonnerstag ist wegen des nahen Todes Jesu ein Tag der Trauer. So verstummt im Gottesdienst nach dem Lobpreis Gottes die Orgel. Auch die Glocken schweigen bis zum Osterfest.
 

Das Leiden und der Tod des Gottessohnes Jesus stehen im Zentrum des Karfreitags (Kummer-Freitag). Zur Stunde seines Todes, nachmittags drei Uhr, kommen die Katholiken in der Kirche zusammen, um aus der Bibel die Leidensgeschichte Jesu zu hören und mit einer Kniebeuge das Kreuz zu verehren. Die Traurigkeit dieses Tages zeigt sich auch in der Gestaltung der Kirche: Auf dem Altar stehen weder Blumen noch Kerzen, und die Lieder werden ohne Orgelbegleitung gesungen.

 
 

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Katechumenat

 

 

Der oder das Katechumenat ist für die erwachsenen Taufbewerber die Zeit der Vorbereitung auf die Initiationssakramente Taufe, Firmung und Eucharistie. Die Teilnehmer eines Katechumenates heißen Katechumenen.

Schon in der alten Kirche kam die Einsicht auf, dass der Weg zum Glaube ein Wachstumsprozeß ist, der der Begleitung und Unterweisung bedarf. Mit dem Katechumenat ermöglicht man den Katechumenen, in die Praxis des Glaubens und in die Gemeinschaft der Kirche hineinzuwachsen.

Das Katechumenat ist mehr als nur ein intellektueller Lernvorgang, auch wenn die Einführung in die Inhalte des Glaubens dazu gehört. Nicht weniger entscheidend ist die Teilnahme der Katechumenen am Gemeindeleben. Hier werden sie nicht nur mit den Gottesdiensten und den Feiern im Kirchenjahr vertraut, hier erfahren sie auch Unterstützung und Begleitung durch die Gemeinde(mitglieder): Gebete und Segnungen, eigens für die Katechumenen ausgerichtete Gottesdienste, Gespräche und Erfahrungsaustausch.

Für das Katechumenat ist ein ausreichender Zeitraum vorgesehen, in der Regel wenigstens ein Jahr.

 
 

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Kathedrale

 

 

Eine Kathedrale ist die zentrale Kirche eines Bistums, von vielen auch Dom genannt. In ihr steht die Kathedra, der Bischofsstuhl. Das Wort Kathedrale leitet sich vom griechischen "kathedra" ab, was übersetzt soviel heißt wie Lehrstuhl und auf die Lehr- und Verkündigungsvollmacht des Bischofs verweist. Laut Kirchenrecht ist die Kathedrale zugleich der Ort, an dem ein Bischof geweiht und/oder in sein Amt eingeführt wird.

 
 

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Kirche

 

 

Das im Deutschen verwendete Wort "Kirche" hat sich aus dem altgriechischen Terminus "kyriakä" entwickelt und lässt sich als "dem Herrn -- dem kyrios -- gehörig" übersetzen. Das lateinische Wort für Kirche - "ecclesia" - bedeutet hingegen "die Herausgerufenen". Beide Begriffe umschreiben gemeinsam, was im Deutschen unter Kirche als christliche "Gemeinde" verstanden wird: Menschen, die sich durch die Taufe zu Jesus Christus und zu der um ihn versammelten Gemeinschaft bekennen.

Dem christlichen Glauben zufolge ist Jesus Christus selbst in der Kirche gegenwärtig und geistlich erfahrbar; er ist das Haupt, die Christen sind die Glieder des einen Leibes (vgl. 1 Kor 12). Insofern ist die Kirche sichtbares Zeichen des andauernden Heilswirkens Gottes in der Welt, konkret erfahrbar in den Sakramenten wie beispielsweise bei Buße, Firmung und Priesterweihe.

Die Vollmacht der Verkündigung des christlichen Glaubens liegt bei den Nachfolgern der Apostel, bei den Bischöfen und Priestern. Allerdings hat neben dem besonderen Priestertum der geweihten Priester zugleich jeder Christ durch Taufe und Firmung Anteil am Allgemeinen Priestertum aller Gläubigen. Beide Formen des Priestertums entspringen der Teilhabe am eigentlichen Hohen Priester Jesus Christus, dem Mittler zwischen Gott und Menschen, und sind einander zugeordnet.

 
 

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Kirchenjahr

 

 

Das Kirchenjahr beginnt mit dem ersten Adventssonntag und endet mit dem Christkönigsfest.
Innerhalb des Kirchenjahres gibt es den Weihnachts- und den Osterfestkreis.
Der Weihnachtsfestkreis wird bis zum Fest der Taufe des Herrn (Sonntag nach Epiphanie) gefeiert, der Osterfestkreis beginnt mit Aschermittwoch und der 40tägigen Fastenzeit und endet mit Pfingsten. Die darauf folgenden Sonntage bis zum Christkönigsfest sowie die Sonntage zwischen Weihnachtsfestkreis und Fastenzeit werden als "Sonntage im Jahreskreis" gezählt, so dass sich die nachstehende Reihenfolge ergibt:
1.-4. Adventssonntag, Weihnachten, Fest der heiligen Familie, Hochfest der Gottesmutter Maria (1. Januar), Erscheinung des Herrn (Epiphanie, 6. Januar), Taufe des Herrn, Sonntage im Jahreskreis, Aschermittwoch, Fastenzeit, Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Sonntage im Jahreskreis, Dreifaltigkeitssonntag, Fronleichnam, Herz-Jesu-Fest, Christkönigssonntag.

www.festjahr.de

 

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Kirchweihe, Kirchenweihe

 

 

"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen", sagt Jesus Christus im Matthäus-Evangelium (Mt 18,20). Daher sind Christinnen und Christen für ihre Gottesdienste an keinen bestimmten Ort gebunden. Sie können sich überall versammeln, um zu beten, das Wort Gottes aus der Bibel zu hören und die Eucharistie zu feiern. Entscheidend ist nicht wo, sondern dass sie sich versammeln.

Seit dem dritten Jahrhundert ist es üblich, zur Versammlung in einem bestimmten Gebäude, der Kirche, zusammen zu kommen. Das Kirchengebäude ist nicht durch sich ein besonderer Ort, sondern erlangt seine Würde "durch das darin versammelte Gottesvolk und seine im Gottesdienst erfahrene Begegnung mit Gott" (Rupert Berger). Problematisch ist es, von der Kirche als Wohnstätte Gottes zu sprechen, denn nach christlichem Verständnis will Gott an jedem Ort und zu jeder Zeit den Menschen nahe sein.

Bei der Kirchweihe wird eine Kirche ihrer Bestimmung als Versammlungsort der Gemeinde übergeben. Die Kirchweihe leitet in der Regel der Ortsbischof, in einem Verhinderungsfall ein anderer Bischof. Als Ausnahmefall gilt, wenn eine Kirchweihe von einem dazu eigens beauftragten Priester vorgenommen wird.

