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07.03.2010 | Bonner Münster
Gott ist auch im Internet
Kirche und Internet in Zeiten von web2.0
Es ist keine zwanzig Jahre her, da die Kirche das Internet noch als technische Spielerei bezeichnete und keine finanziellen Mittel zur Verfügung standen, da pastoraler Nutzen nicht erkennbar sei. Es dauerte aber nicht lange und in Rom entstand unter www.vatican.va ein erstes Internetportal des Heiligen Stuhls, welches bis heute kontinuierlich ausgebaut wird und mittlerweile in acht Sprachen abrufbar ist. Auch das Bonner Münster und die Citypastoral sind ebenso wie das Stadtdekanat Bonn mit vielen verschiedenen Angeboten im Internet vertreten. Die Pressestelle betreut derzeit 15 größere und kleinere Homepages, wovon die kleinste nur zehn, die größte knapp 200 Seiten hat.
Im Dezember konnte das Bonner Münster 14.705 (1.739 pro Tag) virtuelle Besucher verzeichnen, die insgesamt 35.964 Seiten der Homepage aufriefen. Im zurückliegenden Jahr 2009 klickten sich knapp 200.000 Internetnutzer auf die Seiten des Münsters. Die Pflege kostet viel Arbeit, Zeit und Liebe zum Detail. Derzeit gibt es Überlegungen, die veralteten Programme durch moderne Technik zu ersetzen. Allerdings wird bis zum ersten virtuellen Spatenstich noch etwas Zeit vergehen.
Eine hohe Priorität haben nicht nur die vereinfachte Pflege, sondern auch die Vernetzung der Informationen wie die Integration von Kommunikationsmöglichkeiten. Schon jetzt hat das Münster eine Plattform bei Netzwerken wie Facebook und Twitter, sowie einen eigenen Podcast. Podcasting ist Radio im Internet. Allerdings sind die Beiträge im Internet immer verfügbar und abrufbar. Man muss sich also nicht mehr nach den Sendeprogrammen richten. In unserem Podcast werden Mitschnitte aus besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen veröffentlicht. Man kann sie direkt im Internet anhören oder auch als Audio-Datei auf seinen iPod oder MP3-Player laden. Sie können den Podcast auch abonnieren. Dazu gibt es auf der Seite muenster.podspot.de einen auf der rechten Seite einen Link.
Das Internet ist nicht nur eine verhältnismäßig preiswerte Informationsplattform, mit der man ohne Post, Papier und Druck schnell und unkompliziert die Menschen erreichen kann. Es ist auch ein Kommunikationsmedium und geht in diesem Bereich schon weit über E-Mails und Massenversand hinaus. WEB2.0 (Web zwei punkt null) ist das große Schlagwort, wohinter sich die sogenannten Social Networks und Communities in Form von Facebook, Twitter, Myspace etc. verbergen. Dieses Form der Kommunikation und deren Möglichkeiten sind nicht zu unterschätzen.
Internet, Cyperspace und Blogs ersetzen nicht die reale Gemeinschaft und auch nicht die persönliche Seelsorge. Aber es sind virtuelle Welten, in denen sich Menschen bewegen. „Jeden Tag gibt es eine neue verblüffende Technologie, vom i-pod zum i-phone bis hin zum i-pad.", so Lombardi in Rom. "Doch der Gläubige darf sich nicht einfach davon verblenden lassen. Das Ziel unserer Suche ist nämlich das Treffen mit Gott. Das ist letztlich der Sinn eines jeden Dialogs, Freundschaft und Austausch. Das Internet ist also nur Mittel zum Zweck.“ Längst ist nicht alles gut, weder in der im noch außerhalb des Internets. Aber wo die Menschen sind, da muss sich auch Kirche anbieten. Wir arbeiten daran.
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