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05.05.2010 | Stadtdekanat Bonn

 

Stadtjugendseelsorger Dr. Meik Schirpenbach

In der Jugendkirche St. Franziskus und auch auf dem Campanile-Hof können jederzeit Kreuze abgegeben werden

Berg der Kreuze in Šiauliai. Góra Krzyży koło Szawli. Photo by mzopw

Der Turm des Jugendzentrums CAMPANILE

Eine Mauer voller Leid

 

Eindrucksvolle Kreuzwand an der Bonner Jugendkirche

 

Kreuze erzählen von menschlichem Leid.

Jeder hat etwas zu tragen.

Aber wir tragen nicht allein.

Gott trägt mit.

Wir tragen miteinander.

Wir wollen Leid nicht einfach hinnehmen.

Wir wollen Zeichen setzen,

weil uns von Gott ein Zeichen gesetzt ist.

 

Auf dem Hof des neuen jugendpastoralen Zentrums Campanile an St. Franziskus in der Bonner Nordstadt (Adolfstr. 77) ist im Frühjahr 2010 die Wand der Kreuze entstanden. Die ersten Kreuze wurden beim ökumenischen Jugendkreuzweg am 25. März aufgehängt: Selbst gestaltet von jungen Menschen aus Bonn, aber auch alte Kreuze, die in der Pfarre St. Petrus in der Nordstadt gesammelt wurden. Die Kreuze der Jugendlichen sind teilweise beschriftet und berichten von alltäglichen Leiderfahrungen, die alten Kreuze sind meist ausrangierte Erbstücke, deren Geschichte niemand mehr kennt. Die Kreuze sprechen eine eindringliche Sprache: Leid kann man nicht kleinreden, Leid ist nicht messbar oder vergleichbar, Leid darf nicht vergessen werden.

Immer wieder liest man die Worte "Stress" oder "Überforderung". Aber auch die Angst vor einer ungewissen Zukunft spricht aus vielen beschriebenen Kreuzen.

 

Eine weitere Botschaft mischt sich darunter: Leidende Menschen können eine große solidarische Gemeinschaft bilden über alle Grenzen und Unterschiede hinweg. Geteiltes Leid schafft Begegnung und Nähe. Es schafft sogar eine ganz besondere Nähe zu Gott, trotz oder gerade in allem Fragen und Zweifeln, denn er hat es auf dem Weg Jesu selber getragen und mit seiner Liebe unterfangen. Es ist ein eigenartiger Zusammenhang, der zwischen Liebe und Leid besteht.

 

Die Idee der Kreuzesansammlung kommt aus Litauen, wo es  in der Nähe der Stadt Šiaulai den Berg der Kreuze gibt. Dorthin bringen Menschen seit über 150 Jahren ihre Kreuze. Wer einmal dort war, wird den Eindruck nie vergessen:

 

Wie der Berg in Litauen wächst auch die Bonner Wand der Kreuze weiter. Jeder kann sein persönliches Kreuz – alt oder neu, groß oder klein, ein gebrauchtes oder ein selbst gestaltetes – an die Wand geben. Dort bleibt es.

 

Ein Ablagekorb für persönliche Kreuze steht am Eingang in St. Franziskus und hinter dem Gittertor zum Hof des Campanile. Man kann es aber auch selbst nach einer Stadtjugendmesse (jeden 2. und 4. Sonntag um 18h, in den Sommer- und Herbstferien Ausnahmen) dort aufhängen.

 

Die Wand der Kreuze kann man durch das Hoftor jederzeit anschauen. Wer als Gruppe zu Besuch kommen möchte oder die Kreuzeswand in die Erstkommunion- oder Firmvorbereitung oder Ähnliches einbeziehen möchte, melde sich bei Stadtjugendseelsorger Dr. Meik Schirpenbach (meik.schirpenbach@kja.de) oder Jugendreferent Bernward Siemes (bernward.siemes@kja.de).

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 06.09.2010