Die Liturgie der Kirchweihe war im Laufe der Geschichte vielfachen Einflüssen und Veränderungen unterworfen. Der heutige Kirchweihritus findet im Rahmen einer Messfeier statt und besteht aus der

  • Segnung des Wassers am Taufbrunnen mit Entzünden der Osterkerze und Tauferinnerung der Gemeinde,

  • Segnung des Ambos (Lesepult) als Ort der Verkündigung des Wortes Gottes zu Beginn des Wortgottesdienstes,

  • Weihe des Altares vor der Eucharistiefeier,

  • Segnung des Tabernakels (Aufbewahrungsort des eucharistischen Brotes) nach der Kommunion.

 
 

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Korporale

 

 

Das lateinische Wort "corpus" bezeichnet den Leib (des Herrn). Das Korporale ist ein quadratisches Leinentuch, das in der Mitte des Altares ausgebreitet wird, um die eucharistischen Gaben Brot und Wein darauf zu bereiten.

 
 

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Kreuz

 

 

Nach christlicher Überlieferung ist Jesus von Nazareth etwa um das Jahr 30 wahrscheinlich wegen Anstiftung zum Aufruhr unter dem römischen Provinzverwalter Pontius Pilatus in Jerusalem am Kreuz hingerichtet worden. Nach den Berichten seiner Anhänger ist er drei Tage danach auferstanden, was den späteren Christen als Beweis für seine Gottheit galt.

Für die Antike ist das Kreuz Instrument für die schändlichste Form der Todesstrafe. Für die Christen ist es zum Zeichen des Sieges Jesu über den Tod geworden.

Über die Exekutionsmethode "Kreuzigung" gibt es verschiedene Auffassungen: Geläufig ist die Annahme, dass der Verurteilte mit seinen Händen und Füßen ans Kreuz genagelt und dieses dann aufgerichtet wurde. Bei Massenhinrichtungen ist aber die Befestigung mit Stricken am Kreuz aus Zeitgründen wahrscheinlicher. Der Gekreuzigte starb einen qualvollen Hungertod, verdurstete oder brach sich das Genick.

Die Darstellung des Kreuzes im Christentum ist erst seit dem 2. Jahrhundert an Gräbern nachgewiesen. Größere Bedeutung bekommt das Kreuz seit dem 4. Jahrhundert, etwa in der Kreuzesvision des römischen Kaisers Konstantin, der vor einer entscheidenden Schlacht am Himmel ein Sonnenkreuz mit der Aufschrift "in hoc signum vinces" (Lateinisch: In diesem Zeichen wirst du siegen) gesehen haben will. Dieses Erlebnis führte dazu, dass Konstantin im Mailänder Toleranzedikt von 313 das Christentum zur anerkannten Religion machte.

Heute werden die meisten Gegenstände der Kirchenausstattung mit Kreuzen geschmückt. Die Darstellung des Gekreuzigten, das Kruzifix, findet sich erstmals verstärkt in der romanischen Kunst, Dort wird der Gekreuzigte als Herrscher und Sieger über den Tod dargestellt. Erst die gotische Kunst des Mittelalters zeigt den leidenden und sterbenden Jesus. Für die christlichen Riten wurde das Kreuz zudem bei Umzügen und Prozessionen bedeutsam. Seit dem 11. Jahrhundert ist der Brauch des Altarkreuzes nachgewiesen. Bei Bischöfen und höheren Würdenträgern erscheint das Brustkreuz, das eine besondere Verbundenheit und Nähe zum gekreuzigten Jesus ausdrücken soll.

 

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Kreuzweg

 

 

Mit Beginn der Fastenzeit beten die katholischen Christen den Kreuzweg. Dabei setzen sie sich mit dem Leiden Jesu auseinander, sehen darin aber auch die Not aller Menschen und nehmen sie in ihr Gebet auf.

In den Kirchen ist der Kreuzweg anhand der Kreuzweg-Stationen dargestellt. Traditionell sind das 14 Bilder. Sie beginnen mit dem Todesurteil durch den römischen Statthalter Pontius Pilatus, meditieren dann das leidvolle Tragen des Kreuzes sowie die Begegnung Jesu mit seiner Mutter und enden mit Tod und Grablegung des Gottessohnes. Neuere Kreuzweg-Darstellungen verbinden das Los Jesu auch mit dem Schicksal heute verfolgter und gefolterter Menschen.

Der Brauch, den Kreuzweg zu beten, entstand im 14. Jahrhundert in Jerusalem. Franziskaner führten dort die Pilger zu den Leidensorten Jesu, um mit ihnen betend diese Ereignisse zu betrachten. Nach Europa zurückgekehrt begannen die Pilger, die Kreuzweg-Stationen in ihren Heimatorten nachzubilden. Die Zahl der Stationen variierte zunächst zwischen sieben und 43. Erst im 16. Jahrhundert setzte sich die heute übliche Zahl durch. In neuester Zeit geschieht es aber immer häufiger, dass dem Kreuzweg wieder eine Station hinzugefügt wird: die Auferstehung Jesu von den Toten am Osterfest.

 

 
 

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Kreuzgang

 

 

Ein Kreuzgang ist ein überdachter, rechteckiger Umgang um einen Hof an Dom-, Stifts- und Klosterkirchen. Meist ist er quadratisch angelegt. Zum Hof hin ist der Kreuzgang durch Arkaden begrenzt, die entweder offen oder durch große Fenster abgeschlossen sind. Meist liegt er an der Südseite der Kirche. Der Kreuzgang verbindet die Räume eines Klosters oder Stiftes, dient zur Sammlung der Mönche oder Nonnen zu Prozessionen, als Ort der Ruhe, manchmal auch als Begräbnisort.

 

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Kreuzzeichen

 

 

Mit dem frühchristlichen Segensgestus "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" wurde und wird die Taufe gespendet. Dabei wird mit den Händen das Zeichen des Kreuzes über den Täufling gemacht.
Das Kreuzzeichen ist Erinnerung an die Taufe und drückt aus, dass der Mensch sich zu Gott und Jesus Christus und den Heiligen Geist zugehörig fühlt und von ihm das Heil erhofft.

 
 

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Lichtmess, Mariä

 

 

Das Fest "Darstellung des Herrn", im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt, wird seit Mitte des 5. Jahrhunderts 40 Tage nach Weihnachten, also am 2. Februar, begangen. Im antiken Rom verband sich dieser Tag mit einer ursprünglich heidnischen Lichterprozession. Das darauf aufbauende christliche Fest wurde in der katholischen Kirche allmählich zum Marienfest am Ende der Weihnachtszeit. Seit 1969 (mit Einführung der Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil) wird es wieder als wesentliche Station im Leben Jesu gefeiert. Traditionell wird es mit Lichterprozession und Kerzenweihe begangen.

