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11.10.2010 | Stadtdekanat Bonn
Auch der Oberbürgermeister will einen "Rat der Religionen"
Nimptsch folgt einem Vorschlag der großen christlichen Kirchen
Im Festgottesdienst zu Ehren der Bonner Stadtpatrone hat Bonns katholischer Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher auch im Namen des evangelischen Superintendenten, Eckard Wüster für einen "Rat der Religionen" plädiert, in dem wie in der Nachbarstadt Köln die Vertreter der Religionen gemeinsam unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters beraten, was sie für das Wohl der Stadt tun können. [Artikel] Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen mit dem Stadtdechanten signalisierte Jürgen Nimptsch bereits seine Zustimmung zu dem Vorschlag der beiden christlichen Kirchenführer. Wenige Stunden später meldete er in den beiden sozialen Netzwerken Twitter und Facebook: "Ich greife gerne den heutigen Vorschlag des Stadtdechanten auf, in Bonn zu einem 'Rat der Religionen" einzuladen."
Schumacher hatte in seiner Predigt darauf hingewiesen, dass in Bonn 72% der Bevölkerung sich zu einer der großen Religionen bekennen (62,5% Christen, 9,1 % Muslime, 0,3% Juden). Ihnen allen läge das Wohl der Stadt am Herzen, denn sie wüssten, dass das Überleben auch vom Überleben des Gemeinwesens abhänge, in dem sie leben. Es gäbe zwar eine Reihe bilaterale Gespräche zwischen den Konfessionen und Religionen, aber ein "Rat der Religionen" fehle noch.
In Köln und Leverkusen gibt es einen Rat der Religionen seit 2006, in Frankfurt und Hannover seit 2009. In Köln arbeiten in diesem Gremium Vertreterinnen und Vertreter von rund 20 Organisationen und Religionsgemeinschaften zusammen. In einer gemeinsamen Erklärung hat man in der Domstadt formuliert: "Der Kölner Rat der Religionen ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Kölnerinnen und Kölner einsetzen und jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt ablehnen. Der Rat der Religionen unterstützt den Aufbau verlässlicher Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen den in Köln vertretenen Religionsgemeinschaften. Die Bedeutung von Religion als integrierendes Element steht dabei im Mittelpunkt."
Ein solches Gremium möchten Schumacher und Wüster auch gerne in Bonn an der Arbeit sehen. Der Stadtdechant verweist auf Papst Benedikt XVI., der 2005 bei einem Gespräch mit muslimischen Vertretern am Rand des Weltjugendtags in Köln feststellte: "Der interreligiöse und interkulturelle Dialog darf nicht auf eine Saisonentscheidung reduziert werden. Tatsächlich ist er eine vitale Notwendigkeit, von der zum großen Teil unsere Zukunft abhängt."
Für Msgr. Schumacher soll ein Rat der Religionen keine Konkurrenz darstellen für bereits bestehende interreligiöse Kreise und auch nicht die Arbeit vor Ort ersetzen, dort wo Menschen verschiedener Religionen Tür an Tür leben.
"Wir hoffen, die Vertreter der anderen Religionen stimmen unserem Vorschlag zu. Dann kann dieses Gremium dazu dienen, dass wir uns gegenseitig noch besser kennenlernen, in ein gutes Gespräch miteinander kommen, Missverständnisse klären, Konflikte verhindern, und gemeinsam überlegen, wie Menschen verschiedener Religionen in unserer internationalen Stadt miteinander leben können", so Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher und Superintendent Eckhard Wüster. |
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