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26.04.2010 | Stadtdekanat Bonn
Katholiken treffen Muslime
Plädoyer für eine Kultur der gegenseitigen Achtung
Als "bedeutendes Ereignis für die Bonner Kirchengeschichte" würdigte Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher die erste offizielle Begegnung zwischen Katholiken und Muslimen in der Stadt am Sonntagabend, 26.04.2010 im Münster-Carré. Stadtdekanat und Katholikenrat hatten den Rat der Muslime und seine Moscheen-Gemeinden zu einem Abend der Begegnung und des Dialogs eingeladen. Der Sprecher des Rates der Muslime in Bonn, Belal Al Kadry dankte für die Einladung und begründete die Notwendigkeit eines intensiven Dialogs: "Wir sind längst Nachbarn geworden und uns dennoch bislang sehr fremd geblieben".
In seiner Begrüßungsansprache sagte Msgr. Schumacher: "Die Menschen in dieser Stadt brauchen das Zeugnis glaubender Menschen" und verwies auf ein Wort aus dem Offenen Brief, den 138 muslimische Theologen im Jahre 2007 an den Papst geschrieben hatten: "Die Zukunft dieser Welt hängt vom Frieden zwischen Muslimen und Christen ab". Auch das Zweite Vatikanische Konzil habe schon 1965 ermahnt, "gemeinsam einzutreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen". [Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen "Nostra Aetate"]
Der Stadtdechant erinnerte daran, dass man in der Zusammenarbeit mit den Muslimen nicht am Anfang stehe: es gebe verschiedene regionale Dialogkreise zwischen Christen und Muslimen, die Erzieherinnen in der Kindertagesstätten seien vorbereitet worden für die Arbeit mit muslimischen Kindern, die Gemeinden seien hingewiesen auf den notwendigen Dialog und in der Frage des Moscheen-Baus habe sich die Katholische Kirche klar positiv positioniert. Dies alles mache ihm Mut für ein respektvolles Miteinander in der Zukunft, auf der Suche nach dem Verbindenden und in Anerkennung des Verschiedenen zwischen den Religionen.
Der Sprecher des Rates der Muslime, Belal Al Kadry, stimmte Schumacher zu und sagte: "Damit uns das gegenseitige Kennenlernen gelingt, brauchen wir eine Kultur der gegenseitigen Achtung sowie einen verantwortungsvollen und würdevollen Umgang miteinander." Das bedeutete: nicht polemisch, sondern konstruktiv, nicht spalten, sondern vereinen, nicht verurteilen, sondern verstehen! "Diese Verantwortung sind wir unser Mitmenschen schuldig", fügte er hinzu.
Die Teilnehmer der Begegnung, etwa je 30 aus beiden Religionen, waren eingeladen Anregungen, Wünsche, Themen für den weiteren Prozess des Dialogs zwischen Katholiken und Muslimen in Bonn zu notieren. Die Vorschläge reichten vom gegenseitigen Kennenlernen, über theologische Gespräche bis hin zum gemeinsamen Handeln in politischem Raum. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Katholiken und Muslimen soll die Vorschläge nun sichten und Anregungen für die Verwirklichung geben.
"Das Treffen der Repräsentanten der katholischen Kirche und des Rates der Muslime ist wichtig", sagte der Stadtdechant in einer ersten Bilanz. "Wichtiger aber ist, dass jetzt in den einzelnen Seelsorgebereichen der Dialog gesucht und Möglichkeiten des Miteinanders ausgelotet werden." Darin sollen auch die Moscheen-Gemeinden einbezogen werden, die nicht im Rat der Muslime vertreten sind. |
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