Nach alttestamentlichen Vorschriften (Levitikus / 3. Buch Mose, Kap. 12) galt eine jüdische Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage als kultisch unrein und musste danach ein Reinigungsopfer darbringen. Außerdem wurde der Erstgeborene als Eigentum Gottes angesehen und musste durch ein Opfer ausgelöst werden. Dieser Vorschrift entsprachen Jesu Eltern im Tempel von Jerusalem: Jesus wurde durch Maria und Josef "dargestellt". Weiterhin spricht der Evangelist Lukas (2,22-39) von der Begegnung der heiligen Familie mit den Greisen Simeon und Hanna. Simeon bricht in Jubel aus und nennt Jesus das "Licht, das die Heiden erleuchtet".

Bis 1912 war Lichtmess gesetzlicher Feiertag in Sachsen. Denn speziell für das bäuerliche Leben hatte dieser Einschnitt große Bedeutung: Knechte und Mägde bekamen den Jahreslohn und konnten ihre Anstellung wechseln. Ab diesem Tag - die Sonne steht fast eine halbe Stunde länger am Himmel als zur Wintersonnenwende - gebot der sparsame Landwirt, Frühstück und Abendbrot bei Tageslicht einzunehmen: "Lichtmess - bei Tag ess". "Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit", sagt eine alte Wetterregel.

 
 

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Liturgie

 

 

Der Begriff Liturgie geht zurück auf griech. leiton ergon = "Dienst am Volk" und bezeichnet die gottesdienstliche Versammlung der Gemeinde bzw. das gesamte gottesdienstliche Tun.
Der Begriff stammt aus der griechisch-orthodoxen Kirche und ist seit dem 16. Jahrhundert auch in der römisch-katholischen Kirche gebräuchlich.

 
 

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Mariä Heimsuchung, Fest (2. Juli)

 

 

Im Lukas-Evangelium 1,39 bis 56 wird erzählt, wie die schwangere Maria ihre Verwandte Elisabeth besucht. Hier findet sich das Magnificat, einer der wichtigsten Gebetstexte aus dem Neuen Testament, der regelmäßig im Gottesdienst gebetet wird. Der Hymnus preist die Heilstaten Gottes.

Daran anknüpfend haben zuerst die Franziskaner im 13. Jahrhundert ein eigenes Fest Mariä Heimsuchung gefeiert. Das Fest wurde von Papst Pius V. 1568/70 allgemein eingeführt. Im neuen Römischen Kalender wurde es auf den 31. Mai verlegt, der deutsche Regionalkalender belässt es jedoch auf seinem alten Termin, dem 2. Juli.

 

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Martin, Heiliger (11. November)

 

 

Martin von Tours wurde 316 in heutigen Ungarn als Sohn eines römischen Tribuns geboren. Seinem Vater folgend, trat er zunächst in die Armee ein. Nach seiner Bekehrung zum Christentum, quittierte er jedoch den Militärdienst und wurde Missionar. Später zog Martin sich als Einsiedler auf eine Insel nahe Genua zurück. Schon da galt Martin als ein Heiliger Gottes.
Bischof von Tours wurde er 371, wo er 26 Jahre später auch starb. Das Grab des fränkischen Nationalheiligen und Patrons der Schneider, Bettler und Kriegsdienstverweigerer befindet sich in der Kathedrale von Tours.

Brauchtum zum Martinstag
Noch heute ist der Martinstag mit vielen Bräuchen verbunden. So gibt es das Martinshörnchen, das in seiner Form den Broten ähnelt, die zur Zeit Martins gegessen wurden. Eine andere Tradition ist die Martinsgans: Als die Bewohner der französischen Stadt Tours Martin zu ihrem Bischof machen wollten - heißt es in der Legende - soll der sich aus Bescheidenheit versteckt haben. Aufgespürt haben sie ihn schließlich in einem Gänsestall. Das aufgeregte Schnattern des Federviehs hatte ihn verraten.

Im Volksbrauch galt der Martinstag zudem als Tag des Winteranfangs. Am Martinstag waren Korn- und Weinernte beendet, und es begann das Schweineschlachten. Oft wechselten die Knechte und Mägde ihre Dienststellen, und die bäuerlichen Abgaben wie der Zehnte waren fällig. Seit dem 6. Jahrhundert begann am Martinstag das bis Weihnachten dauernde Adventsfasten. Darum fanden am Vorabend noch einmal große Schmausereien statt. Häufigster Festbraten war die Martinsgans.

Im Bistum Magdeburg finden am 11. November in vielen Orten Martinsfeiern für die Kinder statt. Dabei wird ihnen die Legende des Heiligen nahe gebracht. Oft erhalten sie im Anschluss an die Lampionumzüge die bekannten Martinshörnchen.

 

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Ministrant, Messdiener

 

 

Ministranten (von lat. ministrare, dienen) sind Helfer, die dem Priester bei der Gottesdienstfeier zur Hand gehen. Mancherorts werden sie auch Messdiener genannt. Meist sind es Kinder und Jugendliche - Mädchen wie Jungen -, die nach der Erstkommunion Ministranten werden und es häufig bis zum Ende ihrer Schulzeit bleiben. Eine Altersbegrenzung nach oben gibt es aber nicht. In vielen Gemeinden dienen auch Ältere und Rentner als Ministranten in den Gottesdiensten, besonders in den Messen und bei Beerdigungen an Wochentagen, wenn für Kinder der Schulbesuch ansteht.

"Haupteinsatzort" der Ministranten ist der Sonntagsgottesdienst in der Kirchengemeinde: die Heilige Messe. In der normalen Messfeier dienen in der Regel zwei bis vier Ministranten, in einem feierlichen Gottesdienst können es sieben bis fünfzehn und mehr Ministranten sein. Die Ministranten halten beim Tagesgebet dem Priester das Messbuch vor, sie bereiten den Altar und bringen für die Eucharistiefeier die Gaben Brot und Wein herbei. In feierlichen Gottesdiensten tragen sie das Vortragekreuz und Kerzen und bedienen das Weihrauchfass. Ansonsten können Ministranten auch in jedem anderen Gottesdienst dienen: bei Sakramentenspendungen wie Taufe oder Eheschließung, bei Beerdigungen, feierlichen Prozessionen u.a.m.

 
 

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Motette

 

 

Als Motette wird geistlicher mehrstimmiger Gesang ohne Instrumentalbegleitung bezeichnet. Die Texte einer Motette sind meist biblischen Ursprungs und werden in Latein gesungen. Die Motette bildete sich im Mittelalter heraus und hatte ihre Blütezeit in Renaissance und Barock (Orlando di Lasso, Palestrina, Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach).

 
 

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Myrrhe

 

 

Myrrhe ist Harz, das man im Orient von bestimmten Balsambaumgewächsen gewinnt und zu wohlriechenden Essenzen und Räucherstoff verarbeitet.

