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21.02.2010 | Bonner Münster
Wer soll das bezahlen?
Die fetten Jahre sind vorbei
Unser Oberbürgermeister ist wahrlich nicht zu beneiden. Kaum 100 Tage im Amt muss er an vielen Stellen im Haushalt den Rotstift ansetzen und mit den Politikern um Streichungen und Kürzungen ringen, damit Bonn keinen Nothaushalt bekommt und die Hoheit über die Finanzen verliert. Das wird noch heftige Diskussionen in den nächsten Wochen geben, besonders auch dann, wenn sich die Betroffenen zu Wort melden. Sparen soll man bei den anderen! Aber wir werden allen unseren Beitrag leisten müssen.
Ich befürchte, auch im kirchlichen Raum müssen wir uns auf finanzielle Einschnitte einstellen. Die Kirchensteuer fließt längst nicht mehr so üppig. Wir spüren das auch an unserem Münster. Zwar stehen wir noch immer ganz gut da, aber wir müssen viele Dinge bewältigen, die sich aus unserer besonderen Lage ergeben und die nicht aus Kirchensteuermitteln refinanziert werden. So können wir das Münster nur deshalb den ganzen Tag geöffnet halten, weil wir einen Gästedienst haben, der Aufsicht führt. Die Koordination dieses Dienstes kostet Geld. Wir haben noch Glühbirnen für ein bis zwei Jahre. Dank der EU-Verordnung müssen wir uns spätestens bis dann Gedanken über die zukünftige Beleuchtung der Kirche machen. Die Menschen suchen heute neue Wege der Information. Unsere Internet-Auftritte werden von vielen Leuten besucht. Aber die Seiten müssen gepflegt und laufend aktualisiert werden. Die neuen Medien bieten noch große Chancen auch der Evangelisierung. Hätten Sie gedacht, dass die meisten Anfragen wegen Wiederaufnahme in die Kirche oder Taufe über das Internet kommen? Wie sollen wir es finanzieren? Wer soll es machen?
Wir stemmen unsere Arbeit am Münster mit einer sehr begrenzten Zahl an Personal. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mehr als 100Prozent ausgelastet. Deshalb auch an dieser Stelle noch einmal die Frage: wer hat Lust und Zeit, sich am Münster mit seinen Kompetenzen und Fähigkeiten ehrenamtlich einzubringen? Das muss vielleicht nicht direkt sein, gewiss auch nicht für eine Ewigkeit. Aber wenn wir eine Schar von kompetenten Leuten hätten, auf die wir je nach Notwendigkeit zurückgreifen könnten, wäre uns schon viel geholfen. Schreiben Sie mir doch einfach, wenn Sie dabei sein möchten und können.
Msgr. Wilfried Schumacher Münster-Pfarrer
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