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               Kardinal Meisner

 

22.02.2011

 

Kathedra Petri

 

Ein seltsames Fest am 22. Februar

Blick an Petrus vorbei in die Apsis des Petersdoms geschaut

Banyas, Israel. Das Pan-Heiligtum mit langer Tradition im antiken Cäsarea Philippi am, wo die Bibelszene eingeordnet ist. Neben in den Fels gehauenen Heiligtümer ist auch das Tor zu den Mächten der Unterwelt zu sehen.

Das Fest geht auf eine antike Gewohnheit zurück. Im alten Rom fing das neue Jahr am 1. März an. Analog zu unserem Totengedenken am Ende des Kirchenjahres, beging man auch im alten Rom dieses Gedächtnis am Ende des Jahres. Vom 13. bis 22. Februar versammelten sich die Familien und Freunde an den Gräbern der Toten, um mit ihnen Mahl zu halten. Dabei hielt man für den Verstorbenen einen Sessel, die cathedra frei.

 

Hieraus ergab sich auch das Fest Kathedra Petri. Wir feiern es am 22. Februar, da der eigentliche Todestag des Apostelfürsten unbekannt war. Erst später deutete man „cathedra“ als bischöflichen Lehrstuhl und sah darin die Übernahme der römischen Kirche durch Petrus.

 

Im Bonner Münster beginnt die Festmesse am Abend mit dem Taufgedächtnis im Petrus-Chor, bevor die Gemeinde zum Altar zieht. Wie viele andere Kaiserdome aus der Romanik, so besitzt das Bonner Münster zwei architektonische Chöre, weshalb das Hauptportal sich seitlich befindet.

 


"DU bist Petrus - der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." (Bibel, Evangelium nach Matthäus, 16,18)

Diese an Petrus gerichteten Worte Jesu werden auf Banyas im heutigen Israel lokalisiert. Dort befindet sich ein antikes Pan-Heiligtum mit kleineren und größeren Tempeln, die in ein mächtiges Felsmassiv gebaut wurden. Dazu gehört auch eine Höhle, die Zugang und als Ort zur Unterwelt angesehen wurde. Vor dieser Kulisse wird die Proklamation des Petrus noch einmal deutlich: Der Mensch Petrus ist der Fels auf den Christus seine Kirche aufbauen wird. Die Götter der Heiden sind nichtig und selbst die Unterwelt können der Kirche nichts anhaben.

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Letzte Aktualisierung: 04.02.2012