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25.12.2010 | Stadtdekanat Bonn
Fasset Mut und habt Vertrauen
Das Kind in der Krippe ist für den Stadtdechanten eine Liebeserklärung Gottes
Auch der Besuch der Weihnachtsgottesdienste im Bonner Münster litt unter den Auswirkungen des Winterwetters. Wo sonst kaum noch ein Platz frei ist, um stehend an der Messe teilzunehmen, blieben jetzt sogar noch Sitzplätze unbesetzt. Stadtdechant und Münsterpfarrer Msgr. Wilfried Schumacher sagte in seiner Predigt, das Kind in der Krippe sei eine Liebeserklärung Gottes an die Welt und an die Menschen.
Mit einem Kind, so der Geistliche, antworte Gott auf die vielfachen Ängste der Menschen, denn ein Kind mache keine Angst: "Es erzählt vom Lebensmut, der in ihm steckt!" Aber das Kind in der Krippe sei mehr. In ihm sei Gott selbst Mensch geworden. "Gott ist kein Seiteneinsteiger, der irgendwann auftaucht, um nach dem Rechten zu sehen, nein Gott hat den „Stallgeruch“ des Menschen von Anfang an an sich", so Schumacher.
Deshalb gehe von der Krippe die Botschaft aus: "Fasset Mut und habt Vertrauen!" In dem Kind umarme Gott den Menschen, wie eine Mutter ihr verängstigtes Kind in die Arme nimmt. Deshalb sei die Feier des Weihnachtsfestes nicht Poesie und Kinderromantik, nicht bloß Tannenduft und Kerzenschein, sondern das Echo des Menschen auf diese Liebeserklärung Gottes.
Es werde wahrnehmbar in den Geschenken, die man Menschen macht, die man liebt, die einem etwas bedeuten. Es müsse aber auch hörbar werden, in der Art und Weise wie wir leben und miteinander umgehen.
"Dieses Echo darf nicht verhallen", so der Stadtdechant, "und mit dem Weihnachtsschmuck wieder verpackt werden bis zum nächsten Jahr. Es muss sich äußern, wenn Christen Politik machen, wenn Christen ihr Gemeinwesen gestalten, wenn es darum geht, die Lebensbedingungen von Kindern zu verändern, deren Lebensmut durch die Verhältnisse erstickt wird, die wir Erwachsenen gemacht haben."
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