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Ein alter
Stadtplan (Merian) aus dem Jahr 1646 mit vielen Kirchen und Klöstern.
Dort Wo heute der Mülheimer Platz ist befand sich auch das Mülheimer
Stadttor. Recht sieht man das Bonner Münster, darüber die Martinskirche
(1) und darunter die Gangolfkirche (2) |
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Bis heute
erinnern die Gangolfstraße und der Gangolfsaal im Münster-Carré an die
ehemalige Kirche an der Westseite des Bonner Münsters |
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Eng aneinander
standen 1220 die Martinskirche (links), das Bonner Münster (Mitte) und
die Gangolfkirche (rechts) |
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Propsteikirche
St. Gangolf in Heinsberg. Typisch für diese Gegend ist die
Backsteinverkleidung
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Gleich neben
der Propsteikirche liegt der Burgberg der Herren von Heinsberg |
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Grabmahl des
Erzbischofs Philipp I. von Heinsberg (1130-1191) im Kölner Dom.
Erbauer der Gangolfkirche in Bonn. |
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Der 56. Kölner Erzbischof Engelbert II. von Valkenburg
(1220-1274) stammt ebenfalls aus Heinsberg und wurde wurde im Bonner
Münster beigesetzt. |
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Messbuch für
das Erzbistum Köln, samtbezogen mit Silberbeschlag. Darstellung des Hl.
Gangolf und Inschrift. 1758. Gestiftet für die Gangolfkirche in Bonn
Darstellung. |
Noch heute ist die
Silhouette der Stadt Bonn durch viele Gotteshäuser geprägt. Sie zeugen davon,
dass diese Stadt am Rhein keine Stadt ohne Gott ist.
Auf mittelalterlichen
Stadtansichten strecken sich allerdings einige Kirchtürme mehr aus den
engen Häuserzeilen des Stadtkerns in den Himmel. Dazu zählten nicht nur Klöster,
sondern auch eine Reihe von heute nicht mehr existierenden Kirchen, was Straßen- oder
Platznamen wie der Remigiusplatz oder der Münsterplatz verdeutlichen.
Zum
berühmten Bonner Münster führt
vom Bahnhof aus die Gangolfstraße. Sie erinnert nicht an das ehemalige
Gangolfkino, sondern an die Pfarrkirche St. Gangolf, die im Westen des Münsters
stand, ungefähr da, wo „In der Sürst“ heute der Gänsebrunnen steht.
Und wer war dieser
Heilige Gangolf?
Gangolf, ein
burgundischer Edler, stand im Dienste König Pippins. Vielleicht ist er
personengleich mit dem 716 und 731 erwähnten Gangvulfus, der ein Eigenkloster
bei Langres besaß. Nach der Legende soll er auf Anstiften seiner
ehebrecherischen Gattin am 11. Mai 760 ermordet worden sein. Seit dem neunten
Jahrhundert wird er als Märtyrer verehrt. Eine bedeutende Reliquie befindet sich
in Bamberg.
Erzbischof bringt Gangolf von Heinsberg nach Bonn
Die Bonner Pfarrkirche
St. Gangolf war eine der vier alten katholischen Bonner Stadtpfarreien. Bereits
seit dem zwölften Jahrhundert bestanden die Bonner Pfarrei und Pfarrkirche St. Gangolf, die
auf eine Stiftung des Erzbischofs Philipp von Heinsberg (1130-1191) zurück geht.
Wahrscheinlich war das Gangolf-Patrozinium eine Hommage Philipps an seine
Heimat. Denn seine Großmutter hatte 1128/29 in Wurfweite des Familiensitzes in
Heinsberg das Gangolf-Stift gegründet, wovon bis heute die Propsteikirche St.
Gangolf steht.
Aus demselben
Geschlecht der Grafen von Heinsberg stammt Engelbert von Heinsberg-Valkenburg
(1220-1274), der ebenfalls Erzbischof in Köln war. Gegen die aufkommenden
Patrizier versuchte er seine Macht in der Stadt zu festigen und auszubauen, was
er 1268 mit der Vertreibung bezahlte. In Bonn baute er daraufhin seine Residenz
auf und wurde nach seinem Tod im Bonner Münster beigesetzt.
Infolge der
französischen Besatzung wurde die Bonner Gangolf-Pfarrei 1804 per Dekret des
Bischofs von Aachen (die linksrheinischen Gebiete gehörten zum damaligen Bistum
Aachen) aufgehoben und die heutige Münsterkirche zur Pfarrkirche für St. Gangolf
und St. Martin. Die Kirche lag unmittelbar vor dem Westchor der Münsterkirche
und wurde 1806/1807 vollständig abgerissen.
Zur Pfarrei St.
Gangolf zählte der äußere Bereich des innerhalb der Stadtmauern liegenden
Stadtgebiets vom Münster bis zum Stiftsplatz. Weiterhin einzelne Häuser am
Münsterplatz, am Mauspfad und in der Maargaase und Stiftsgasse. Zu St. Gangolf
gehörte auch das außerhalb der Stadtmauern gelegene Dörfchen Mülheim, was auch
die Namensgebung des Mülheimer Platzes erklärt.
Erinnerungsstücke
In den Stiftsgebäuden
des Bonner Münsters wurden 2007 im Zuge einer Sanierung
Messbücher aus den letzten drei Jahrhunderten wiederentdeckt, die sich hinter
Akten versteckten. Dazu gehört auch ein Missale Coloniensis (Messbuch für das
Erzbistum Köln) mit Samteinband und Silberbeschlag. Im Jahre 1758 wurde es der Gangolfkirche in
Bonn gestiftet. Einige liturgische Gegenstände wie ein Kelch, ein Vortragekreuz und
ein Reliquiar stammen aus aus dieser Pfarrkirche und sind bis heute im Bonner
Münster in Gebrauch. Auch die Gangolfstraße und der
Gangolfsaal im Münster-Carré
erinnern noch an die alte Pfarrkirche St. Gangolf.
Im Gedenken an den Heiligen Gangolf, aber auch an unsere
Vorfahren und die "Pfarrkinder" der Gangolf-Pfarrei wird dieser Tag im Bonner
Münster besonders gefeiert. |