Myrrhe war zu Jesu Zeiten ein geschätztes Geschenk und wird deshalb unter den Schätzen aufgeführt, die die Magier aus dem Osten zur Krippe mitbringen.

 
 

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Neujahr - Zeitrechnung - Kalender

 

 

Julius Cäsar legte 45 Jahre vor Christi Geburt den Beginn des Jahres vom 1. März auf den 1. Januar. Die Römer feierten an diesem Tag den Gott Janus in ausgelassener Freude. Zum Fest gehörten auch abergläubische Bräuche. Oft kam es zu Ausschweifungen. Die Kirche versuchte später, dem entgegenzusteuern. Auf den ersten Januar legte sie den Gedenktag an die Gottesmutter Maria. Papst Paul VI. erklärte 1967 den Neujahrstag zum Weltfriedenstag.

Der heutige Kalender basiert auf der Kalenderreform des Julius Cäsar. Grundlage für die römische Zeiteinteilung bildete aber das Wissen der Ägypter und Babylonier. Die durchschnittliche Dauer eines Jahres nach dem Julianischen Kalender war allerdings mehr als elf Minuten länger als das Sonnenjahr. So betrug die Differenz zwischen Kalender und Sonnenjahr nach 128 Jahren bereits einen Tag.
Papst Gregor XIII. glich diesen Fehler aus. Auf Anregung des Philosophen Nikolaus von Cues und des Astronomen Kopernikus ließ er den Kalender 1582 überarbeiten. Die wichtigste Änderung: Seither entfallen in 400 Jahren dreimal die Schalttage. Dieser Kalender setzte sich in nichtkatholischen Ländern nur langsam durch. In Europa galten noch lange fünf weitere Daten für die Festlegung des Jahresbeginns. In anderen Kulturen gibt es auch heute andere Termine.

 
 

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Nikolaus, hl. (6. Dezember)

 

 

Sein Tag ist bei vielen mit schönen Erinnerungen verbunden: Am 6. Dezember besucht Sankt Nikolaus die Kinder. Das Gedenken an den Bischof von Myra ist katholischen Ursprungs; Luther hatte versucht, es abzuschaffen. Das Fest gehört aber noch heute zum festen Brauchtum in katholischen Gemeinden. Der Nikolaus kommt zu den Kleinen und befragt sie, ob sie denn "auch immer brav gewesen" sind. Knecht Ruprecht, Begleiter des heiligen Mannes, wedelt bedrohlich mit einer Rute, aber letztlich bekommen die Kinder das, was sie sich erhoffen: Süßigkeiten und Geschenke. Früher war Nikolaus der Tag der Geschenke, ähnlich wie es noch heute weitgehend in Holland Brauch ist.

Seit dem beginnenden 19. Jahrhundert wird die Nikolausgestalt immer mehr verweltlicht und schließlich zum Weihnachtsmann, der manchmal auch als Überbleibsel germanischer Gottheiten oder als Personifizierung der Natur gedeutet wird, so wie er etwa im Osten als Väterchen Frost bekannt ist. Davon weitgehend unbeeinflusst findet das Nikoausbrauchtum in seiner christlichen Prägung in vielen Familien immer noch statt.

Von der historischen Person des Nikolaus gilt als sicher, dass er Bischof von Myra war, das an der heute türkischen Mittelmeerküste liegt. Wahrscheinlich lebte er im vierten Jahrhundert. Die in Myra schon früh einsetzende Verehrung war von der Erinnerung an seien Güte bestimmt. Dieser Wesenszug kennzeichnet auch die vielfältigen Nikolausüberlieferungen. Um den Heiligen ranken sich zahlreiche Legenden, deren Ursprünge aber auch bei anderen Heiligen gleichen Namens liegen. Einer Legende zufolge erweckte Nikolaus drei ermordete Schüler wieder zum Leben. Er gilt deswegen als Patron der Schüler. Im Mittelalter wählten Klosterschüler am Vorabend des Nikolausfestes einen Kinderbischof. Dieser bekleidete sich mit den Gewändern eines Bischofs, visitierte die Klosterschule. Er bestrafte und belohnte Schüler, letzteres auch mit Süßigkeiten.

 
 

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Ölweihe

 

 

Die Ölweihmesse (missa chrismatis) wird im Bistum Erfurt am späten Dienstagvormittag gefeiert. Der übliche Zeitpunkt ist allerdings der Vormittag des Gründonnerstages. Die Messe feiert der Bischof zusammen mit den Priestern seines Bistums. In der Ölweihmesse werden die heiligen Öle geweiht, die bei der Sakramentenspendung und bei Kirch- und Altarweihen verwendet werden. Die Salbung mit Öl versinnbildlicht die Erwählung durch Gott und bringt Segensfülle, Stärkung und Heil(ung) zum Ausdruck.

 
 

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Ostern

 

 

Am Ostersonntag feiern die Christen die Auferstehung Jesu von den Toten. Das ist das Fundament des christlichen Glaubens. Darin sehen sie die Gewähr, dass am Ende das Leben über den Tod und die Wahrheit über Lüge, Unrecht und Hass siegt. In der Bibel wird die Auferstehung nicht beschrieben. Nirgends ist davon die Rede, dass sie jemand beobachtet hat. Was es in der Heiligen Schrift gibt, sind Berichte über das leere Grab, die Verkündigung der Auferstehung durch einen Engel und Berichte über Erscheinungen des Auferstandenen.

Im Oster-Gottesdienst finden sich viele Symbole, um den Glauben an die Auferstehung deutlich zu machen. So verweist das zum Beginn der Feier entzündete Licht auf Christus. Wie die Kerze das finstere Kirchenschiff erhellt, so verstehen die Christen Jesus als Licht für die Welt.
Der bekannteste Osterbrauch ist das Verschenken bemalter Eier. Das Ei ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Zudem soll es Zeichen dafür sein, dass durch die Auferstehung neues Leben möglich wird. Doch es gab auch einen praktischen Grund: Während der Fastenzeit war der Genuss von Eiern verboten; weil aber die Hühner auch während dieser Zeit ihre Pflicht taten, ergab sich am Osterfest ein großes Überangebot. Das Verschenken war vermutlich die sinnvollste Lösung. Die kunstvolle Verzierung ist erstmal 1615 erwähnt. Auch der Hase gilt als Zeichen der Fruchtbarkeit. In Byzanz soll er sogar ein Symbol für Jesus Christus gewesen sein.

 

 

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Osternacht

 

 

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten. Bereits die ersten Christen müssen eine Jahresfeier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi gekannt haben.

Die Auferstehung Jesu wird als Sieg über den Tod gefeiert und ist das Fundament des christlichen Glaubens. Mit dem Auferstehungsglauben verbindet sich für die Christinnen und Christen die Hoffnung, dass nicht der Tod, nicht Lüge, Ungerechtigkeit und Hass das letzte Wort über das Leben des Menschen haben. Die Osternacht ist darum auch eine Feier des Lebens. Ihre Liturgie besteht aus vier Teilen: Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistiefeier.

