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31.10.2010 | Stadtdekanat Bonn
Der Bonner Weg des Dialoges
Im "hillige Kölle" darf an diesem Sonntag eingekauft werden. Nichts Besonderes, werden Sie sagen, denn auch in Bonn gibt es verkaufsoffene Sonntage. Doch dieser Sonntag ist für die evangelischen Christen ein besonderer Sonntag, das Reformationsfest. Mit Recht fühlen sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt. Auch in Düsseldorf klingeln an diesem Sonntag die Ladenkassen.
In Bonn wäre das nicht passiert! Das können wir ein wenig stolz feststellen, denn bei uns gibt es eine gemeinsame Runde von Handel, Gewerkschaften und Kirche, die einen Konsens über die verkaufsoffenen Sonntage herbeiführt. Dabei stimmen wir zwar der Ladenöffnung nicht zu, weil das offene Geschäft am Sonntag mit unserem Verständnis des "Herrentages" und unserer Sorge um die Familien besonders auch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht in Einklang zu bringen ist. Aber wir tragen den Konsens deshalb mit, weil es uns im Miteinander gelungen ist, die Zahl der gesetzlich möglichen offenen Sonntage zu reduzieren und dies für jeweils drei Jahre festzuschreiben. Wir machen dabei die Erfahrung, dass die Stimme der großen Kirchen schon gehört und beachtet wird. Der Bonner Weg des Dialoges führt an vielen Stellen zum Erfolg, weshalb mancher durchaus neidvoll auf unsere Stadt schaut.
An diesem Reformationsfest möchte ich sehr dankbar auf das gute Verhältnis gerade auch zur evangelischen Kirche in dieser Stadt schauen. Es äußert sich nicht nur in den ökumenischen Kontakten der Gemeinden, sondern auch auf der Stadtebene in vielen gemeinsamen Initiativen. Etwa wenn der evangelische Superintendent und ich gemeinsam für einen "Rat der Religionen" plädieren oder den "Runden Tisch" zum Bonner Loch initiieren. Ganz zu schweigen von der vielfältigen Zusammenarbeit zwischen katholischer Caritas und evangelischer Diakonie.
Wir gratulieren den evangelischen Mitchristen sehr herzlich zu ihrem Festtag und wir wünschen uns, dass wir weiterhin gemeinsam die Wege beschreiten, die uns möglich sind, und uns hoffentlich bald auch Wege auftun, die noch verschlossen sind.
Msgr. Wilfried Schumacher Stadtdechant & Münster-Pfarrer
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