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29.06.2011 | Bonner Münster
Erste unter Gleichen
Am 29. Juni gedenkt die Kirche der beiden Apostel Petrus und Paulus
Mit ihrem in der Bibel hinterlassenen Zeugnis gelten sie als wichtigste Heilige der katholischen Kirche: die Apostel Simon Petrus und Paulus, deren Martyriums Christen in aller Welt am 29. Juni als Hochfest gedenken. Beide Heilige haben die Anfänge des Christentums und seine Verbreitung in der Welt maßgeblich bestimmt. auf zahlreichen Missionsreisen verkündeten sie die Botschaft Jesu Christi und gründeten die ersten christlichen Gemeinden außerhalb Palästinas. Der Legende nach erlitten sie zur Zeit das Kaisers Nero den Märtyrertod durch Kreuzigung (Petrus) und Enthauptung (Paulus). Die beiden Apostelfürsten sind die Patrone der Stadt und des Bistums Rom. Im Bonner Münster beginnt das Festhochamt an diesem Tag im sogenannten Petrus-Chor mit dem Taufbekenntnis, bevor die Gemeinde zum Altar zieht und Eucharistie feiert.
„Du bist der Fels …“ – Simon Petrus „Du bist Petrus, der Fels, auf den ich meine Kirche errichten werde." Mit diesen Worten machte Jesus Christus den einfachen Fischer Simon (hebr.: Symeon) aus Kafarnaum am See Genezareth zu seinem wichtigsten Gefolgsmann, Sprecher und Anführer der Apostel, und zu einem seiner engsten Vertrauten. Gleichwohl war Petrus der Überlieferung nach nicht frei von Zweifeln und Schuld: Er war es, den bei der Fahrt über den See Genezareth Angst befiel, Jesus über das Wasser nachzufolgen, der einem Helfershelfer bei der Gefangennahme Jesu im Zorn ein Ohr abschlug und der ihn bei der Befragung durch den Hohepriester drei Mal verleugnete, ehe der Hahn krähte. Mit den Jüngern Johannes und Jakobus war Petrus bei der Verklärung Jesu zugegen (Mt 17, 1-8); hervorgehoben wird er auch bei der Fußwaschung, als er sich nicht würdig fühlte, sich von Jesus die Füße waschen zu lassen (Joh 13, 5-10). In der Bibel wird Petrus als erster männlicher Zeuge der Auferstehung Jesu genannt (1. Korintherbrief 15, 5; Lk 24, 34) und als „Menschenfischer“ bezeichnet (Lk 5,10), der von Jesu den Auftrag erhielt: „Weide meine Lämmer“ (Joh 21, 1-19). Diese herausgehobene Stellung als irdischer Stellvertreter Christi ist mit begründend für die besondere Stellung aller späteren Nachfolger Petri, der Päpste. Der 256. Nachfolger ist der heutige Papst Benedikt XVI. Nach der Auferstehung und den biblischen Pfingstereignissen war Petrus Anführer der jungen Christengemeinde in Jerusalem, Missionsreisen führten ihn nach Antiochien und Kleinasien und schließlich nach Rom. Dort fiel er der Christenverfolgung des Kaisers Nero zum Opfer, der ihn kreuzigen ließ. Über seiner vermuteten Grabstätte wurde im Mittelalter die Vorläuferkirche des heutigen Petersdoms errichtet.
Vom Saulus zum Paulus Paulus, mit jüdischem Namen Saul, hat Jesus Christus nicht mehr kennen gelernt; er wuchs auf als Sohn vermögender jüdischer Eltern mit römischem Bürgerrecht. Aus religiöser Überzeugung beteiligte er sich zunächst fanatisch an den Verfolgungen der frühen Christen, doch widerfuhr ihm auf dem Weg nach Damaskus eine Erscheinung des Gekreuzigten, die in ihm eine vollständige Umkehr bewirkte (Apostelgeschichte 22, 5-16; 26, 12-18). In Damaskus ließ er sich taufen und wirkte danach unter dem Namen Paulus als glühender Verkündiger der christlichen Botschaft. Auf drei großen Missionsreisen gründete Paulus Gemeinden in Kleinasien, Mazedonien und Griechenland, mit denen er durch Briefe Kontakt hielt. Die 13 im Neuen Testament überlieferten Briefe, die Paulus zugeschrieben werden (u. a. der 1. Brief an die Thessalonicher, der Brief an die Galater, der 1. und der 2. Brief an die Korinther, der Römerbrief, der Brief an die Philipper und der Philemonbrief), gelten neben der Apostelgeschichte als wichtigste Quellen über das Leben Paulus‘ und der noch jungen Christengemeinden. Laut Überlieferung erlitt auch Paulus in Rom unter Kaiser Nero den Märtyrertod: Der Legende nach sollen beide Apostel am selben Tag getötet worden sein, Petrus durch Kreuzigung, Paulus als römischer Bürger durch Enthauptung.
Übergabe des Palliums an die neuen Erzbischöfe Traditionell am Hochfest Peter und Paul erhalten die bis dahin neu ernannten Erzbischöfe in Rom das Pallium aus der Hand des Papstes. Diese besondere Stola soll die Enge Verbundenheit der Metropoliten mit dem heiligen Petrus und dem heiligen Stuhl ausdrücken. Fünf Kreuze für die Wundmale Jesu sind eingewebt, wovon drei mit Nadeln durchstoßen sein können, die an die Nägel der Kreuzigung erinnern. In die schwarzen Enden der Stola ist zur Beschwerung etwas Blei eingearbeitet. Am 21. Januar, dem Gedenktag der heiligen Agnes segnet der Papst alljährlich Lämmer, aus deren Wolle die Pallien im Kloster Santa Cecilia in Trastevere gewebt werden. Am Vorabend des Hochfestes Peter und Paul werden die Stolen in einen goldenen Schrein am Grab des Apostels Petrus, der sogenannten Confessio, gelegt. Nach der Predigt des Papstes werden die Pallien durch Diakone zum Papstaltar gebracht, wo sie der heilige Vater segnet und das Versprechen der neuen Erzbischöfe entgegennimmt, bevor sie aus der Hand des Pontifex einzeln ihr Pallium erhalten.
Brauchtum & Namensgebung Petrus wird in unseren Breiten oft als „Wetterheiliger“ verehrt, der im Himmel thront; sein Name stammt aus dem Griechischen und „der Fels". Der Namen Paulus kommt aus dem Lateinischen und lässt sich übersetzen mit „ der Kleine, Demütige". Im Allgemeinen wird Petrus dargestellt als Apostel oder Papst mit, Buch, Hahn, Fisch oder Kreuz und Paulus als Apostel mit Buch und Schwert.
Gedenktage
Verweise
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