Wilfried Schumacher
Stadtdechant

Begrüssung der Vertreter der drei monotheiistischen Weltreligionen beim Requiem für Papst Johannes Paul II.

In brüderlicher Verbundenheit begrüsse ich die Vertreter der orthodoxen, der evangelischen und der altkatholischen Kirche. Ich tue dies mit den Worten des verstorbenen Papstes:

Wir teilen den gleichen apostolischen Glauben an Jesus Christus, den Herrn und Erlöser, das gleiche apostolische Erbe und die sakramentalen Bande der Taufe; wir alle sind somit Mitglieder der Familie Gottes, aufgerufen, dem einen Herrn zu dienen und der Welt sein Evangelium zu verkünden. Das II. Vatikanische Konzil rief alle Katholiken auf, die Mitglieder der anderen Kirchen »als Brüder im Herrn« zu betrachten. (Griechenland 2001) Wir dürfen nichts unversucht lassen. Wir müssen tun, was eint. Wir schulden es Gott und der Welt. (Köln 1980)

Mit großer inneren Bewegung begrüsse ich den Vertreter der jüdischen Gemeinde in Bonn – ebenfalls mit den Worten Johannes Paul II.:

Shalom chaver
Die jüdische Religion ist für uns nicht etwas »Äußerliches«, sondern gehört in gewisser Weise zum »Inneren« unserer Religion. Zu ihr haben wir somit Beziehungen wie zu keiner anderen Religion. Ihr seid unsere bevorzugten Brüder und, so könnte man gewissermaßen sagen, unsere älteren Brüder.
(Rom 1986)

Die Hochachtung vor dem Verstorbenen führt uns hier zusammen. Der Tod des Papstes führt zum ersten Mal in der Geschichte dieses Münsters auch Vertreter der islamischen Gemeinden in unsere Mitte. Auch Sie begrüsse ich mit einem Wort des Papstes:

As salamu alaikum
„Nicht als Gegner, wie es in der Vergangenheit allzu oft geschehen ist, sondern als Partner für das Wohl der Menschheitsfamilie.“
grüße ich Sie
„Mögen sich die Herzen von Christen und Muslimen mit Empfindungen der Brüderlichkeit und Freundschaft einander zuwenden, damit uns der Allmächtige mit dem Frieden segnet, den allein der Himmel geben kann.“
(6.5.2001 Damaskus)