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30.10.2011 | Stadtdekanat Bonn
Engagierter Einsatz für den Dialog
Trauer um den Theologen und Seelsorger Hans Jorissen
Im Alter von 86 Jahren ist Professor em. Dr. Hans Jorissen am 29. Oktober 2011 verstorben. Bonns Stadtdechant und Münster-Pfarrer Msgr. Wilfried Schumacher würdigte Jorissen, der bis zuletzt nahezu täglich die Messe am Bonner Münster feierte, als „Priester mit einem offenen Ohr und weiten Herzen für die Menschen“.
Die feierlichen Exequien und die Beisetzung sind am Freitag, dem 4. November 2011, um 11.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Dionysius zu Frelenberg (Ägidiusstraße). Vom Bonner Münster aus fährt ein Bus nach Frelenberg, wozu Fahrkarten im Münster-Laden (Bonn, Gerhard-von-Are-Straße 1) erhältlich sind. Im Gedenken an den Verstorbenen feiert Weihbischof Dr. Heiner Koch am 9. November 2011 um 18.00 Uhr im Bonner Münster ein Pontifikalrequiem, wozu der Bonner Stadtdechant herzlich einlädt.
Hans Jorissen wurde am 19. November 1924 in Frelenberg im Bistum Aachen geboren und im Jahr 1951 zum Priester geweiht. Seine erste Dienstzeit als Kaplan verlebte er von Februar 1951 bis Oktober 1954 an St. Elisabeth in Krefeld. Von Oktober 1954 bis Januar 1959 wurde er zum Promotionsstudium freigestellt. Unterbrochen von einer zweiten zweijährigen Tätigkeit als Kaplan an Heilig Kreuz in Aachen, wurde er im November 1961 mit dem höchsten akademischen Prädikat von der Theologischen Fakultät der Universität Münster zum Doktor der Theologie promoviert.
Zu Beginn der 1960er Jahre war Jorissen an der Münsteraner Universität "Kollege" von Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., und wie dieser und der Schweizer Theologe Hans Küng ein Zeitzeuge des Zweiten Vatikanischen Konzils. 1966 erfolgte der Ruf an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Als Professor blieb Jorissen der Theologischen Fakultät in Bonn bis zu seiner Emeritierung verbunden; dort lehrte er von bis 1989 Dogmatik und Theologische Propädeutik.
Jorissen galt als kritischer Geist, der sich zeitlebens für den Dialog innerhalb der Kirche und die Ökumene engagierte. Die Einheit der Christen war ihm ein wichtiges Anliegen. Als Priester gehörte Jorissen zum Bistum Aachen; so wie in Bonn zelebrierte er auch im hohen Alter noch Gottesdienste in seiner Heimat, am Selfkant-Dom St. Gangolf in Heinsberg (woher übrigens auch die dem Bonner Münster verbundenen Kölner Erzbischöfe Philipp von Heinsberg und Engelbert von Valkenburg stammen) und den umliegenden Pfarreien.
Noch in diesem Jahr hielt der Verstorbene die Laudatio bei der Verleihung des Herbert-Haag-Preises der gleichnamigen, von Hans Küng geleiteten Stiftung an die „verborgene Kirche" in der ehemaligen Tschechoslowakei, die sich unter der kommunistischen Herrschaft gebildet hatte und bis zur Wende 1989 im Geheimen wirkte.
Freitag, 04.11.2011
Mittwoch, 09.11.2011
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