Bei der Lichtfeier wird die brennende Osterkerze in die dunkle Kirche getragen. Sie ist das Zeichen für Christus als Licht der Welt. Durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung hat er Licht in die Welt gebracht und die Schatten des Todes vertrieben.

Im Wortgottesdienst mit mindestens fünf Lesungen aus der Bibel, darunter eine Auferstehungserzählung, werden die Heilstaten Gottes für die Menschen erinnert und verkündet. Ein feierliches Loblied (Gloria) wird angestimmt, bei dem die Orgel wieder spielt und Glocken läuten.

In der Tauffeier werden die Täuflinge in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen und beginnen ein neues Leben, dessen Grund der Tod und die Auferstehung Jesu Christi sind.

In der Eucharistiefeier versammeln sich die Gläubigen als durch Jesus Christus Gerettete, sagen Gott Dank und feiern das neue Leben in Christus.


Mit der Osternacht beginnt die Osterzeit, die fünfzig Tage bis zum Pfingstfest dauert. Auch jede Sonntagsmesse gilt als Osterfeier, als Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi.

Osterfeuer im Kreuzgang des Bonner Münsters zu Beginn der Osternachtsfeier

 

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Pastor

 

 

Pastor ist eine Bezeichnung für den Seelsorger (lat.: pastor animarum = Hirt der Seelen) in einer Gemeinde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Bezeichnung hauptsächlich auf den Pfarrer einer Gemeinde angewendet. Heute ist die Bezeichnung im evangelischen Bereich stärker verbreitet, aber in einigen Gegenden (vor allem Nord- und Westdeutschland) werden auch katholische Pfarrer mit "Pastor" angeredet.

 
 

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Pfingsten

 

 

Pfingsten endet die österliche Festzeit - 50 Tage nach der Auferstehung Jesu und zehn Tage nach Himmelfahrt. Das Wort leitet sich von "pentekoste" ab, dem griechischen Begriff für "fünfzig". Pfingsten feiert die Kirche als das "Hochfest des Heiligen Geistes". Sie erinnert an das außerordentliche Ereignis, bei dem die Freunde Jesu nach dessen Tod den Heiligen Geist auf sich herabkommen spürten. An diesem Tag begannen sie, die Taten Jesu zu verkünden. Pfingsten gilt darum auch als Geburtstag der Kirche.

 

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Pontifikalien

 

 

Die dem Bischof vorbehaltenen Insignien oder Amtsabzeichen nennt man Pontifikalien. Dazu zählen Ring, Brustkreuz, Stab, Mitra und der Pileolus. Feiert der Bischof einen Gottesdienst mit seinen Pontifikalien, spricht man von einem Pontifikalgottesdienst bzw. bei einer Heiligen Messe von einem Pontifikalamt.

  • Der Bischofsring gilt als Zeichen der Bindung an die Kirche und – analog dem Ehering – als Zeichen der Treue und wird vom Bischof ständig getragen. Ursprünglich mag es sich bei diesem Ring um einen Siegelring gehandelt haben. Ab dem 9. Jahrhundert setzen sich aber die Übergabe des Ringes während der Bischofsweihe und die damit verbundene Treuesymbolik durch.

  • Brustkreuz: Der heidnischen Antike galt das Kreuz als die schändlichste Form der Hinrichtung. Das Christentum sah in ihm hingegen das Zeichen für den Sieg Jesu Christi über den Tod und für die Erlösung des Menschen. Darstellungen des Kreuzes gewinnen seit dem vierten Jahrhundert an Bedeutung, auch Umhängekreuze sind schon früh bekannt. Doch erst seit dem 12. Jahrhundert wird das Brustkreuz (Pektorale, von lat. pector, die Brust) als Insignie für Bischöfe und andere kirchliche Würdenträger benutzt.

  • Der Bischofsstab wird dem Bischof nach seiner Weihe als Zeichen seines Hirten- und Leitungsamtes übergeben. Dahinter steht das Beispiel Jesu Christi als guter Hirt (Johannes-Evangelium 10, 1-16). Seit dem 13. Jahrhundert findet der Bischofsstab in der Liturgie Verwendung und wird bei allen Pontifikalhandlungen (außer am Karfreitag und im Requiem) benutzt.

  • Die Mitra ist die liturgische, zweispitzige Kopfbedeckung von Bischöfen („Bischofsmütze“) und Äbten und wird nur im Gottesdienst getragen. Die Mitra entstand vermutlich aus einer Kappe, die zum Ornat der Würdenträger im Römischen Reich gehörte.

  • Der Pileolus ist ein – eigentlich nichtliturgisches – Scheitelkäppchen (bei Bischöfen violett und Kardinälen purpurrot) und diente wohl ursprünglich zur Schonung der Mitra vor Schmutz und Abnutzung. Im Barock erhielt es seine heutige Form und wird im Gottesdienst unter der Mitra und außerhalb zur Soutane getragen. Bei der Feier der Heiligen Messe muss es vom Sanctus bis nach der Kommunion abgelegt werden.

Weihbischof Dr. Heiner Koch

Unser Weihbischof Dr. Heiner Koch

 

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Reliquien

 

 

Unter Reliquien (lat.="Überbleibsel") versteht man im eigentlichen Sinne die Gebeine eines Märtyrers oder sonstigen Heiligen, in einem weiteren Sinne auch Dinge, die mit ihm in enger Beziehung standen (z.B. Marterwerkzeuge, Kleider) bzw. in Berührung gekommen sind (Kontaktreliquien). Der Glaube an die Auferstehung ließ die Christen von Anfang an die Leiber ihrer Toten, besonders der Märtyrer, mit besonderer Ehrfurcht behandeln. Über ihren Gräbern errichtete man Kirchen und schon im 4. Jh. war es üblich, die Gebeine von Märtyrern im Altar beizusetzen. Im frühen Mittelalter wird dies zur Vorschrift.
Die Gläubigen betrachteten die im Ruf der Heiligkeit Verstorbenen als ihre Patrone. Dem Geschmack der Zeit folgend bildeten sich ab dem 9. Jh. verschiedene Formen der Reliquienverehrung aus. Noch heute kennen wir die Krypta (als unterirdisches Gewölbe inter dem Chorraum einer Kirche) mit dem Heiligengrab, desweiteren kostbare Reliquiare des Spätmittelalters, und auch die Hochgräber und Glassärge des Barock.
Wenn die Reliquienverehrung om Laufe der Geschichte sich von ihrem Ausgangspunkt entfernte, dann sah man in den Reliquien auf magische Weise die Träger überirdischer Kräfte und Garanten himmlischen Schutzes. Man kämpfte um ihren Besitz oder zerteilte sie, um möglichst vielen ihre Kraft mitzuteilen. Seit dem 18. Jh. spielt Reliquienverehrung nördlich der Alpen eine nur noch geringe Rolle. Nach den geltenden Bestimmungen für die Weihe von Kirchen müssen einzusetzende Reliquien durch ihre Größe als Körperteile erkennbar und ihre Echtheit erwiesen sein.

