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07.03.2010 | Bonner Münster
Katastrophal und besorgniserregend
Nach Haiti leiden nun auch die Menschen in Chile
Kaum waren die Nachrichten aus Haiti aus den Schlagzeilen verschwunden, erschüttert die Welt die Nachricht von einem neuen Erdbeben in Südamerika. Diesmal ist Chile betroffen. Das katholische Hilfswerk MISEREOR hat seine Soforthilfe für die Opfer des Erdbebens in Chile aufgestockt. Damit reagiert MISEREOR auf Meldungen von Projektpartnern, die die Folgen des Bebens vom vergangenen Wochenende in den stark betroffenen Regionen als katastrophal und besorgniserregend bezeichnen.
In den Regionen Maule und Bio Bio sind fast alle kleinen Städte und Fischerdörfer durch das Erdbeben und den anschließenden Tsunami zerstört worden. Die Zahl der Toten nimmt von Tag zu Tag zu. Keiner kennt momentan die genaue Zahl der Vermissten, die es in Folge des Tsunami an der Küste gibt. Nach Augenzeugenberichten hatte eine Welle von beträchtlicher Höhe eine Schneise der Verwüstung in den Regionen hinterlassen. Auch in den Dörfern im Landesinneren sind zahlreiche Gebäude und Kirchen zerstört worden. "Wir machen uns große Sorgen, dass das Ausmaß der Erdbebenkatastrophe in Chile momentan unterschätzt wird", erklärt MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. "Es gibt keine gesicherten Angaben über die Folgen der Katastrophe in den ländlichen Regionen. In den am schlimmsten betroffenen Gebieten um Concepcion, Talca, Constitucion und Talcahuano fehlt es noch immer an Strom, Wasser und Lebensmitteln. In viele Küstenorte sind die Rettungskräfte noch nicht einmal vorgedrungen. Die Seuchengefahr steigt."
MISEREOR werde die Opfer mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten und Zelten versorgen. "Die Situation ist heikel, weil viele Menschen aus Frust über die ausbleibende Hilfe zu Plünderungen greifen. MISEREOR fördert in Chile zurzeit 10 Projekte in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Schwerpunkt der Arbeit sind die Bereiche angepasste Landwirtschaft und Förderung von Wohnbau, sowie Menschenrechte und Ausbildung.
Der elektronische Opferstock in unserem Münster ist ab sofort für diesen Zweck
bestimmt. Msgr. Wilfried Schumacher Münster-Pfarrer
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