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07.03.2010 | Bonner Münster
Es ekelt und beschämt
Stadtdechant geißelt Kindesmissbrauch und fordert offeneren Umgang mit der Sexualität
„Was wir da seit Wochen hören, übersteigt das für mich Vorstellbare. Es ekelt mich an. Es beschämt und macht fassungslos.“ Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher weicht nicht aus vor dem „unfassbaren Leid in den Seelen von Kindern, von jungen Menschen“, das durch sexuellen und körperlichen Missbrauch von Schutzbefohlenen durch katholische Geistliche angerichtet wurde.
In seiner sonntäglichen Predigt angesichts des Fastentuchs „mit.LEIDEN.schaft“ im Bonner Münster fordert der Stadtdechant, aktiv auf die Opfer zuzugehen: „Jetzt müssen wir ihnen zuhören, auch wenn jede einzelne Geschichte schmerzt. Jetzt verdienen sie unsere ganze Aufmerksamkeit, auch wenn jeder Fall uns neu erschüttert. Jetzt müssen wir uns ihrem Zorn stellen, weil sie jetzt mitbekommen, dass sie allein gelassen wurden, weil andere weggeschaut und vertuscht und die Täter nur versetzt haben.“ Wenn er das Fastentuch anschaue, sehe er „durch das Antlitz des leidenden Christus hindurch in die Gesichter der leidenden Kinder und Jugendlichen, die von Erwachsenen missbraucht werden“.
Schumacher drückt sich nicht um Konsequenzen. „Wir müssen in der Kirche nun ein Klima schaffen, in dem offener mit dem Thema Sexualität umgegangen wird.“ Geschlechtlichkeit helfe nicht nur, Mann und Frau in Beziehung zu einander zu treten, sie stehe „immer auch in Beziehung zur Gewalt, zur Macht über andere“.
Schumachers Appell: „Wir dürfen nicht weiter wegschauen, weder innerhalb der Kirche, noch außerhalb, weder in Deutschland noch anderswo auf dieser Welt.“ Unmissverständlich fordert der Stadtdechant schließlich: „Engagiert müssen wir verhindern, dass Menschen mit pädophiler Neigung in der Kirche ein Platz finden, wo sie dieser Neigung nachgehen können.“ |
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