 

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Sakrament

 

 

Das Sakrament ist sichtbares Zeichen, das die unsichtbare Gnade Gottes anzeigt und bewirkt. Sakramente sind direkt oder indirekt von Christus eingesetzt und werden dem Einzelnen in den meisten Fällen von geweihten Priestern oder Bischöfen gespendet. Das Sakrament der Taufe darf in Notfällen auch von Laien gespendet werden. Das Ehesakrament spenden sich die Eheleute gegenseitig.
Sakramente gelten in Ergänzung zum Glauben als heilsnotwendig. Die römisch-katholische und die griechisch-orthodoxe Kirche kennen sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Kommunion bzw. Eucharistie, Ehe, Buße, Priesterweihe, Krankensalbung. In den evangelischen Kirchen hingegen gelten nur Taufe und Abendmahl als Sakrament.

 
 

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Segen

 

 

Die Worte Segen und segnen gehen auf das lateinische „signare“ zurück, was so viel bedeutet wie bezeichnen und im christlichen Sinn „mit dem Zeichen des Kreuzes versehen“. Praktisch bezeichnet Segnen das Aussprechen einer wohlmeinenden Formel oder eines Gebetes über eine Person oder Sache. Der Segen ist mit Handauflegung und dem Kreuzzeichen verbunden, was das wohltätige Wirken Gottes an dem Gesegneten verdeutlichen soll. Der Segen wird auch als lebensförderndes Tun Gottes verstanden.

 
 

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Silvester, hl. (31. Dezember)

 

 

Der letzte Tag des Jahres ist nach dem heiligen Silvester benannt. Der lebte im vierten Jahrhundert. Im Jahr 314 wählten ihn die Römer zum Papst. Während Silvesters Amtszeit wendete sich das Kirchenschicksal von der Verfolgung zur christenfreundlichen Politik unter Kaiser Konstantin. Silvester hatte selbst unter grausamen Verfolgungen gelitten. Der Legende nach heilte er den Kaiser vom Aussatz. Dafür soll der dem Papst mit großen Schenkungen gedankt haben. Silvester starb am 31. Dezember 335.

 
 

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Sonntag

 

 

Der erste Tag der Woche ist der Sonntag. Christen feiern ihn als Auferstehungstag Christi und damit als den bevorzugten Tag, um an wichtige Ereignisse (Pfingsten, Erscheinung des Auferstandenen, Aussendung der Apostel) zu erinnern. Kaiser Konstantin führte ihn als Feiertag ein. In seiner Bedeutung ersetzt er den jüdischen Sabbat (der 7. Tag der Woche).

 
 

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Sternsinger

 

 

Die Sternsingeraktion des Bistums Magdeburg findet im Rahmen der bundesweiten Sternsingeraktion statt. Deren Träger, das Kindermissionswerk und der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ), unterstützten während der vergangenen Jahrzehnte rund 40.000 Projekte in aller Welt mit mehr als einer Milliarde Mark.

Die Sternsinger gibt es seit 1958. Jahr für Jahr ziehen seitdem Mädchen und Jungen - verkleidet als die heiligen drei Könige - durch ihre Orte und bitten um Geld. Zum Dank segnen sie das Haus des Spenders und schreiben über den Türrahmen mit Kreide die Jahreszahl sowie die Buchstaben C, M und B. Die Buchstaben stehen für das lateinische "Christus mansionem benedicat", was übersetzt heißt "Christus möge dieses Haus segnen".

Seit der ersten Sternsingeraktion haben die Kinder rund eine Milliarde Mark gesammelt, allein in den letzten Jahren kamen jeweils mehr als 50 Millionen Mark zusammen. Dabei konnten die Sternsinger ihr Ergebnis stets steigern.

Im Bistum Magdeburg erfährt die Sternsingeraktion gleichfalls immer stärkeren Zuspruch. Beteiligten sich Anfang der 90er Jahre nur wenige Kirchengemeinden, waren es zuletzt etwa 150. Das Spendenaufkommen der Sternsinger hat sich in den 90-er Jahren von einigen zehntausend Mark erhöht auf zirka 300.000 Mark.

Aussendungsgottesdienst der Sternsinger im Bonner Münster

 

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Stundengebet

 

 

Die Stundengebete begleiten den Tagesablauf der Kleriker und Ordensmitglieder und wurden ursprünglich alle drei Stunden gebetet:

  • Vigil oder Matutin (Morgengebet, in einigen Orden noch heute um Mitternacht gebetet)

  • Prim (das erste Gebet des Tages um 3 Uhr)

  • Laudes (Morgenlob um 6 Uhr)

  • Terz (zur dritten Stunde nach der Laudes, also um 9 Uhr gebetet)

  • Sext (zur sechsten Stunde, um 12 Uhr gebetet)

  • Non (zur neunten Stunde, um 15 Uhr gebetet)

  • Vesper (Abendgebet um 18 Uhr)

  • Komplet (Nachtgebet um 21 Uhr).

Diese Ordnung wurde inzwischen etwas gelockert. Zudem wurde die früher gebräuchliche Prim mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgeschafft.

Die lateinischen Texte der Stundengebete für die jeweiligen Tage sind im sogenannten Brevier (= kurzes Verzeichnis) zusammengefasst. Zu den einzelnen Elementen der Gebete gehören Hymnus, Psalmen, Lesungen, Glaubensbekenntnis, Fürbitten, Vaterunser und Hochgesänge.

 

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Tabernakel

 

 

Das lateinische Wort "tabernaculum" bedeutet Hütte, Zelt. Der Tabernakel ist ein künstlerisch gearbeiteter Schrein zur Aufbewahrung der geweihten Hostien.

 

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Taufe

 

 

Die Taufe steht am Beginn eines jeden Christenlebens, sie ist sozusagen die Eintrittskarte zur Kirche. Die volle Eingliederung in die katholische Kirche erstreckt sich allerdings über einen längeren Zeitraum und ist erst nach Erstkommunion und Firmung ganz vollzogen.
Das Grundsymbol der Taufe ist das Wasser. Damit wird der Täufling übergossen und so von jeder Schuld gereinigt. Für ihn beginnt ein neues Leben; ein Leben, dessen Maßstab das Handeln und Reden Jesu ist. Daran erinnert auch das Weihwasser an der Tür jeder katholischen Kirche. Weitere Zeichen der Taufe sind ein weißes Kleid und die Salbung: Das Kleid erinnert in seiner Reinheit an die Vergebung der Sünden, die Salbung verweist auf die Erwählung zum Kind Gottes.
Während am Anfang der Kirche nur Erwachsene getauft wurden, ist der Täufling heutzutage meist unmündig. Aus diesem Grund legen für ihn Eltern und Paten das Taufversprechen ab. Im Namen des Kindes bekennen sie sich zum Glauben der Kirche. Vor der Gemeinde versprechen sie, für eine christliche Erziehung zu sorgen.
Die Taufe als ein Zeichen der Zuwendung Gottes zu einem Menschen kann nicht rückgängig gemacht werden. Auch wer später aus der Kirche austritt, bleibt ein getaufter Christ.

