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04.12.2011 | Bonner Münster
Dein Reich komme...
...ist das Leitwort der diesjährigen Adveniat-Aktion. Sie möchte zeigen, wie Menschen in Lateinamerika und der Karibik sich ganz konkret dafür einsetzen, das Reich Gottes schon hier auf Erden – schrittweise, aber handfest und bodenständig – erfahrbar zu machen. Am Beispielland Brasilien wird deutlich, wie kirchliche Initiativen an der Basis die Lebenssituation der Menschen verbessern können.
Dank der beeindruckenden Großzügigkeit der Spenderinnen und Spender in Deutschland fördert die Aktion Adveniat seit nunmehr 50 Jahren kirchliche Projekte in Lateinamerika und der Karibik. In diesen 50 Jahren hat sich in dieser Region vieles zum Guten entwickelt: die Zeiten der Militärdiktaturen sind vorbei. In fast allen Ländern gibt es formal demokratische Strukturen. Die absolute Armut ist zurückgegangen, die Alphabetisierungsrate gestiegen, die Gesundheitsvorsorge ist besser und die Mittelschicht breiter geworden. Aber in fast allen Ländern des Kontinents gibt es eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Ungleichheit: Nach wie vor verfügen die Eliten über Geld und Einfluss, während immer noch viele Menschen im Elend leben. Mit ihrer „Option für die Armen“ stellt sich die katholische Kirche auf die Seite derer, denen es nicht gut geht. Sie bietet Benachteiligten Bildungsmöglichkeiten, fördert alternative Medien, stärkt das Selbstvertrauen der Menschen aufgrund ihrer Würde, die ihnen das Evangelium zuspricht, und ermutigt Gemeindegruppen, auch sozial aktiv zu sein. Adveniat unterstützt jährlich 3.000 kirchliche Initiativen, fast alle an der Basis.
Wort und Tat gehören zusammen, meint Pfarrer João de Deus. Seit nahezu drei Jahrzehnten ist João de Deus Priester in Oeiras, einer Kleinstadt im Bundesstaat Piauí, der ärmsten Region Brasiliens. In dem von politischer Klientelwirtschaft und hohen Analphabetenraten geprägten Bundesstaat engagiert er sich mit allen Kräften in seinem priesterlichen Dienst. Wort und Tat ergänzen sich, wenn der 60-jährige Priester auch kleinste Dörfer auf dem weiten Land besucht, die immer noch ohne Zugang zu Strom und Wasser sind. Wenn er selbst nicht kommen kann, übernimmt eine Gruppe von Laien die sonntäglichen Wort-Gottes-Feiern. In jahrelanger Arbeit hat der Priester die Menschen motiviert, als aktive Kirchenmitglieder ihre Nächsten auch im täglichen Leben zu unterstützen.
Den Menschen beizubringen, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen, ist Ziel seines Handelns. So ermöglicht seine Pfarrei etwa Jugendlichen auf dem Land durch gezielte Förderung und Schulung eine Zukunft als Kleinbauern. Oder sie gewinnt die Ärmsten in der Stadt dafür, gemeinsam mit der Kirche ihr eigenes Heim aufzubauen. Adveniat unterstützt die pastoralen Initiativen der umtriebigen Pfarrei seit Jahren – dank der Spenden aus Deutschland.
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