Die Königserhebung Friedrichs des Schönen im Bonner Münster

Vortrag und Buchpräsentation mit Bonner Professoren Matthias Becher und Harald Wolter-von dem Knesebeck über den Bonner König am 25. November 2017, 16.30 Uhr - Jahrestag der doppelten Königskrönung
21. November 2017; Sebastian Eckert

BONN. Die Doppelwahl von 1314 schrieb Verfassungsgeschichte: Am 25. November hatte das Römisch-Deutsche Reich plötzlich zwei Könige. Einer der beiden, Friedrich, genannt „der Schöne“, gekrönt im Bonner Münster, wurde lange Zeit von der Forschung stiefmütterlich behandelt. Trotz Ausgleich und gemeinsamer Herrschaft konnte er sich trotz letztlich nicht gegen seinen Kontrahenten Ludwig von Bayern durchsetzen.

 

Am Samstag, 25. November 2017, um 16.30 Uhr präsentieren die renommierten Bonner Mediävisten Prof  Harald Wolter von dem Knesebeck und Professor Matthias Becher die neuesten Erkenntnisse der Mittelalterwissenschaft zu dem schönen König zu Bonn. Der Vortrag findet im Münster-Laden (Gerhard-von-Are-Straße 1, 53111 Bonn) statt. Um eine Anmeldung an mail@muensterladen.de wird gebeten.

 

Dabei geben die Mittelalter-Experten Einblick in neue Aspekte der Reichs- und Hausmachtpolitik des schönen Friedrich und werfen Schlaglichter auf Recht, Kultur und Kunst der Zeit

 

Der druckfrische Tagungsband „Die Königserhebung Friedrichs des Schönen im Jahr 1314. Krönung, Krieg und Kompromiss“ ist im Bonner Münster-Laden und im Buchhandel für 50,00 Euro erhältlich.

 

Zwei Könige, gekrönt zu Aachen und Bonn

Erst vierzehn Monate nach dem Tod Heinrichs VII. im August 1313 kam es zu einer Königswahl, die deutsche Geschichte schrieb: Am 19. Oktober 1314 wählte ein Teil der in Frankfurt versammelten Kurfürsten Friedrich den Schönen zum König. Einen Tag später wurde sein Vetter Ludwig in Frankfurt von den anderen Kurfürsten zum Herrscher bestimmt.

 

Als es am  25. November 1314 schließlich zur Königskrönung kam, hatte das Römisch-Deutsche Reich zwei Könige. Am traditionsreichen Krönungsort Aachen wurde Ludwig von Bayern zum Herrscher erhoben, zwar durch den Mainzer Erzbischof als Koronator und mit nachgefertigten Reichsinsignien, während in Bonn, am „falschen Ort“ der Kölner Erzbischof Heinrich von Virneburg als richtiger Königskröner dem Habsburger Friedrich, genannt „der Schöne“ die richtige Krone aufsetzte.

 

Auch wenn beide Wahlen von den zeitgenössischen Quellen durchaus als gültig betrachtet wurden, war ihre Gültigkeit aber nicht als dauerhaft, wenn sie durch Schlachten eingeholt wurden. Denn in den Jahren darauf bekriegten sich beide Herrscher im Reich. Dennoch gelangten sie auch zu bemerkenswerten Kompromissen und schließlich gemeinsamer Herrschaft im Rahmen eines Doppelkönigtums – ein Novum der deutschen Geschichte.

 

Während die Forschung Ludwig, der sich im Thronstreit letztlich durchsetzen konnte, ausgiebig gewidmet hat, vernachlässigte sie lange den „Bonner“ König Friedrich. Der Tagungs-Band „Die Königserhebung Friedrichs des Schönen im Jahr 1314 Krönung, Krieg und Kompromiss“, herausgegeben von den renommierten Bonner Mediävisten Prof Harald Wolter von dem Knesebeck  und Matthias Becher, rückt den Habsburger ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

 

Der Tagungsband basiert auf der Tagung zur 700. Wiederkehr der Königskrönung, die unter dem Titel „Bonn 1314 – Krönung, Krieg und Kompromiss“ in die Krönungsstadt Bonn am Bonner Münster stattfand.

 

Weitere Informationen und Hintergrund zum 700. Krönungsjubiläum in Bonn erhalten Sie unter kroenung700.de

 

Tagungsband zu Friedrich dem Schönen 

Die Königserhebung Friedrichs des Schönen im Jahr 1314 - Krönung, Krieg und Kompromiss. Herausgegeben von: Matthias Becher und Harald Wolter-von dem Knesebeck.Wien, Köln, Weimar 2017 (Böhlau-Verlag). http://www.boehlau-verlag.com/978-3-412-50546-2.html


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