 

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Te Deum

 

 

Das Te Deum ist ein feierlicher Lobgesang, meist mit Orgel- oder Orchesterbegleitung, der im Wechsel zwischen Vorsängern und Gemeinde gesungen wird und im lateinischen Original mit den Worten „Te Deum laudamus“ (Dich Gott loben wir) beginnt. Mittelalterliche Legenden vermuten die Kirchenlehrer Ambrosius (339?-397) und Augustinus (354-430) als Verfasser. Neuere Theorien gehen davon aus, dass es sich beim Te Deum um ein altes Hochgebet für eine Eucharistiefeier in der Osternacht handelt.

Im ersten Teil des Lobgesanges huldigt die Schöpfung Gott, dann preist die Kirche die Dreifaltigkeit Gottes. Der dritte Teil ist ein Lobpreis Jesu Christi. Zuletzt können Bitten angefügt werden, die mit den Worten enden: „Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt. In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.“ (Im Gotteslob, dem katholischen Gesangsbuch, Nr. 706)

 
 

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Unbefleckte Empfängnis (Immaculata)

 

 

Das "Hochfest der ohne Erbschuld empfangenen Gottesmutter Maria" am 8. Dezember nannte man früher "Unbefleckte Empfängnis". Es bedeutet, dass Maria durch die Gnade Gottes vom ersten Augenblick ihres Lebens frei vom Makel der Erbsünde war.

 
 

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urbi et orbi

 

 

Der Segen, den der Papst "der Stadt und dem Erdkreis" (als Bischof von Rom: urbi = der Stadt, und als Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche: orbi = dem Erdkreis) an hohen Feiertagen spendet, wird im allgemeinen Sprachgebrauch als "urbi et orbi" bezeichnet. Er ist in jüngster Zeit bekannt geworden durch die Fernsehübertragungen der Weihnachts- und Osteransprachen des Papstes, die mit der Spendung des Segens und den Worten "urbi et orbi" enden.

 
 

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Vater unser (Gebet)

 

 

Das '"Vater unser" wird im Neuen Testament in zwei Fassungen überliefert: Matthäus 6,9-13 und Lukas 11,2-4.. Dieses Gebet wird schon in der alten Kirche in enge Beziehung zur Eucharistie (Abendmahlsgottesdienst) gesetzt. Das geschah wohl vor allem wegen der Brot-Bitte, die auch das eucharistische Brot mit einschließt, und wegen der Vergebungsbitte.

Das Gebet spielt aber auch im Stundengebet und bei anderen Gelegenheiten eine große Rolle. Nach der Didache, einer der ältesten Kirchenordnungen, soll der Christ dieses Gebet drei Mal am Tag beten.

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot
gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben
unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich
und die Kraft und Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 
 

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Vesper

 

 

Die Vesper (vesper, lateinisch, der Abend) ist das Abendgebet der Kirche und Teil des kirchlichen Stundengebetes, das den Tag vom Morgen bis zur Nacht durch verschiedene Gebetszeiten gliedert. Zu diesem Stundengebet sind Priester, Diakone und Ordensangehörige verpflichtet; mittlerweile beten es aber auch viele Christinnen und Christen in den Gemeinden. Das Stundengebet wird allein oder in Gemeinschaft verrichtet und kann besonders feierlich gestaltet sein.

Zu einer Vesper gehören u.a. Wechselgesänge (vor allem die Psalmengebete aus dem Alten Testament), eine kurze Lesung aus der Bibel sowie Gebete wie Fürbitten und Vater unser. Der Ablauf ist immer gleich, die Gebets- und Liedtexte wechseln. Im Gebetbuch "Gotteslob", das in allen katholischen Kirchen ausliegt, ist unter den Nummern 682 bis 691 eine Vesper abgedruckt.

Eine vorgeschriebene Gebetszeit gibt es für die Vesper nicht, der frühe Abend gilt als üblicher Zeitpunkt.

Komponisten haben diesen Teil des Stundengebetes in der gesamten abendländischen Musikgeschichte besonders gern vertont.

 
 

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Wallfahrt

 

 

Unterwegssein - des Glaubenden zu einem besonderen Glaubensort ist eine Urgebärde des Menschen. Wallfahrten gibt es bei Juden, Muslimen und Christen. Sie sind also keine ausgesprochen katholische Ausdrucksform des Glaubens. Bei einer Wallfahrt brechen Menschen aus ihrer alltäglichen Umgebung auf, um Neues zu erfahren. Dabei nehmen sie auch Strapazen auf sich. Wesentliche Kennzeichen des Pilgerns sind zudem Stille, Meditation und Gebet.
Noch heute meinen Christen, an bestimmten heiligen Stätten Gott besonders nahe zu sein: So im Heiligen Land, wo Jesus gelebt hat; an den Gräbern großer Heiliger wie Rom, Assisi und Santiago de Compostela; weiter an Orten, wo die Gottesmutter Maria verbürgtermaßen zu Menschen sprach: Lourdes, Loretto und Fatima. Der wichtigste Wallfahrtsort im Bistum Magdeburg ist die Huysburg bei Halberstadt.

 
 

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Weihbischof

 

 

In jedem katholischen Bistum hat der Bischof mit der Ernennung durch den Papst die oberste Hirten-, Lehr- und Rechtsgewalt inne. Zu seiner Unterstützung in der Leitung des Bistums kann der Papst einen oder mehrere Weihbischöfe ernennen, die im Auftrag des Bischofs handeln. Die Weihbischöfe führen in den Pfarrgemeinden ihrer Region Visitationen durch und spenden das Sakrament der Firmung. Sie sind sozusagen ein "Sprachrohr" ihres Bischofs, umgekehrt tragen sie Sorge, dass der Bischof über die eigenen Kontakte hinaus die Sorgen und Anliegen der Menschen im Bistum kennt. Weihbischöfe, in anderen Ländern auch Auxiliar-Bischöfe genannt, sind auf den Titel eines vor langer Zeit untergegangenen Bistums geweiht. Die Weihbischöfe sind ordentliche, stimmberechtigte Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz.

