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10.10.2010 | Stadtdekanat Bonn
Stadtdechant plädiert für "Rat der Religionen"
Bonner Katholiken feiern Stadtpatrone - Premiere für OB Nimptsch
Bonns Katholiken haben am Sonntag ihre Stadtpatrone Cassius und Florentius gefeiert. Während eines festlichen Hochamts im Bonner Münster überbrachte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch erstmals das Kerzenopfer von Rat und Verwaltung, ein Brauch, der schon aus dem Mittelalter überliefert ist. Die große Kerze mit dem Wappen der Stadt Bonn wurde am Schrein der Märtyrer in der Krypta des Bonner Münsters aufgestellt. Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher erinnerte in seiner Predigt an ein Wort des alttestamentlichen Propheten Jeremia "Bemüht euch um das Wohl der Stadt". Unter festlichen Klängen der Bonn-Hymne war der Oberbürgermeister gemeinsam mit Mitgliedern des Rates in die vollbesetzte Münster-Basilika eingezogen. Der Stadtdechant erläuterte in seiner Predigt den Hintergrund des Prophetenwortes. Der Gottesmann habe das Volk in der Verbannung aufgefordert, keine Parallelgesellschaft zu bilden, sondern sich zu integrieren, denn ihr Überleben sei auch vom Überleben des Gemeinwesen abhängig gewesen. Dies gelte auch für die Kirche, die nicht neben der Gesellschaft, sondern in ihr existiere. Schumacher erinnerte daran, dass sich der größte Teil der Einwohner Bonns einer der großen Religionen zuordne. Gemeinsam mit dem evangelischen Superintendenten, Eckard Wüster, würde es deshalb sehr begrüßen, wenn Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch zu einem Rat der Religionen einladen würde. Dann könne man dort beraten, was man gemeinsam für das Wohl der Stadt tun könne, um so auch Parallelgesellschaften zu verhindern. Der Stadtdechant fand klare Worte für die Situation der Stadt: "Wir wissen um die Leistungsfähigkeit und die Liebenswürdigkeit unserer Stadt, trotz aller Unkenrufe und veröffentlichter Meinung, wir wissen, was die Menschen in unserer Stadt in den letzten 60 Jahren auch unter oft schwierigen Bedingungen geschaffen haben: ein Gemeinwesen, in dem sich gerne leben lässt." Darauf könne man über die Parteigrenzen mit Recht stolz sein, aber sich gleichzeitig auch bewusst sein, dass man nicht alles zu leisten vermöge. Deshalb sei es wichtig, die Stadtpatrone zu bitten: „Schützet Bonn die Stadt am Rhein“. Die Festdekade wird am Dienstagabend, 18:00 mit der Schließung der Gruft beendet werden. Bis dahin werden sich mehrere Tausend Menschen auf den Pilgerweg in der Münsterbasilika gemacht haben.
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