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20.03.2010
Kardinal Meisner zu den Missbrauchsfällen in der katholischen
Kirche
PEK - Erzbischof Joachim Kardinal Meisner ist nach seiner Knieoperation und
dem anschließenden Reha-Aufenthalt zurück und wieder im Dienst: Am Freitag, 12.
März, nahm er als ersten offiziellen Termin an der Sitzung der Stadt- und
Kreisdechantenkonferenz teil. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach
seinem Krankenhausaufenthalt äußerte sich der Kardinal zu den aktuellen
Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche: „Die Trauer, der Schmerz und auch
der Zorn über das schreckliche Versagen von manchen Priestern und anderen
Mitarbeitern machen mich fassungslos und trostlos.“
Mit einem Brief an die Orden und Geistlichen Gemeinschaften im Erzbistum Köln
bittet der Erzbischof um das besondere Gebet in diesem Anliegen. „Von innen und
außen ist über unsere Kirche – und das sind ja wir alle – eine schwere
Bedrängnis hereingebrochen. Viele Menschen nehmen Ärgernis an der Kirche, weil
sie nun wochenlang in den Medien über Verfehlungen von Geistlichen und
kirchlichen Mitarbeitern informiert werden“, schreibt Meisner. „Beten wir für
die Opfer von Missbrauch um Heilung ihrer Wunden! Beten wir für die Täter um
Einsicht, Umkehr und Buße! Beten wir für die, die wegen dieser Geschehnisse an
der Kirche Ärgernis nehmen!“ In seinem 48-jährigen Priesterleben habe er noch
nie eine so schwere Zeit für die Kirche erfahren, so der Kardinal, der zugleich
für die Bereitschaft zum Gebet dankt.
In einem Interview mit der Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln (Ausgabe vom
19. März) erläutert der Personalchef des Erzbistums, Msgr. Dr. Stefan Heße, das
Vorgehen bei Verdachtsfällen auf sexuellen Missbrauch. Jedem Hinweis werde
nachgegangen. Das Erzbistum folge dabei den Leitlinien der Bischofskonferenz und
arbeite transparent mit den staatlichen Behörden zusammen. Darüber hinaus biete
das Kirchenrecht weiter reichende Möglichkeiten, Vergehen zu ahnden und
Schuldige zur Verantwortung zu ziehen. Bei der Vorbeugung stünden „Ehrlichkeit,
Wachsamkeit und der Schutz der uns anvertrauten Menschen“ im Vordergrund. Im
Erzbistum werde in Kürze auch eine Frau als Ansprechpartnerin für
Missbrauchsopfer benannt.
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