Weihbischof Dr. Heiner Koch

Unser Weihbischof Dr. Heiner Koch

 

 

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Weihnachten

 

 

Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu. Wann genau vor etwa 2.000 Jahren Jesus zur Welt kam, ist nicht bekannt. Die Feier am 25. Dezember als sein Geburtsfest ist erstmals im Jahr 354 für die Stadt Rom bezeugt. Als Tag der Wintersonnenwende war das Datum aber schon heidnisch besetzt als Fest des "unbesiegten Sonnengottes". Möglicherweise legten die Christen das Geburtsfest Jesu als Gegenpunkt bewusst auf diesen Termin. Zudem wurde der Tag der Wintersonnenwende auf Jesus hin gedeutet: der Erlöser als Licht für die Welt.
Weihnacht heißt soviel wie heilige und geweihte Nacht. In Jesus, dem Sohn Gottes ist nach christlichem Glauben Gott selbst ein Mensch geworden. Jesus wird verstanden als wahrer Gott und wahrer Menschen in einer Person. In seiner Menschwerdung hat sich Gott der Welt ein einer Weise mitgeteilt, wie sie überwältigender nicht sein könnte. Der Gott-Mensch Jesus hat sich in die Geschichte der Menschen hineinbegeben, um ihre Freuden und Leiden mitzuleben und allen wieder Hoffnung zu schenken. Darum gilt Weihnachten auch als Fest der Liebe und des Friedens.
Nach dem Bericht des Evangelisten Lukas waren es Hirten, die zuerst Nachricht von der Geburt Jesu erhielten. Ihnen verkündete ein Engel: "Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll. Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren. Er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt."
Das Ganze soll sich in Betlehem und Umgebung zugetragen haben. In der knapp zehn Kilometer von Jerusalem entfernten Stadt steht heute dort, wo Jesus geboren sein soll, die Geburtskirche.

 

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Weihnachtsbaum

 

 

Bereits am Ende des 16. Jahrhunderts war es im Elsass üblich, zum Weihnachtsfest im Wohnzimmer einen Baum aufzustellen und ihn mit Äpfeln und Süßigkeiten zu behängen.
Die ersten Kerzen erhielten diese Weihnachtsbäume aber erst um 1730. Und erst im 19. Jahrhundert, mit dem zunehmenden Eisenbahnverkehr, wurde der Weihnachtsbaum in ganz Deutschland bekannt.
Anders als die evangelischen Gemeinden, sperrte sich die katholische Kirche zunächst gegen die Bäume. Sie sah in den Weihnachtskrippen ein genügend aussagekräftiges Symbol für das Weihnachtsgeschehen. Inzwischen gibt es in Deutschland jedoch keine katholische Kirche mehr, in der nicht wenigstens ein Weihnachtsbaum steht.

Der Weihnachtsbaum vor dem Bonner Münster

 

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Weihnachtskrippe

 

 

Überall auf der Welt, wo Christen die Menschwerdung Gottes feiern, findet sich die Weihnachtskrippe. Als figürliche Darstellung veranschaulicht sie die Geburt Jesu in Bethlehem. Als Ausgangspunkt des Brauches vermuten die Historiker die in Rom verwahrten Krippenreliquien, vor denen die Päpste früher den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst feierten. Entgegen früheren Vermutungen ist der heilige Franziskus von Assisi keineswegs der Urheber der Weihnachtskrippe. Seine Feier im Jahr 1223 in Greccio fand in einem wirklichen Stall mit Ochs und Esel und einer strohgefüllten Krippe statt jedoch ohne die Heilige Familie.
Die große Blütezeit der Krippen war das Barock. Die Jesuiten wollten nach der Reformation den Glauben wieder veranschaulichen. Darum forderte der Ordensgründer Ignatius von Loyola beispielsweise: "Der Gläubige muss sich vorstellen können, wie die Rüstung Goliaths scheppert, wenn der Riese von Davids Stein getroffen, zu Boden stürzt". Aufgrund dieser Auffassung bauten die Jesuiten gewaltige und wertvolle Krippen. Der Funken sprang bald auf die Städte über, und schließlich wollte jede Gemeinde eine eigene Krippe. Am Beginn des 19. Jahrhunderts kam es im Zuge der Säkularisation mancherorts zu einem Verbot der Krippen. Doch führte das nur dazu, daß die Krippen verstärkt Einzug in Bürger- und Bauernhäuser fanden.
Die Vielfalt der Weihnachtskrippen ist beinahe grenzenlos. Jeder Krippenbauer stellt das Geschehen so dar, als läge Bethlehem vor seiner Haustür. Die Hirten in bayerischen Krippen tragen die üblichen Trachten. In Japan bringen anstelle der Könige Samurais die Geschenke. Bei den Eskimos liegt das Jesuskind auf einem Schlitten, und in Afrika ist das Christkind schwarz. Die Kolumbianer lieben es bunt.
Auch in Europa findet sich eine wahre Krippenvielfalt. Die Andalusier flechten eine Graskrippe aus Palmwedeln. Für die Figuren wird Hanf verknotet. Bei den Krippen aus Neapel sind Stall und umgebende Gehöfte Ruinen. Die Krippenschnitzer der französischen Provence verwenden Baumrinde und Torfballen. Auf Korsika liegen in der Krippe getrocknete Meeresalgen. Aus Thüringen stammt eine Glasbläser Krippe.

Weihnachtskrippe im Bonner Münster

 

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Weihrauch

 

 

Weihrauch entsteht, wenn aus der Rinde des Boswellia-Strauches (beheimatet in Südarabien, Somalia und Indien) gewonnene Harzkörner auf Holzkohlenglut verglühen. Dabei steigt intensiv duftender, wohlriechender Rauch auf.
In der katholischen Kirche wird der bereits in altorientalischen und antiken Kulten verwendete Weihrauch benutzt, um das zu Gott aufsteigende Gebet der Gläubigen zu versinnbildlichen, Gottesdienste feierlicher zu gestalten sowie Personen und heilige Gegenstände zu ehren. So werden Priester und Gläubige, der Altar, das Evangelienbuch, die eucharistischen Gaben Brot und Wein, das Kreuz und die Osterkerze beräuchert.
Weihrauch wird seit dem fünften Jahrhundert in Weihrauchfässern entzündet. Das sind versilberte oder vergoldete Metallgefäße, die an drei bis vier Ketten hängen. Mit einer weiteren Kette kann der Deckel des Fasses hochgezogen werden, um die Harzkörner auf die glühende Holzkohle zu legen.

 

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Weißer Sonntag

 

 

Der Weiße Sonntag ist immer der erste Sonntag nach dem Osterfest und in besonderer Weise der Sonntag der Erstkommunion. Sein Name leitet sich von einem frühchristlichen Brauch ab, demzufolge die Neugetauften als Zeichen ihrer Reinigung durch das Taufwasser weiße Gewänder trugen.
Als Termin für die Erstkommunion ist der Weiße Sonntag erstmals 1673 in der Schweiz belegt. Im vergangenen Jahrhundert setzte sich der Brauch auch in Deutschland allmählich durch. Die Verbindung des Weißen Sonntags mit der Erstkommunion empfiehlt sich, da in dieser Feier auch die Erneuerung der Taufe und ein weiterer Schritt der Eingliederung in die christliche Gemeinde gesehen wird.

 
 

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