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Auch
wenn das lateinische Wort Lektor mit Vorleser übersetzt wird, so ist der
Lektorendienst doch weit mehr. Denn gelesen wird aus der Heiligen
Schrift. Und damit wird aus dem Vorlesen die Verkündigung im
Gottesdienst.
Lektorinnen und Lektoren lesen während des
Gottesdienstes ein oder zwei Schriften aus der Bibel und tragen
Fürbitten vor. Sie übernehmen damit eine eigenständige liturgische
Aufgabe im Verlauf der Messe. Das bedeutet, Lektoren nehmen am
Verkündigungsauftrag der Kirche teil, auch dann, wenn ein Pfarrer oder
ein Diakon anwesend sind. Seit dem Zweiten vatikanischen Konzil 1965
darf das Amt von beiden Geschlechtern ausgeübt werden - vorausgesetzt
sie sind getauft.
Am Ambo - ein Lesepult, das im Altarraum aufgebaut ist -
verleiht der Lektor dem „lebendigen Wort Gottes“ Ausdruck und Stimme.
Daher sollte er den Text nicht einfach herunterlesen. Vielmehr versucht
er die Gemeinde zu fesseln, damit sie zuhört und verstehen kann.
Die Lektoren werden am Bonner Münster für ihren Dienst
ausgebildet. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes
ebenso wie mit dem Mikrofon und der Lautsprecheranlage. Regelmäßig
treffen sich die Lektoren zum Erfahrungsaustausch.
Bereits in den frühen Jahrzehnten der christlichen Kirche
taten einzelne Gemeindemitglieder, die lesen konnten, Dienst während der
Messe. Im zweiten Jahrhundert nach Christus entwickelte sich daraus ein
Amt, das wie heute auch zunächst von Laien ausgeübt wurde. Im Laufe der
Zeit wurde der Lektorendienst alleinige Aufgabe angehender Geistlicher
und war bis zum 10. Jahrhundert sogar eine unerlässliche Vorstufe zum
Priesteramt.
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