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04.04.2010 | citypastoral
Die Sprengkraft der Wunden Christi Volle Kirchen zum Osterfest - Stadtdechant findet erneut klare Worte zu Missbrauchsvorfällen
Tausende von Gläubigen haben am Osterfest in den katholischen Kirchen der Stadt in vollen, teils übervollen Gottesdiensten die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. Die Liturgie mit vielen Riten und Symbolen findet traditionell in der Nacht statt. Sie begann am späten Abend oder in der Frühe des Ostersonntags. Das Geläut der Kirchenglocken, die zwei Tage geschwiegen hatten, verkündete in der ganzen Stadt die christliche Osterbotschaft. In einigen Gemeinden wurden auch Kinder in dem Gottesdienst getauft.
Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher sprach in seiner Predigt von der "Sprengkraft der Wunden Christi". Der Auferstandene habe seinen Jüngern seine verwundeten Hände und Seite gezeigt. Er sei gezeichnet gewesen mit der größten Schmach, die er erleiden konnte, gekreuzigt zwischen zwei Verbrecher. Die Wunden Jesu seien die Wunden der ganzen Menschheit.
Schlimmer als die körperlichen Wunden seien die seelischen Verletzungen. "Sie brechen immer wieder auf, ihre Narben schmerzen oft noch nach Jahrzehnten, sagte der Münster-Pfarrer und konkretisierte "In den letzten Wochen haben wir den Aufschrei vieler gehört, die in der Kirche sexuell missbraucht und körperlich misshandelt wurden." Gott habe das Leid und das Böse nicht aus der Welt genommen, aber er habe es mit der Überfülle seiner Gnade an der Wurzel besiegt. "Der Übermacht des Bösen hat er die Allmacht seiner Liebe entgegengesetzt", resümierte Schumacher.
Der Stadtdechant, der schon in seiner Gründonnerstagspredigt klare Worte gefunden hatte, fand Gehör bei den Gläubigen, die in den letzten Wochen von immer neuen Nachrichten erschüttert und verwundet wurden. "Die Vertuschung, das Verschweigen, das Leugnen der Wunden in der Vergangenheit waren der untaugliche Versuch, das Bild einer makellosen Kirche zu bewahren, die unberührt von der bösen Welt ihren Lauf durch die Zeit nimmt", sagte der Geistliche.
Ostern 2010 bedeute für ihn: mit der Auferstehungsbotschaft im Herzen könne er sich der Welt stellen, könne er ihr begegnen, sie berühren, sie an sich heranlassen. "Nicht mit Macht und Herrlichkeit einer makellosen Kirche, sondern in aller Demut und ohne Angst, im Bewusstsein der eigenen Schuld, der eigenen Verwundung und der Heilung durch den Herrn", bekannte Schumacher. |
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